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Die Bibel in einem Jahr · Tag 215 von 365

Jesus Sirach 45–48

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesus Sirach 45

1Moses war von Gott und Menschen geliebt, sein Gedächtnis ist im Segen. 2Ihn hat Gott den Heiligen gleich verherrlicht, ihn erhöht zum Schrecken der Feinde und auf sein Wort ließ er die Wunderzeichen aufhören. 3Er verherrlichte ihn vor der Könige Angesicht, gab ihm Befehle an sein Volk und ließ ihn seine Herrlichkeit sehen. 4Um seiner Treue und Sanftmut willen heiligte er ihn und erkor ihn aus allen Menschen. 5Er ließ ihn seine Stimme vernehmen und führte ihn in die Wolke 6und gab ihm von Angesicht zu Angesicht die Gebote, das Gesetz des Lebens und der Erkenntnis, um Jakob seinen Bund und Israel seine Rechte zu lehren. 7Er erhöhte Aaron, seinen Bruder aus dem Stamme Levi, zu gleicher Würde. 8Er schloß mit ihm einen ewigen Bund und gab ihm das Priestertum unter dem Volke und verherrlichte ihn mit Ehren. 9Er umgürtete ihn mit dem herrlichen Gürtel und tat ihm das Prachtgewand an und krönte ihn mit dem Schmucke der Macht. 10Er legte ihm das Oberkleid, das Hüftkleid und das Schulterkleid an und schmückte ihn ringsum mit zahlreichen goldenen Glöcklein, 11dass sie Klang gaben, wenn er einherschritt, und der Schall im Tempel gehört würde zur Erinnerung für die Söhne seines Volkes. 12Er legte ihm auch das heilige Gewand an, von Gold, himmelblauem und rotem Purpur gewebt, das Werk eines weisen, mit Einsicht und Wahrheit begabten Mannes; 13mit scharlachenen Fäden künstlich gewirkt und mit kostbaren, in Gold gefassten Steinen besetzt, in die durch Steinschneidekunst eingegraben war: zur Erinnerung, nach der Zahl der Stämme Israels. 14Eine goldene Krone war auf seinem Kopfbunde, versehen mit dem Zeichen der Heiligkeit, ein herrlicher Schmuck, ein Werk der Pracht und eine Zierde zur Lust der Augen. 15Von Anbeginn her gab es keinen solchen Schmuck vor ihm. 16Kein Fremdling ward je mit demselben angetan, sondern allein nur seine Söhne und seine Nachkommen zu allen Zeiten. 17Seine Opfer wurden täglich durch Feuer verzehrt. 18Moses füllte ihm die Hände und salbte ihn mit heiligem Öle. 19Dies ward ihm und seinen Nachkommen als ewiger Bund zuteil, dass sie, solange die Tage des Himmels währen, Priester sein, Lobpreis singen und Sein Volk in Seinem Namen segnen sollten. 20Ihn erwählte er aus allen Lebenden, Gott Opfer, Räucherwerk und Wohlgeruch darzubringen, zum Gedenkopfer, zur Versöhnung für sein Volk. 21Er verlieh ihm Gewalt nach Seinen Geboten über den Bund seiner Rechte, um Jakob Seine Zeugnisse zu lehren, Israel in Seinem Gesetze zu erleuchten. 22Als aber Fremdlinge gegen ihn aufstanden und ihn aus Neid in der Wüste umgaben, die Anhänger Dathans und Abirons und die zornmütige Rotte Kores, 23da sah es Gott der Herr und es missfiel ihm und sie wurden plötzlich von seinem Zorngrimme verschlungen. 24Wunder tat er an ihnen und verzehrte sie durch flammendes Feuer. 25Aaron aber verherrlichte er noch mehr und gab ihm sein Erbteil und teilte ihm die Erstlinge der Früchte des Landes zu. 26Brot bereitete er ihnen zuvörderst zur Sättigung; denn sie sollten auch von den Opfern des Herrn essen, die Er ihm und seinen Nachkommen zugewiesen. 27Allein im Lande sollte er von den Völkern kein Erbbesitz erhalten und kein Anteil ward ihm unter dem Volke, den Er selbst ist sein Teil und sein Erbe. 28Phinees, der Sohn Eleazars, ward der dritte in der Verherrlichung; dafür, dass er jenem in der Furcht des Herrn nachfolgte. 29Er blieb standhaft bei dem Abfalle des Volkes und leistete durch die Bereitwilligkeit und den Eifer seines Herzens für Israel Sühne bei Gott. 30Darum schloss Gott mit ihm einen Bund des Friedens, dass er der Vorsteher seines Volkes sein und dass bei ihm und seinen Nachkommen die Würde des Priestertums für immer verbleiben sollte. 31Wie der Bund, den er mit David, dem Könige, dem Sohne Jesses aus dem Stamme Juda, schloss, als Erbe für jenen und seine Nachkommen, dass er unserem Herzen Weisheit verleihen wolle, um Sein Volk gerecht zu richten, damit ihre Wohlfahrt nicht schwinde, sondern ihre Herrlichkeit bei ihrem Volke ewig bleibe.

