Zum Inhalt springen

Die Bibel in einem Jahr · Tag 167 von 365

Psalmen 77–80

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Psalmen 77

1Eine Unterweisung Asaphs. habe acht, mein Volk! auf meine Lehre, neiget euer Ohr den Worten meines Mundes! 2Ich will meinen Mund zur Spruchrede auftun, Rätsel aussprechen von uralter Zeit. 3Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, 4soll nicht verborgen sein vor ihren Kindern im kommenden Geschlechte. Wir erzählen das Lob des Herrn und seine Macht und seine Wundertaten, die er vollbracht. 5denn er hat ein Zeugnis in Jakob aufgerichtet, ein Gesetz in Israel gegeben, worin er unseren Vätern geboten, diese ihren Kindern kundzugeben, 6damit das spätere Geschlecht es erfahre, die Kinder, welche geboren werden würden, damit sie auftreten und ihren Kindern davon Kunde geben, 7auf dass diese auf Gott ihr Vertrauen setzen und nicht der Werke Gottes vergessen und seine Gebote beobachten, 8und nicht werden wie ihre Väter, ein boshaftes und erbitterndes Geschlecht, ein Geschlecht, das kein gerades Herz hatte und dessen Geist nicht treu hielt an Gott. 9Die Söhne Ephrems, Schützen, die den Bogen spannten, ergriffen am Tage des Kampfes die Flucht. 10Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten in seinem Gesetze nicht wandeln 11und sie vergaßen seiner Wohltaten und seiner Wunder, die er hatte schauen lassen. 12Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan im Lande Ägypten, im Gefilde von Tanis. 13Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und ließ die Wasser stehen wie in einem Schlauche. 14Und er führte sie mit der Wolke des Tags und die ganze Nacht mit leuchtendem Feuer. 15Er spaltete den Felsen in der Wüste und tränkte sie mit tiefen Fluten. 16Und er ließ Wasser aus dem Felsen hervorkommen und Wasser niederrinnen gleich Strömen. 17Doch sie fuhren fort wider ihn zu sündigen, reizten den Allerhöchsten zum Zorne in der wasserleeren Wüste. 18Und sie versuchten Gott in ihren Herzen, indem sie Speise verlangten nach ihren Gelüsten; 19und sie redeten Schlimmes wider Gott und sprachen: Sollte wohl Gott in der Wüste einen Tisch zurichten können? 20Denn wohl schlug er den Felsen, dass Wasser floss und Bäche sich ergossen, aber vermag er auch Brot zu geben oder seinem Volke einen Tisch zuzurichten? 21Darum, als der Herr dies hörte, zögerte er und es entbrannte ein Feuer wider Jakob und Zornesglut stieg auf gegen Israel, 22weil sie Gott nicht glaubten und auf seine Hilfe nicht hofften. 23Und er gebot den Wolken dort oben und öffnete die Pforten des Himmels 24und ließ für sie Manna zur Speise regnen und gab ihnen Brot vom Himmel. 25Brot der Engel aß der Mensch, Speise sandte er ihnen im Überflusse. 26Er ließ den Südwind vom Himmel aufbrechen und führte durch seine Stärke den Nordwind herbei. 27Und er ließ Fleisch auf sie herabregnen wie Staub und wie Meeressand gefiederte Vögel. 28Mitten in ihr Lager fielen sie, rings um ihre Zelte her. 29Da aßen sie und wurden übersatt und er erfüllte ihnen die Gelüste, 30nicht wurde ihr Wunsch ihnen vorenthalten. Aber noch war ihre Speise in ihrem Munde, 31da erhob sich der Zorn Gottes wider sie und er tötete ihre Starken und lähmte die Auserwählten Israels. 32Trotz alledem sündigten sie fort und glaubten nicht an seine Wunder. 33Darum schwanden ihre Tage in Vergänglichkeit dahin und ihre Jahre in Hast. 34Wenn er den Tod unter sie schickte, so suchten sie ihn und kehrten um und kamen in der Frühe zu ihm 35und gedachten, dass Gott ihr Helfer und Gott, der Allerhöchste, ihr Erlöser sei. 36Aber sie liebten ihn nur mit dem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge. 37Ihr Herz jedoch war nicht aufrichtig gegen ihn und sie wurden nicht treu erfunden in seinem Bunde. 38Doch er ist barmherzig und verzeiht ihre Sünden und vernichtet sie nicht. Und er wandte vielmals seinen Zorn ab und ließ seinen ganzen Grimm nicht entbrennen. 39Und er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahingeht und nicht wiederkehrt. 40Wie oft erbitterten sie ihn in der Wüste, reizten ihn zum Zorne in der Einöde! 41Immer wieder versuchten sie Gott und erbitterten den heiligen Israels. 42Sie gedachten nicht seiner Hand am Tage, da er sie aus der Hand des Drängers befreite, 43wie er seine Zeichen in Ägypten tat und seine Wunder im Gefilde von Tanis. 44Er wandelte ihre Flüsse in Blut und ihre Regenbäche, dass sie nicht daraus trinken mochten. 45Er sandte unter sie Hundsfliegen, die sie fraßen, und Frösche, die über sie Verderben brachten. 46Er gab ihre Frucht dem Brande preis und den Ertrag ihrer Arbeit den Heuschrecken. 47Er vernichtete ihre Weinberge durch Hagel und ihre Maulbeerbäume durch Schloffen. 48Er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre Habe dem Feuer. 49Er entsandte über sie die Glut seines Zornes, Zorn und Grimm und Drangsal, Schickungen durch schlimme Engel. 50Er ließ seinem Zorne freien Lauf, entzog ihre Seelen nicht dem Tode und überantwortete ihr Vieh dem Tode. 51Er schlug alle Erstgeburt im Lande Ägypten, die Erstlinge all ihrer Arbeit in den Gezelten Chams. 52Er führte sein Volk wie Schafe hinweg und leitete sie wie eine Herde in der Wüste 53und führte sie in Zuversicht, dass sie sich nicht fürchten durften, während das Meer ihre Feinde bedeckte. 54Er brachte sie zu seinem heiligen Berg, dem Berge, den seine Rechte erworben. Er vertrieb vor ihrem Angesichte die Völker und verteilte ihnen das Land durch das Los mit der Meßschnur 55und ließ in ihren Hütten die Stämme Israels wohnen. 56Aber sie versuchten und erzürnten Gott, den Allerhöchsten, und beobachteten seien Anordnungen nicht. 57Sie wandten sich ab und hielten den Bund nicht und wandten sich wie ihre Väter um wie ein schlechter Bogen. 58Sie reizten ihn zum Zorne durch ihre Höhen und erregten seine Eifersucht durch ihre geschnitzten Bilder. 59Da Gott dies hörte, verwarf er und vernichtete er Israel. 60Und er verwarf das Zelt zu Silo, sein Zelt, wo er unter den Menschen seine Wohnung aufgeschlagen, 61und gab ihre Macht in Gefangenschaft und ihre Zierde in die Gewalt der Feinde. 62Und er überantwortete sein Volk dem Schwerte und wandte sich von seinem Erbe. 63Ihre Jünglinge fraß das Feuer und ihre Jungfrauen werden nicht betrauert. 64Ihre Priester fielen durch das Schwert und ihre Witwen wurden nicht beweint. 65Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der vom Weine reichlich genossen. 66Und er schlug seine Feinde auf den Rücken, ewige Schande brachte er über sie. 67Und er verwarf das Zelt Josephs und erwählte den Stamm Ephraim nicht, 68sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Sion, den er liebte. 69Und er baute in dem Lande, das er auf ewig gegründet, sein Heiligtum wie der Einhörner Horn, 70und erwählte David, seinen Diener, und nahm ihn von den Schafherden weg, von säugenden Schafen holte er ihn hinweg, 71dass er seinen Diener Jakob weide, Israel, sein Erbe. 72Und er weidete sie nach der Unschuld seines Herzens und leitete sie mit kundiger Hand.

