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Die Bibel in einem Jahr · Tag 217 von 365

Jesaja 1–4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesaja 1

1Gesicht Isaias, des Sohnes des Amos, welches er über Juda und Jerusalem geschaut, in den Tagen Ozias, Joathans, Achaz und Ezechias, der Könige von Juda. 2Höret, ihr Himmel! und horche auf, Erde! denn der Herr redet. Söhne habe ich aufgezogen und erhöht, sie aber haben mich verschmäht. 3Es kennt der Ochs seinen Eigentümer und der Esel die Krippe seines Herrn, Israel aber kennt mich nicht und mein Volk ist ohne Verständnis. 4Wehe dem sündigen Volk, dem Volke mit Missetat belastet, dem Geschlechte von Bösewichtern, den lasterhaften Söhnen! Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels gelästert, sind nach rückwärts abgewendet. 5Wohin soll ich euch ferner noch schlagen, da ihr Sünde auf Sünde häuft? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz siech. 6Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Heiles an ihm, Wunden und Quetschungen und schwellende Beulen, nicht verbunden, nicht mit Heilmitteln versorgt noch mit Öl gelindert. 7Euer Land ist verödet, eure Städte sind niedergebrannt, eure Fluren verzehren Fremde vor euern Augen und sie sind verödet wie durch feindliche Verheerung. 8Und die Tochter Sion steht verlassen wie eine Hütte im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfelde und wie eine Stadt, die verheert ist. 9Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht einen Samen übriggelassen, so wären wir wie Sodoma geworden und Gomorrha würden wir gleichen. 10Höret des Herrn Wort, ihr Fürsten von Sodoma! vernimm das Gesetz unsers Gottes, Volk von Gomorrha! 11Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der Herr. Ich bin satt; Brandopfer von Widdern und das Fett von Mastvieh, das Blut von Rindern und Lämmern und Böcken begehre ich nicht. 12Wenn ihr vor mein Angesicht kommt, wer forderte dies von euch, dass ihr in meinen Vorhöfen umhergehet? 13Bringet nicht ferner unnütze Opfer mehr; Räucherwerk ist mir ein Greuel, Neumond, Sabbat und andere Feste ertrage ich nicht mehr, eure Versammlungen sind gottlos. 14Eure Neumonde und eure Festlichkeiten hasst meine Seele; sie sind mir lästig geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. 15Und wenn ihr eure Hände ausstreckt, werde ich mein Angesicht von euch abwenden; und wenn ihr noch so viel betet, werde ich euch doch nicht erhören, denn eure Hände sind voll Blutschuld. 16Waschet euch, reiniget euch, schaffet die Bosheit eurer Anschläge aus meinen Augen; lasset ab, verkehrt zu handeln! 17Lernet Gutes tun, trachtet nach dem, was Recht ist, kommet dem Unterdrückten zu Hilfe, verschaffet der Waise ihr Recht, verteidiget die Witwe! 18Alsdann kommet und rechtet mit mir! spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie doch weiß werden wie Schnee; und wenn sie rot sind wie Purpur, sollen sie weiß werden wie Wolle. 19Wenn ihr willig seid und auf mich hört, so werdet ihr die Güter des Landes genießen. 20Wenn ihr aber nicht wollt und mich zum Zorne reizt, so wird das Schwert euch vertilgen; denn der Mund des Herrn hat gesprochen. 21Wie ist zur Buhlerin geworden die treue Stadt, die voll des Rechtes war? Gerechtigkeit wohne in ihr, jetzt aber Mörder! 22Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein Wein ist mit Wasser vermischt. 23Deine Fürsten sind treulos und Diebesgenossen; alle lieben Geschenke, haschen nach Vergeltungen; der Waise sprechen sie nicht Recht und die Sache der Witwe kommt nicht vor sie. 24Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Starke Israels: Wehe, ich will mich getrösten an meinen Feinden und Rache nehmen an meinen Widersachern! 25Und ich werde meine Hand gegen dich wenden und deine Schlacken rein ausschmelzen und all dein Blei wegschaffen 26und ich werde dir wieder Richter geben, wie sie früher waren, und Ratgeber, wie von alters; alsdann wird man dich die Stadt der Gerechtigkeit nennen, die getreue Stadt. 27Sion wird durch Gericht erlöst und durch Gerechtigkeit wird es wiederhergestellt werden. 28Aber die Frevler und Sünder wird er allzumal vertilgen und die, welche den Herrn verlassen haben, werden vernichtet werden. 29Denn sie werden zuschanden werden der Götzenbilder wegen, denen sie geopfert; und ihr werdet erröten über die Gärten, die ihr erwählt, 30wenn ihr wie Eichen sein werdet, deren Blätter abfallen, und wie ein Garten ohne Wasser. 31Und eure Kraft wird wie glimmende Wergasche sein und euer Tun wie ein Funke! beide werden zumal entbrennen und niemand wird sein, der lösche.

