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Die Bibel in einem Jahr · Tag 268 von 365

Hosea 1–7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Hosea 1

1Wort des Herrn, welches an Osee, den Sohn Beeris erging in den Tagen des Ozias, Joathan, Achaz, Ezechias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel. 2Anfang der Rede des Herrn in Osee. Der Herr sprach zu Osee: Gehe hin, nimm dir ein Buhlweib und zeuge dir Buhlkinder, denn das Land hat den Herrn verlassen und buhlt. 3Da ging er hin und nahm Gomer, die Tochter Debelaims, diese empfing und gebar einen Sohn. 4Da sprach der Herr zu ihm: Nenne seinen Namen Jezrahel, denn noch kurze Zeit, so werde ich die Blutschuld Jezrahels am Hause Jehu heimsuchen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen. 5An jenem Tage werde ich auch den Bogen Israels im Tale Jezrahel zerbrechen. 6Und sie empfing abermals und gebar eine Tochter. Da sprach Er zu ihm: Nenne ihren Namen Ohne-Erbarmen, denn fortan will ich mich des Hauses Israel nicht mehr erbarmen, sondern werde ihrer ganz und gar vergessen. 7Doch des Hauses Juda werde ich mich erbarmen und sie durch den Herrn, ihren Gott, retten, aber nicht durch Bogen und Schwert und Kampf noch durch Rosse und Reiter will ich sie retten. 8Und sie entwöhnte die Ohne-Erbarmen und darauf empfing sie und gebar einen Sohn. 9Da sprach er: Nenne seinen Namen Nicht-mein-Volk, denn ihr seid nicht mein Volk und ich will nicht euer sein. 10Und die Zahl der Söhne Israels soll dem Sande am Meere gleich werden, der nicht Maß noch Zahl hat, und an dem Orte, wo ihnen gesagt wird: Ihr seid Nicht-mein-Volk, wird zu ihnen gesagt werden: Söhne des lebendigen Gottes. 11Und die Söhne Juda und die Söhne Israel werden sich zumal zusammenscharen und sich ein Oberhaupt setzen und aus dem Lande heraufziehen, denn gewaltig wird der Tag von Jezrahel sein.

Hosea 2

1Sprechet zu euern Brüdern: Mein Volk! und zu eurer Schwester: Begnadigte! 2Rechtet mit eurer Mutter, rechtet, denn sie ist nicht meine Gattin und ich bin nicht ihr Mann. Lasset sie ihre Buhlereien von ihrem Angesichte hinwegschaffen und ihre Ehebrüche aus ihres Busens Mitte, 3dass ich sie nicht nackt ausziehe und sie hinstelle wie am Tage, da sie geboren ward, und sie der Wüste gleichmache, dass sie dastehe wie ein unwegsames Land, und ich sie vor Durst sterben lasse. 4Auch ihre Kinder werde ich mich nicht erbarmen, denn es sind Kinder der Buhlereien, 5denn ihre Mutter hat gebuhlt; die sie empfangen hat, ist mit Schande bedeckt, denn sie sprach: Ich will meinen Buhlen nachgehen, die mir mein Brot und Wasser spenden, meine Wolle und mein Linnen, mein Öl und meinen Trank. 6Darum, siehe, will ich deinen Weg mit Dornen umzäunen und ihn mit einer Mauer versperren, dass sie ihre Pfade nicht finden soll. 7Sie wird ihren Buhlen nachlaufen, aber wird sie nicht erreichen; sie suchen, aber nicht finden, und sie wird sprechen: Ich will hingehen und zu meinem ersten Manne zurückkehren, denn damals ging es mir besser als jetzt. 8Jene wusste nicht, dass ich dir das Getreide, den Wein und das Öl gespendet, ihr Silber und Gold in Menge gegeben habe, und sie haben es für Baal verwendet. 9Darum will ich mein Getreide zu seiner Zeit wieder nehmen und meinen Wein zu seinen Frist und meine Wolle und mein Linnen, mit denen sie ihre Scham bedeckte, wegnehmen. 10Und nunmehr will ich ihre Torheit vor den Augen ihrer Buhlen aufdecken und niemand soll sie aus meiner Hand retten. 11All ihrer Lust will ich ein Ende machen, ihren Festen und Neumonden, ihren Sabbaten und allen ihren Festtagen. 12Und ich will ihre Weinberge und Feigenbäume verwüsten, von denen sie sprach: Das ist mein Buhllohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben; und ich will sie zu einer Waldung machen, dass die Tiere des Feldes sie verzehren. 13Und ich werde an ihr die Tage der Baale heimsuchen, da sie ihnen Räucherwerk darbrachte und sich mit Ohrgehängen und Halsgeschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachging, meiner aber vergaß, spricht der Herr. 14Deshalb, siehe, will ich sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen sprechen. 15Und ich will ihr ihre Winzer von dort aus zuteilen und das Tal Achor zur Hoffnungspforte, daselbst soll sie singen wie in den Tagen, da sie heraufzog aus dem Lande Ägypten. 16Und an jenem Tage, spricht der Herr, wird sie mich nennen: Mein Gemahl! und nicht mehr wird sie mich: Mein Baal! Nennen! 17Dann werde ich die Namen der Baale aus ihrem Munde verschwinden lassen und fortan wird sie des Namens derselben nicht mehr gedenken. 18Und ich werde an jenem Tage einen Bund mit ihnen schließen, mit den Tieren des Feldes, den Vögeln des Himmels und dem Gewürme der Erde und werde Bogen, Schwert und Krieg aus dem Lande hinwegtilgen und sie in Sicherheit ruhen lassen. 19Und ich werde dich mir auf ewig verloben, ich werde dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmung. 20Ich werde dich mir verloben in Treue und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin. 21Und es wird an jenem Tage geschehen, da werde ich erhören, spricht der Herr, ich werde die Himmel erhören und die Himmel sollen die Erde erhören. 22Die Erde aber soll Getreide, Wein und Öl erhören und diese sollen Jezrahel erhören. 23Und ich werde sie mir im Lande ansäen und mich über die erbarmen, die Ohne-Erbarmen hieß, 24und zu Nicht-mein-Volk sagen: Mein Volk bist du! und dieses wir sagen: Mein Gott bist du!

