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Die Bibel in einem Jahr · Tag 216 von 365

Jesus Sirach 49–51

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesus Sirach 49

1Das Andenken des Josias ist wie eine Mischung von Wohlgerüchen, bereitet vom Salbenmischer. 2In jedem Munde ist das Andenken an ihn süß wie Honig und wie Musik bei einem Weingelage. 3Er war von Gott zur Bekehrung des Volkes bestimmt und schaffte die Greuel der Gottlosigkeit ab. 4Er richtete sein Herz zum Herrn und in den Tagen der Sündhaftigkeit hielt er an der Frömmigkeit fest. 5Außer David, Ezechias und Josias haben sich alle versündigt, 6denn die Könige von Juda verließen das Gesetz des Allerhöchsten und verachteten die Furcht Gottes. 7Daher mussten sie ihr Königreich an ein fremdes Volk hingeben. 8Diese brannten die auserwählte Stadt des Heiligtums nieder und verwüsteten ihre Straßen durch Jeremias. 9Denn sie misshandelten ihn, der doch schon im Mutterleibe zum Propheten geweiht war, um umzustürzen, auszurotten, zu vertilgen, zu verderben, wieder aufzubauen und zu erneuern. 10Ezechiel schaute die Herrlichkeit im Gesichte, welche ihm über dem Wagen der Cherubim gezeigt ward. 11Er gedachte der Feinde unter dem Bilde des Regens und sann darauf, Gutes denen zu tun, die auf geraden Wegen wandeln. 12Auch der zwölf Propheten Gebeine mögen aussprossen an ihrer Stätte, denn sie haben Jakob ermutigt und ihn durch des Glaubens Kraft gerettet. 13Wie sollen wir Zorobabel preisen? Ist er doch wie ein Siegelring an der rechten Hand! 14Wie ingleichen Jesus, den Sohn Josedeks? Beide bauten in ihren Tagen das Gotteshaus und richteten den heiligen Tempel dem Herrn auf, bereitet zu ewiger Herrlichkeit. 15Auch Nehemias wird lange Zeit im Andenken sein. Er hat uns die zerstörten Mauern wieder aufgebaut, die Tore mit Riegeln befestigt und unsere Häuser wieder hergestellt. 16Nie ward jemand auf Erden geboren, der Henoch gleich war, darum ward er auch von der Erde entrückt. 17Auch ward kein Mensch geboren, wie Joseph war, der Fürst seiner Brüder, die Stütze seines Volkes, der Herrscher über seine Brüder, der Gründer seines Volkes; 18auch seine Gebeine wurden aufbewahrt und weissagten nach seinem Tode. 19Seth und Sem wurden unter den Menschen berühmt, doch über alle lebenden Wesen ist Adam durch seine Erschaffung erhaben.