Jesus Sirach 46

1Ein Held im Kriege war Josue, der Sohn Naves, der Nachfolger Moses im Prophetenamte, groß seinem Namen gemäß; 2ein sehr großer Helfer der Auserwählten Gottes, die widerstrebenden Feinde niederzukämpfen, damit Israel sein Erbe erlangte. 3Wie ward er verherrlicht, als er seine Hände erhob und als er wieder die Städte sein Schwert zückte! 4Wer hat vor ihm sich so standhaft gezeigt? Denn der Herr selbst führte die Feinde in seine Hände. 5Ward nicht durch seinen Eifer die Sonne zurückgehalten, dass ein Tag ward wie zwei? 6Er rief den Allerhöchsten, den Allmächtigen, an, als er ringsum die Feinde bekämpfte, und der große und heilige Gott erhörte ihn und ließ Hagelsteine von gewaltiger Schwere niederfallen. 7Er machte einen Angriff auf das feindliche Volk und vernichtete die Gegner, als sie herabzogen, 8damit die Völker seine Macht erkennen sollten, dass gegen Gott kämpfen nicht leicht ist. Er folgte der Leitung des Allmächtigen. 9Schon in den Tagen Moses tat er Gutes, zugleich mit Kaleb, dem Sohne Jephones, als sie dem Feinde Widerstand leisteten, das Volk von Sünden abhielten und das boshafte Murren zum Schweigen brachten. 10Darum wurden diese beiden unter sechsmalhunderttausend Streitern allein in der Gefahr erhalten, dass sie das Volk in sein Erbe einführten, in das Land, das von Milch und Honig fließt. 11Und der Herr gab dem Kaleb Stärke, dass er bis ins hohe Alter bei Kräften blieb und auf das Gebirgsland hinziehen konnte und seine Nachkommen das Erbe erhielten, 12damit alle Söhne Israels erkennen sollten, wie gut es sei, dem heiligen Gott zu gehorchen. 13Dann die Richter, ein jeder nach seinem Namen. Ihr Herz war nicht untreu und sie wandten sich nicht von dem Herrn ab. 14Ihr Andenken bleibe gesegnet, ihre Gebeine mögen hervorsprossen an ihrer Stätte! 15Und ihr Name bleibe in Ewigkeit, der Ruhm der heiligen Männer bleibe auf ihren Kindern! 16Geliebt von dem Herrn, seinem Gott, richtete Samuel, der Prophet des Herrn, eine neue Herrschaft auf und salbte die Herrscher über sein Volk. 17Nach dem Gesetze des Herrn richtete er die Gemeinde und Gott sah auf Jakob und der Prophet ward in seiner Treue bewährt. 18Er ward als wahrhaftig erfunden in seinen Aussprüchen, denn er schaute den Gott des Lichtes. 19Er rief den mächtigen Herrn an, als ihn die Feinde ringsum bedrängten, indem er das Opfer eines unbefleckten Lammes darbrachte. 20Und der Herr ließ vom Himmel herab Donner erschallen und ließ mit gewaltiger Kraft seine Stimme hören 21und vernichtete die Fürsten der Tyrier und alle Heerführer der Philister. 22Und vor der Zeit, ehe sein Leben zu Ende war und er aus der Welt schied, legte er vor dem Herrn und seinem Gesalbten das Zeugnis ab, dass er kein Geld und nicht einmal einen Schuh von irgend jemand angenommen habe, und niemand konnte ihn beschuldigen. 23Und darnach, als er schon entschlafen war, gab er dem Könige Kunde und zeigte ihm seines Lebens Ende an und erhob aus der Erde seine Stimme zur Weissagung, des Volkes gottloses Wesen zu vertilgen.