Hosea 3

1Und der Herr sprach zu mir: Gehe nochmals hin und liebe eine Frau, die vom Freunde geliebt wird, aber die Ehe bricht; gleichwie der Herr die Söhne Israels liebt, die sich aber fremden Göttern zuwenden und Traubenkuchen lieben. 2Und ich erwarb sie mir um fünfzehn Silberlinge und um anderthalb Kor Gerste. 3Dann sprach ich zu ihr: Lange Zeit sollst du meiner harren, du sollst nicht buhlen noch dich einem Manne ergeben, ebenso aber auch will ich deiner harren! 4Denn lange Zeit werden die Söhne Israels ohne König bleiben, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Ephod und ohne Theraphim. 5Darnach aber werden die Söhne Israels sich bekehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen und werden sich am Ende der Tage in Furcht dem Herrn und seinen Gütern nahen.

Hosea 4

1Vernehmet das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels! denn der Herr geht ins Gericht mit den Bewohnern des Landes; denn es ist keine Wahrhaftigkeit, kein Erbarmen und keine Erkenntnis Gottes im Lande. 2Denn Lästern, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen und ein Blutvergießen folgt dem andern. 3Darum muss das Land trauern und dahinschmachten alle seine Bewohner, samt dem Wilde des Feldes und den Vögeln des Himmels, ja auch die Fische des Meeres werden dahingerafft werden. 4Doch keiner möge rechten und niemand weise zurecht, denn dein Volk ist denen gleich, die mit dem Priester hadern. 5Heute wirst du zu Falle kommen und der Prophet wird mit dir straucheln, bei Nacht werde ich deine Mutter zum Schweigen bringen. 6Verstummt ist mein Volk, weil es keine Erkenntnis hatte; weil du die Erkenntnis verschmäht hast, will auch ich dich verschmähen, dass du mir nicht mehr als Priester dienest; weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deiner Söhne vergessen. 7Je mehr ihrer wurden, desto mehr versündigten sie sich wider mich; ich werde ihre Herrlichkeit in Schmach verwandeln. 8Die Sünden meines Volkes verzehren sie und nach dessen Verschuldung steht ihr Begehren. 9Darum soll es, wie dem Volke, so den Priestern ergehen und ich will an ihnen ihren Wandel heimsuchen und ihr Sinnen ihnen vergelten. 10Wenn sie essen, sollen sie nicht satt werden; sie buhlten ohne aufhören, denn sie haben den Herrn verlassen und ihn missachtet. 11Unzucht, Wein und Trunkenheit rauben den Verstand. 12Mein Volk befragt sein Holz und sein Stab soll ihm Kunde geben, denn der Geist der Buhlerei hat sie betört und sie haben sich buhlend von ihrem Gott abgewendet. 13Auf den Gipfeln der Berge opferten sie und auf den Hügeln zündeten sie Räucherwerk an, unter Eichen, Pappeln und Terebinthen, weil deren Schatten angenehm; darum buhlen eure Töchter und eure Bräute brechen die Ehe. 14Nicht werde ich an euren Töchtern heimsuchen, dass sie gebuhlt haben, noch an euren Bräuten, dass sie die Ehe gebrochen; denn jene selber gehen mit Buhlerinnen um und opfern mit Schandbuben und das unverständige Volk wird gestraft. 