Jesaja 2

1Das Wort, welches Isaias schaute, der Sohn des Amos, über Juda und Jerusalem. 2Und in den letzten Tagen wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet sein auf dem Gipfel der Berge und erhöht sein über die Hügel und alle Völker werden zu ihm strömen. 3Und viele Völker werden hinwallen und sprechen: Kommet, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Herrn und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und dass wir auf seinen Pfaden wandeln; denn von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem. 4Dann wird er die Völker richten und zwischen vielen Nationen entscheiden und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Sicheln, nicht mehr wird Volk gegen Volk das Schwert ziehen noch werden sie ferner sich zum Kampf üben. 5Haus Jakob, kommet und lasset uns wandeln im Lichte des Herrn! 6Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen, weil sie angefüllt sind wie ehedem und Wahrsager haben wie die Philister und den Söhnen der Fremde anhängen. 7Angefüllt ist das Land mit Silber und Gold und seiner Schätze ist kein Ende, 8angefüllt ist ihr Land mit Rossen und zahllos sind ihre Kriegswagen. Angefüllt ist ihr Land mit Götzen; das Werk ihrer Hände beten sie an, welches ihre Finger gefertigt haben. 9So beugt sich der Mensch, es demütigt sich der Mann; darum lass es ihnen nicht ungestraft hingehen! 10Verbirg dich in Felsenhöhlen und verstecke dich in Erdhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät! 11Des Menschen stolze Augen werden gedemütigt und gebeugt wird werden der Männer Hochmut, der Herr allein wird erhaben sein an jenem Tage. 12Denn ein Tag des Herrn der Heerscharen bricht über jeden Stolzen und Hochmütigen herein und über jeden Anmaßenden und er wird gedemütigt werden, 13und über alle hohen und stolzragenden Zedern des Libanon und über alle Eichen Basans, 14über alle hohen Berge und über alle hochragenden Hügel, 15über jeden aufragenden Turm und über jede feste Mauer, 16über alle Tharsisschiffe und über alles, was herrlich ist anzusehen. 17Und es wird der Menschenstolz, der Hochmut der Männer gedemütigt und gebeugt und der Herr allein wird an jenem Tage erhaben sein 18und die Götzen werden gänzlich vertilgt werden. 19Da werden sie in Felshöhlen fliehen und in Erdklüfte, vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. 20An jenem Tage werden die Menschen ihre silbernen Götzen und goldenen Bilder, die sie sich gemacht, um sie anzubeten, die Maulwürfe und die Fledermäuse, von sich werfen 21und werden sich verbergen in die Steinklüfte und Felsenhöhlen vor dem Schrecken des Herrn und vor der Herrlichkeit seiner Majestät, wenn er sich erhebt, das Land zu schlagen. 22Darum lasset ab von dem Menschen, dessen Lebenshauch in seiner Nase ist, denn er ist erhaben geachtet.