Jesus Sirach 47

1Hierauf trat Nathan als Prophet auf in den Tagen Davids. 2Wie das Fettstück, das vom Fleische ausgesondert wird, so war David unter den Söhnen Israels. 3Mit Löwen spielte er in seiner Jugend wie mit Lämmern und mit Bären wie mit jungen Schafen. 4Erschlug er nicht den Riesen und nahm die Schmach von seinem Volke? 5Indem er seine Hand erhob, warf er mit dem Schleuderstein den Übermut Goliaths zu Boden; 6denn er rief den Herrn, den Allmächtigen, an und dieser gab seiner Rechte Kraft, den starken Krieger zu erlegen und das Horn seines Volkes zu erhöhen. 7Darum verherrlichte man ihn für Zehntausende und pries ihn ob der Segnungen des Herrn und brachte ihm die Krone des Ruhmes dar, 8denn er rieb die Feinde ringsherum auf und vernichtete die feindlichen Philister bis auf den heutigen Tag, er zerschlug ihr Horn für immer. 9Bei allem, was er tat, brachte er dem Heiligen seinen Dank dar und dem Allerhöchsten durch Lieder des Preises. 10Von ganzem Herzen lobte er den Herrn und liebte Gott, der ihn erschaffen und ihm solche Macht über seine Feinde verliehen. 11Auch bestellte er Sänger vor dem Altare und ließ von ihrem Schalle allerlei süße Sangesweisen ertönen. 12Er gab den Festen Glanz und schmückte die Festzeiten bis ans Ende seines Lebens, damit man den heiligen Namen des Herrn pries und am frühen Morgen die Heiligkeit Gottes verherrlichte. 13Der Herr tilgte seine Sünden und erhöhte sein Horn auf immer und gab ihm Verheißung für das Königtum und den Thron der Herrlichkeit in Israel. 14Nach ihm trat sein weiser Sohn auf und um dessentwillen warf Gott alle Gewalt der Feinde nieder. 15Salomon herrschte in Tagen des Friedens, denn Gott hatte ihm alle Feinde unterworfen, dass er seinem Namen ein Haus baute und ein Heiligtum errichtete auf immer! Wie warst du weise in deiner Jugend 16und voll der Weisheit verbreitete sich dein Geist gleich einem Strome über die Erde! 17Du brachtest in Fülle tiefsinnige Gleichnisreden vor, bis zu den Inseln fernhin drang dein Name und um deiner Friedensliebe willen wurdest du geliebt. 18Wegen deiner Lieder und Sprüche, Gleichnisse und Deutungen bewunderten dich die Länder 19und wegen des Namens des Herrn, des Gottes, der da Gott Israels heißt. 20Du sammeltest Gold wie Messing und häuftest Silber auf wie Blei. 21Doch du neigtest deine Hüften den Weibern zu und maßest dir allzu sehr Gewalt über deinen Leib an. 22Du beflecktest deinen Ruhm, entweihtest deine Nachkommen, so dass du Zorn über deine Kinder heraufführtest und ich hinreißen ließest von deiner Torheit, 23so dass du die Teilung des Reiches in zwei Teile herbeiführtest und aus Ephraim sich eine harte Herrschaft erhob. 24Gott aber stand nicht ab von seiner Barmherzigkeit, er zerstörte und vernichtete seine Werke nicht; er ließ die Nachkommen seines Auserwählten nicht zugrunde gehen und vertilgte die Nachkommen dessen nicht, der den Herrn geliebt, 25sondern ließ Jakob einen Überrest und David einen Sprossen. 26Und Salomon ging ein zur Ruhe zu seinen Vätern. 27Er hinterließ als seinen Nachfolger seinen Sohn, den Törichtsten unter dem Volke, 28Roboam, verlassen von Klugheit, der durch seinen Ratschluss das Volk zum Abfall brachte, 29und Jeroboam, den Sohn Nabats, der Israel zur Sünde verleitete und Ephraim auf den Weg der Übertretung führte, so dass ihrer Sünden überaus viel wurden. 30Durch diese wurden sie weit aus ihrem Lande weggeführt. 31Sie sannen auf jeglichen Frevel, bis die Rache über sie kam und allen ihren Sünden ein Ende machte.