15Treibst du Buhlerei, Israel! So verschulde sich doch Juda nicht; gehet nicht nach Galgala, ziehet nicht hinauf nach Bethaven und schwöret nicht: So wahr der Herr lebt! 16Denn gleich einer störrischen Kuh folgt Israel nicht, nun wird sie der Herr weiden wie ein Lamm auf weiter Trift. 17Verbunden mit Götzen ist Ephraim, lass diesen! 18Ihr Mahl ist abgesondert, sie treiben arge Buhlerei, Schande zuzufügen ist die Lust ihrer Beschützer. 19Der Wind hat sie mit seinen Fittichen erfasst und sie werden zuschanden ob ihrer Opfer.

Hosea 5

1Vernehmet dies, ihr Priester! Und merke auf, Haus Israel! Haus des Königs, habet acht! Denn auch gilt das Gericht, weil ihr ein Fallstrick gewesen seid für die Warte und ein ausgespanntes Netz auf Thabor. 2Schlachtopfer stürztet ihr in die Tiefe, ich aber will sie alle züchtigen! 3Ich kenne Ephraim und Israel ist nicht verborgen vor mir, denn nunmehr hat Ephraim Buhlerei getrieben, Israel ich befleckt. 4Nicht richten sie ihre Gedanken darauf, zu ihrem Gott zurückzukehren, denn der Geist der Buhlerei wohnt unter ihnen und den Herrn kennen sie nicht. 5Und die Hoffart Israels zeugt ihm ins Angesicht, Israel und Ephraim werden ob ihrer Verschuldung zu Falle kommen, es stürzt auch Juda mit ihnen. 6Wenn sie dann mit ihren Schafen und ihren Rindern hingehen, den Herrn zu suchen, werden sie ihn nicht finden, er hat sich von ihnen entfernt. 7Gegen den Herrn sind sie treulos geworden, denn fremde Kinder haben sie gezeugt; nunmehr wird sie ein Monat samt ihren Anteilen aufzehren. 8Stoßet in die Posaune zu Gabaa, in die Trompete zu Rama, schreiet auf zu Bethaven, hinter dir ist es, Benjamin! 9Ephraim wird zur Wüste am Tage der Züchtigung, an den Stämmen Israels werde ich meine Wahrhaftigkeit zeigen. 10Die Fürsten Judas sind solchen gleich geworden, welche die Marktsteine verrücken; meinen Zorn will ich über sie ausschütten wie eine Wasserflut. 11Bedrückt ist Ephraim, gebrochen durch Strafgericht, denn es hat begonnen, dem Unflate nachzuwandeln. 12Ich aber bin für Ephraim wie eine Motte und wie Fäulnis für das Haus Juda. 13Als Ephraim seine Schwäche sah und Juda seine Fessel, ging Ephraim zu Assur und sandte zum Könige, dem Rächer; doch er wird euch nicht zu heilen vermögen noch eure Fesseln lösen können. 14Denn ich bin für Ephraim wie eine Löwin und wie ein junger Löwe für das Haus Juda. Ich, ich werde ergreifen und abziehen; wegnehmen, ohne dass jemand rettet. 15Ich werde zu meiner Stätte zurückkehren, bis ihr ermattet und mein Angesicht sucht.