Jesaja 3

1Denn siehe, der Allherrscher, der Herr der Heerscharen, wird von Jerusalem und Juda Starke und Tapfere nehmen, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, 2Helden und Krieger, Richter und Propheten Wahrsager und Älteste, 3Befehlshaber und angesehene Ratsherrn, Kundige aus den Baumeistern und in geheimnisvoller Rede Erfahrene. 4Ich werde ihnen Knaben zu Herrschern geben und Weichlinge sollen über sie gebieten 5und man wird einander bedrängen im Volke, ein jeder seinen Nächsten; der Knabe wird sich gegen den Greis auflehnen und der Niedrige gegen den Vornehmen. 6Denn es wird einer seinen Bruder anfassen, den Hausgenossen seines Vaters, und sagen: Du hast ein Obergewand, sei unser Fürst und diese Trümmerhaufen seien dir untergeben. 7Dieser aber wird an jenem Tage so antworten und sprechen: Ich bin kein Arzt und in meinem Hause ist weder Brot noch Obergewand, setzet mich nicht zum Fürsten über das Volk! 8Denn Jerusalem stürzt hin und Judas bricht zusammen, weil ihre Reden und ihre Taten wider den Herrn gerichtet sind, um die Augen seiner Majestät herauszufordern. 9Das Aussehen ihres Angesichts spricht gegen sie und sie machen ihre Sünden laut kund wie Sodoma und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele! denn Schlimmes wird ihnen vergolten. 10Saget dem Gerechten, dass es wohl um ihn steht, dass er die Früchte seiner Unternehmungen genießen wird. 11Wehe dem Gottlosen ob des Unheils! Denn ihm wird Vergeltung werden nach seinen Taten. 12Mein Volk haben seine Bedrücker geplündert und Weiber herrschten über dasselbe. Mein Volk! die dich glücklich preisen, sie täuschen dich und zerstören den Weg, den du wandeln sollst. 13Es erhebt sich der Herr zum Gerichte, ja, er erhebt sich, die Völker zu richten. 14Der Herr wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und mit dessen Fürsten, denn ihr habt den Weinberg abgeweidet und das den Armen geraubte Gut ist in euern Häusern. 15Warum tretet ihr mein Volk nieder und zerschlagt das Angesicht der Armen? spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 16Und der Herr sprach: Dafür, dass die Töchter Sions stolz sind und mit emporgestrecktem Halse einherschreiten und mit blinzelnden Augen einhergehen und in die Hände klatschend mit den Füßen trippeln und gezierten Schrittes daherwandeln, 17wird der Herr den Scheitel der Töchter Sions kahl machen und der Herr wird ihr Haar bloßlegen. 18An jenem Tage wird der Herr hinwegnehmen den Schmuck der Schuhe und die kleinen Halbmonde 19und die Halsketten und Halsbänder, die Armspangen und die Kopfbinden, 20die Haarnadeln und Kniebänder, die Schrittkettchen und Riechfläschchen und Ohrringe, 21die Fingerringe und die Edelsteine, die an der Stirne hängen, 22die Feierkleider, die Mäntelchen, die Tücher und Nadeln, 23die Spiegel, die seinen Zeuge, die Haarbänder und Florkleider. 24Da wird statt der Wohlgerüche Gestank sein, statt des Gürtels ein Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze und statt der Brustbinde ein härenes Kleid. 25Auch deine schönsten Männer werden durch das Schwert fallen und deine Tapferen im Kampfe. 26Und seine Tore werden trauern und klagen und es wird trostlos auf dem Boden sitzen.

Jesaja 4

1Und sieben Weiber werden in jener Zeit einen Mann festhalten und sprechen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und uns mit unsern eigenen Gewändern kleiden, nur lass uns nach deinem Namen heißen und nimm unsere Schmach hinweg! 2An jenem Tage wird der Sprosse des Herrn herrlich und ruhmvoll sein und die Frucht des Landes hocherhaben und Frohlocken denen, die aus Israel gerettet sind. 3Und es wird geschehen: Jeder, der übriggelassen ist in Sion und übriggeblieben in Jerusalem, wird heilig genannt werden, jeder, der zum Leben in Jerusalem eingeschrieben ist. 4Wenn der Herr den Schmutz der Töchter Sions abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems aus ihm weggetilgt hat durch den Geist des Gerichtes und durch den Geist der Feuerglut, 5dann wird der Herr über den ganzen Raum des Berges Sion und wo er angerufen wird, eine Wolke bei Tage schaffen und Rauch und leuchtenden Feuerglanz bei Nacht; denn allem Herrlichen wird Schutz zuteil werden. 6Und ein Gezelt wird da sein zum Schatten bei Tage gegen die Hitze und zur Zuflucht und zum Verbergen vor Unwetter und Regen.

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