Psalmen 78

1Ein Psalm Asaphs. O Gott! Heiden sind in dein Erbe gekommen, haben deinen heiligen Tempel befleckt, Jerusalem einer Wachthütte im Baumgarten gleich gemacht. 2Sie gaben die Leichen deiner Knechte den Vögeln des Himmels zum Fraße, das Fleisch deiner Heiligen den wilden Tieren des Landes. 3Sie vergossen deren Blut wie Wasser rings um Jerusalem und niemand begrub sie. 4Wir sind unsern Nachbarn zur Schmach geworden, ein Spott und Hohn denen, die um uns her sind. 5Wie lange, o Herr! wirst du immerfort zürnen, soll dein Eifer wie Feuer brennen? 6Gieße deinen Zorn über die Heiden aus, welche dich nicht kennen, und auf die Reiche, die deinen Namen nicht anrufen; 7denn sie haben Jakob verschlungen und seine Stätte verwüstet. 8Gedenke nicht unserer alten Sünden, eilends komme uns dein Erbarmen entgegen, denn wir sind überaus elend geworden. 9Hilf uns, o Gott, unser Heil! und um der Ehre deines Namens willen erlöse uns, Herr! und verzeihe unsere Sünden um deines Namens willen, 10dass man nicht etwa sage unter den Heiden: Wo ist ihr Gott? und es werde an den Völkern vor unsern Augen die Rache kund für das Blut deiner Knechte, das vergossen worden, 11Lass das Seufzen der Gefangenen vor dein Angesicht kommen. Nach der Größe deiner Macht nimm als dein Eigen an die Söhne der Getöteten. 12Und vergilt unsern Nachbarn siebenfach in ihren Schoß ihre Lästerung, mit der sie dich gehöhnt haben, o Herr! 13Doch wir, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wollen dich ewig preisen, von Geschlecht zu Geschlecht wollen wir dein Lob verkünden.