Hosea 6

1Wenn sie in Trübsal sind, werden sie sich frühzeitig zu mir aufmachen: Kommet, lasset uns zu dem Herrn zurückkehren; 2denn er hat uns erfasst, so wird er uns auch heilen; er hat geschlagen, so wird er uns auch pflegen. 3Er wird uns nach zwei Tagen neu beleben und am dritten Tage uns auferwecken, damit wir vor seinem Angesichte leben. Lasset uns Einsicht haben und eifrig nach der Erkenntnis des Herrn streben; wie die Morgenröte ist sein Ausgang sicher und wie der Frühregen wird er zu uns kommen, wie der Spätregen auf das Land fällt. 4Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Eure Frömmigkeit ist wie Morgengewölk und wie der Tau, der früh dahinschwindet. 5Darum schlage ich durch die Propheten, töte sie durch die Worte meines Mundes und deine Strafgerichte werden dem Lichte gleich hervorbrechen. 6Denn an Erbarmen habe ich Wohlgefallen und nicht an Schlachtopfern, an Erkenntnis Gottes mehr denn an Brandopfern. 7Sie aber haben wie Adam den Bund übertreten, sind mir dort treulos geworden. 8Galaad ist eine Stadt von Götzenbildnern, mit Blut besudelt. 9Gleich Räuberrachen ist die Priesterbande, welche die auf dem Wege von Sichem Kommenden worden; ja, sie verüben Schandtat. 10Im Hause Israel sah die Greuel, dort trieb Ephraim Buhlereien, befleckte sich Israel. 11Aber auch du, Juda! Halte dich zur Ernte bereit, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes wenden will.

Hosea 7

1Als ich Israel heilen wollte, ward die Missetat Ephraims offenbar und die Verschuldung Samarias, denn sie üben Trug. Diebe brechen ein und rauben, es streifen Räuber auf den Straßen. 2Möchten sie nicht in ihren Herzen sagen, dass ich all ihrer Bosheit gedenke; nunmehr umgehen sie ihre Taten, vor mein Angesicht sind sie getreten. 3Durch ihre Bosheit erfreuen sie den König und durch ihre Lügen die Fürsten. 4Insgesamt sind sie Ehebrecher und gleichen dem Ofen, den der Bäcker geheizt; die Stadt hatte ein wenig Ruhe von der Beimischung des Sauerteiges, bis das Ganze durchsäuert war. 5Der Festtag unseres Königs! Es beginnen unsere Fürsten zu rasen vom Wein, er streckt seine Hand aus mit den Spöttern. 6Ja, wie einen Ofen haben sie ihr Herz ihm entgegengebracht, während er ihnen doch Nachstellungen bereitete; die ganze Nacht schlief ihr Bäcker, noch am Morgen erglüht jener wie Feuerflammen. 7Alle erglühen wie ein Ofen und verzehren ihre Richter, alle ihre Könige fallen, doch nicht einer ist unter ihnen, der zu mir ruft. 8Ephraim ward unter die Völker gemischt, Ephraim ist wie ein Aschenkuchen geworden, der nicht umgewendet wird. 9Fremde haben seine Kraft verzehrt und er merkt es nicht, schon ist sein Haupt grau geworden, doch er weiß es nicht. 10Der Hochmut Israels wird gedemütigt, ihm ins Angesicht, doch sie sind nicht zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückgekehrt und suchen ihn nicht trotz alledem. 11Und Ephraim ward einer verlockten, unverständigen Taube gleich, Ägypten haben sie herbeigerufen, an die Assyrier sich gewendet. 12Aber wenn sie dahinziehen, spanne ich mein Netz über sie aus, hole sie wie die Vögel des Himmels herab, züchtige sie, wie ihre Gemeinde es vernommen. 13Wehe ihnen, dass sie von mir abtrünnig geworden, Verderben ihnen, dass sie wider mich treulos gewesen; ich wollte sie erlösen, doch sie redeten wider mich Lügen. 14Und sie riefen nicht zu mir in ihrem Herzen, sondern jammerten auf ihren Lagerstätten; um Korn und Wein ereiferten sie sich und wurden von mir abtrünnig. 15Und doch habe ich sie gelehrt und ihren Arm gestärkt, aber sie sannen Böses wider mich. 16Sie wollen wieder ohne Joch sein, sie sind geworden wie ein trüglicher Bogen; fallen werden durch Schwert ihre Fürsten ob es Wütens ihrer Zunge. Dies ihre Verhöhnung im Lande Ägyptens.

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