Jesus Sirach 50

1Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, stützte bei seinen Lebzeiten das Haus des Herrn und festigte in seinen Tagen den Tempel. 2Durch ihn ward der Grund zum Hochbau des Tempels gelegt, der Doppelbau und die hohe Ummauerung des Tempels. 3In seinen Tagen flossen die Wasserbrunnen über und füllten sich übervoll gleich dem Meere. 4Er trug Sorge für sein Volk und befreite es vom Verderben. 5Er vermochte es, die Stadt zu erweitern, und erlangte Ruhm durch den Wandel unter seinem Volke; den Eingang des Hauses und des Vorhofes erweiterte er. 6Wie der Morgenstern inmitten von Gewölk und wie der Vollmond leuchtet zu seiner Zeit 7und wie die Sonne in ihrem Glanze, so leuchtete er im Tempel Gottes. 8Wie der Regenbogen strahlt in der Pracht des Gewölkes und wie blühende Rosen in den Tagen des Frühlings, wie Lilien an Wasserquellen, wie duftender Weihrauch zur Sommerszeit, 9wie ein leuchtendes Feuer und vom Feuer verzehrter Weihrauch, 10wie ein Gefäß von gediegenem Golde, geziert mit allerlei kostbaren Steinen, 11wie ein fruchtbarer Ölbaum, wie eine sich hoch erhebende Zypresse, so war er, wenn er das Gewand der Herrlichkeit angelegt hatte und mit dem vollen Schmucke bekleidet war. 12Wenn er zum heiligen Altar hinanstieg, so verbreitete er Glanz im Schmucke der Heiligkeit. 13Wenn er aber die Opferstücke aus der Hand der Priester nahm und selber am Altar stand, umgeben vom Kranze seiner Brüder, so war er wie eine Zederpflanzung auf dem Berge Libanon; 14so umgaben ihn alle Söhne Aarons in ihrer Herrlichkeit wie Palmenzweige. 15Sie trugen die Opfer des Herrn in ihren Händen angesichts der ganzen Gemeinde Israels; und wenn er auf dem Altare sein Amt verrichtete, streckte er, um das Opfer des höchsten Königs zu vollenden, 16seine Hand aus nach dem Trankopfer und goss das Blut der Traube aus. 17Er goss es auf den Fuß des Altars zum lieblichen Geruche für den höchsten Herrn. 18Dann erhoben die Söhne Aarons ihre Stimme und bliesen in die Posaunen von getriebener Arbeit und ließen ihre Stimme laut erschallen zum Gedächtnisse vor Gott. 19Dann fiel das ganze Volk zumal eilends zur Erde auf sein Angesicht, um den Herrn, seinen Gott, anzubeten und den allmächtigen und erhabenen Gott anzuflehen. 20Und die Psalmensänger verherrlichten ihn mit ihren Stimmen und im weiten Tempel ertönte in vollen Lauten liebliches Lied. 21Hierauf flehte das Volk mit Gebeten zum Herrn, dem Allerhöchsten, bis die Verehrung des Herrn vollbracht war und sie ihren Dienst vollendet hatten. 22Jetzt stieg er herab und erhob seine Hände über die ganze Versammlung der Söhne Israels, um Gott mit seinen Lippen Preis darzubringen und in seinem Namen zu frohlocken. 23Und zum zweiten Male betete es, dass die Kraft Gottes sich kundtun möge. 24Und nun betet zu dem Gotte aller Dinge, der Großes getan auf der ganzen Erde, der unsere Tage vom Mutterleibe an beglückt und an uns nach seiner Barmherzigkeit getan hat: 25Er verleihe uns Frohsinn des Herzens und lasse in unsern Tagen Friede in Israel sein auf ewig; 26damit Israel vertraue, dass Gottes Erbarmen mit uns ist, um uns zu seiner Zeit zu erlösen. 27Zwei Völker hasst meine Seele und das dritte, das ich hasse, ist kein Volk: 28Die, welche ihren Sitz auf dem Berge Seir haben, die Philister, und das törichte Volk, welches zu Sichem wohnt. 29Diese Lehre der Weisheit und Unterweisung hat in diesem Buche Jesus, der Sohn Sirachs, aus Jerusalem, niedergeschrieben, der Weisheit aus seinem Herzen quellen ließ. 30Glückselig ist, wer in diesem Guten wandelt; wer es zu Herzen nimmt, wird immer weise sein. 31Denn wenn er darnach handelt, wird er zu allem tüchtig sein, da das Licht Gottes sein Wegweiser ist.