Jesus Sirach 48

1Und es erhob sich der Prophet Elias, dem Feuer gleich und sein Wort brannte gleich einer Fackel. 2Er brachte eine Hungersnot über sie und die ihn durch ihre Missgunst reizten, verminderten sich; denn sie vermochten die Gebote des Herrn nicht zu ertragen. 3Auf das Wort des Herrn verschloss er den Himmel und ließ dreimal Feuer vom Himmel fallen. 4So war Elias durch seine Wunder verherrlicht. Wer kann sich dir vergleichen an Ruhm? 5Du erwecktest einen Toten aus der Unterwelt vom Lose des Todes durch das Wort Gottes, des Herrn. 6Du stürztest Könige ins Verderben, leicht brachest du ihre Macht und stürztest Hochangesehene von ihren Sitzen. 7Du vernahmst auf Sinai das Strafgericht und auf Horeb das Urteil der Züchtigung. 8Du salbtest Könige, um Vergeltung zu üben, und ordnetest Propheten zu deinen Nachfolgern. 9Du wardst hinweggenommen in feuriger Windsbraut, auf Wagen mit feurigen Rossen. 10Du wurdest bestimmt in der Schrift, bei den Strafgerichten der Zeiten den Zorn des Herrn zu besänftigen, das Herz des Vaters mit dem Sohne zu versöhnen und die Stämme Jakobs wieder aufzurichten. 11Glückselig sind, die dich sahen und deiner Freundschaft gewürdigt wurden! 12Denn wir leben nur dies Leben, nach dem Tode aber werden wir keinen solchen Namen haben. 13Elias ward zwar im Sturme entrückt, aber Eliseus ward die Fülle seines Geistes zuteil. Solange er lebte, fürchtete er sich vor keinem Fürsten und keines Menschen Gewalt überwand ihn. 14Nichts vermochte ihn zu beugen und noch im Tode erwies ihm sein Leib als Propheten. 15In seinem Leben tat er Zeichen und auch im Tode wirkte er Wunder. 16Bei alledem tat das Volk doch nicht Buße und ließ nicht ab von seinen Sünden, bis sie aus ihrem Lande weggeführt und über die ganze Erde zerstreut wurden 17und nur ein kleiner Rest des Volkes mit einem Fürsten aus dem Hause Davids übrigblieb. 18Einige von diesen taten, was Gott wohlgefällig war, andere aber begingen viele Sünden. 19Ezechias befestigte seine Stadt und leitete Wasser in dieselbe, er durchgrub mit Eisen den Felsen und gestaltete ihn zu einem Wasserbrunnen. 20In seinen Tagen zog Sennacherib herauf und entsandte Rabsake und erhob seine Hand wider sie und streckte seine Hand gegen Sion aus und erhob sich ob seiner Macht. 21Da erbebten ihre Herzen und Hände und sie litten Schmerzen wie gebärende Frauen. 22Und sie riefen den Herrn, den Erbarmer, an und streckten ihre Hände aus und erhoben sie zum Himmel und der Heilige, der Herr, Gott, erhörte alsbald ihr Rufen. 23Nicht gedachte er mehr ihrer Sünden und gab sie nicht ihren Feinden preis, sondern errettete sie durch Isaias, den heiligen Propheten. 24Der Engel des Herrn schlug das Lager der Assyrier und vernichtete sie. 25Denn Ezechias tat, was Gott wohlgefiel, und blieb beharrlich auf dem Wege Davids, seines Vaters, wie ihm Isaias befohlen, der große und treue Prophet vor dem Angesicht Gottes. 26In seinen Tagen wich die Sonne zurück und er verlängerte dem Könige das Leben. 27Mit erhabenem Geiste schaute er die ferne Zukunft und tröstete die Betrübten in Sion. Bis zur Ewigkeit hin 28verkündigte er, was künftig geschehen wird, und das Verborgene, ehe es geschah.

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