Psalmen 79

1Zum Ende für die, welche verwandelt werden, ein Zeugnis Asaphs, ein Psalm. 2O Herrscher Israels! merke auf, der du Joseph führst wie ein Schäflein; der du über den Cherubim thronst, offenbare dich 3vor Ephraim, Benjamin und Manasse. Erwecke deine Macht und komm, uns zu retten. 4O Gott! stelle uns wieder her und zeige dein Angesicht, so wird uns Heil werden. 5Herr, Gott der Heerscharen! wie lange willst du zürnen bei dem Gebete deines Dieners? 6Wie lange speisest du uns mit Tränenbrot und tränkst uns mit Tränentrank in reichem Maße? 7Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn und unsere Feinde treiben ihren Spott mit uns. 8O Gott der Heerscharen! stelle uns wieder her und zeige dein Angesicht, so wird uns Heil zuteil. 9Einen Weinstock hobst du aus Ägypten aus, vertriebst die Völker und pflanztest ihn ein. 10Du warst sein Führer auf der Reise vor ihm her, pflanztest seine Wurzeln und er erfüllte das Land. 11Er bedeckte die Berge mit seinem Schatten und mit seinen Ranken die Zedern Gottes. 12Er breitete seine Reben aus bis zum Meer und bis an den Strom seine Sprossen. 13Warum hast du seine Mauern zerstört, dass alle von ihm lesen, die des Weges ziehen? 14Der Eber aus dem Walde zerwühlt ihn, das Wild der Wüste weidet ihn ab. 15O Gott der Heerscharen! kehre doch wieder, blicke vom Himmel und schaue und suche diesen Weinberg heim 16und stelle ihn wieder her, den deine Rechte gepflanzt, und schaue auf den Menschensohn, den du dir auferzogen hast. 17Er ist mit Feuer verbrannt und unterwühlt. Vor dem Dräuen deines Angesichts werden sie vergehen. 18Deine Hand sei über dem Manne deiner Rechten, über dem Menschensohne, den du dir auferzogen hast! 19Dann weichen wir nicht von dir, du wirst uns beleben; so wollen wir deinen Namen anrufen. 20O Herr, Gott der Heerscharen! Stelle uns wieder her, zeige dein Angesicht, so wird uns Heil werden.

Psalmen 80

1Zum Ende, für die Keltern, ein Psalm Asaphs. 2Frohlocket Gott, unserm Helfer, frohlocket dem Gott Jakobs! 3Stimmet Gesang an und lasset die Pauken ertönen, liebliche Harfe mit der Zither! 4Stoßet am Neumonde in die Posaune, am herrlichen Tage eures Festes! 5Denn so ist es Gebot für Israel und eine Satzung des Gottes Jakobs. 6Als ein Zeugnis hat er es festgesetzt in Joseph, als er auszog aus dem Lande Ägypten; eine Sprache die er nicht kannte, hörte er. 7Er befreite seinen Rücken von den Lasten, da seine Hände dienstbar waren mit dem Lastkorbe. 8In der Drangsal riefst du mich an und ich befreite dich, erhörte dich in dunkler Wetterwolke, prüfte dich bei dem Wasser des Widerspruches. 9Höre mich, mein Volk! denn ich beschwöre dich, Israel! O dass du auf mich hörtest! 10Es soll unter dir kein neuer Gott sein noch sollst du einen fremden Gott anbeten. 11Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, tue deinen Mund auf, und ich will ihn füllen. 12Aber mein Volk hörte nicht auf meine Stimme und Israel hatte nicht acht auf mich. 13Da überließ ich sie den Gelüsten ihres Herzens und sie gingen nach ihren Anschlägen dahin. 14O wenn mein Volk auf mich gehört hätte, wenn Israel auf meinen Wegen gewandelt wäre, 15so würde ich wohl wie ein Nichts seine Feinde gedemütigt und wider ihre Bedränger meine Hand gewendet haben. 16Die Feinde des Herrn müssten ihm schmeicheln und ihre Zeit sollte ewig währen, 17und er würde sie mit dem Marke des Weizens und mit Honig aus dem Felsen sättigen.

Sie möchten selbst einen Tag einlesen? Zum Lesekalender