Jesus Sirach 51

1Gebet Jesus´, des Sohnes Sirachs: Ich preise dich, o Herr und König! Und lobe dich, Gott, meinen Retter! 2Ich preise deinen Namen, denn du warst mir Helfer und Beschützer. 3Du rettetest meinen Leib vom Verderben, aus den Schlingen boshafter Zungen, von den Lippen derer, die mit Lügen umgehen, und wurdest mir zum Helfer wider meine Widersacher. 4Du befreitest mich nach der Fülle des Erbarmens deines Namens von denen, welche brüllend bereit waren, mich zu verschlingen, 5aus den Händen derer, die mir nach dem Laben trachteten, aus den Drangsalen, die mich umgaben, 6aus der Gewalt der Flamme, die mich umgab, dass ich mitten im Feuer nicht verbrannte, 7aus dem tiefen Schlunde der Unterwelt, von unreiner Zunge und von dem Worte der Lüge, von dem ruchlosen Könige, von der ungerechten Zunge. 8Darum soll meine Seele den Herrn loben bis zum Tode, 9denn mein Leben war schon nahe daran, in die Unterwelt hinabzusteigen. 10Jene umgaben mich ringsum und niemand half mir, ich sah mich um nach Hilfe von Menschen und fand keine. 11Da gedachte ich, Herr! an dein Erbarmen und wie du von Ewigkeit her gehandelt hast, 12dass du die rettest, die auf dich harren, o Herr! und sie aus den Händen der Völker befreist. 13Du hast meine Stätte auf Erden erhöht, da ich um Errettung vom Tode betete. 14Ich rief den Herrn an, den Vater meines Herrn, dass er mich nicht ohne Hilfe lasse am Tage meiner Bedrängnis, zur Zeit der Übermütigen, da keine Hilfe war. 15Ich will deinen Namen ohne Unterlass loben und ihn in Jubel preisen, denn mein Gebet ward erhört. 16Du hast mich vom Verderben errettet und mich aus schlimmer Zeit befreit. 17Darum will ich dir danken und den Namen des Herrn preisen. 18Da ich noch jung war, bevor ich umherirrte, suchte ich die Weisheit ohne Scheu in meinem Gebete. 19Ich bat um dieselbe vor dem Tempel und will sie suchen bis ans Ende. Sie blühte auf wie eine Frühtraube 20und mein Herz freute sich an ihr. Mein Fuß wandelte auf rechter Bahn und von meiner Jugend an folgte ich ihrer Spur. 21Ich neigte ihr kaum mein Ohr zu und schon empfing ich sie. 22Viele Unterweisung fand ich für mich und machte viele Fortschritte durch sie. 23Darum will ich den preisen, der mir Weisheit gab. 24Denn ich dachte darauf, sie in Ausübung zu bringen; ich strebte mit Eifer nach dem Guten und ward nicht zuschanden. 25Meine Seele kämpfte um sie, und da ich sie ausübte, erstarkte ich in ihr. 26Ich erhob meine Hände zur Höhe und trauerte über die Nichtkenntnis derselben. 27Ich wendete ihr meinen Sinn zu und fand sie durch Forschen. 28Bei ihr erlangte ich Einsicht von Anfang an, darum ward ich auch nicht verlassen. 29Mein Inneres ward bewegt, sie zu suchen, darum erwarb ich mir einen vortrefflichen Besitz. 30Der Herr gab mir zur Belohnung die Rede, damit will ich ihn loben. 31Kommet her zu mir, ihr Unkundigen! Und versammelt euch im Hause der Belehrung. 32Warum zaudert ihr noch? Und was sagt ihr dagegen? Eure Seelen dürsten heftig darnach. 33Ich tue meinen Mund auf und spreche: Erwerbet euch Weisheit ohne Geld, 34beuget euern Nacken unter ihr Joch und nehmet Belehrung für eure Seele, denn sie ist leicht zu finden. 35Schauet mit eigenen Augen: Ich habe mich nur wenig gemüht und doch viele Ruhe für mich gefunden. 36Erwerbet euch Belehrung, wenn auch um eine große Summe Silbers, so werdet ihr durch dieselbe viel Gold erlangen. 37Eure Seele freue sich seines Erbarmens und schämet euch nicht bei seinem Lobe. 38Tuet euer Werk, bevor die Zeit euch fehlt, so wird er euch euern Lohn geben zu seiner Zeit.

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