Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 57
1Zum Ende, vertilge nicht! von David, eine Aufschrift. 2Wenn ihr ja in Wahrheit gerechten Spruch fällt, so richtet, was recht ist, ihr Menschenkinder! 3Denn ihr verübt Bosheit im Herzen, eure Hände üben Gewalttat auf Erden. 4Entfremdet sind sie als Sünder von Mutterleibe an, sie gehen irre von der Geburt an, sie reden Lügen. 5Sie wüten gleich einer Schlange, gleich einer tauben Natter, die ihr Ohr verstopft, 6die nicht auf die Stimme der Beschwörer hört und des wohlerfahrenen Zauberers. 7Gott wird ihre Zähne in ihrem Munde zerschmettern, das Gebiss der Löwen wird der Herr zerbrechen. 8Sie werden zu nichts werden wie Wasser, das verrinnt, er spannt seinen Bogen, bis sie kraftlos hinsinken. 9Wie Wachs, das zerfließt, werden sie vergehen; Feuer fällt auf sie hernieder, dass sie die Sonne nicht mehr sehen. 10Bevor eure Dornen zum Strauche heranwachsen, rafft er sie, noch in der Fülle des Lebens, im Zorne hinweg. 11Der Gerechte wird sich freuen, wenn er die Rache sieht; er wird seine Hände waschen im Blute des Sünders. 12Und man wird sprechen: Ja, wahrlich, es gibt einen Lohn für den Gerechten; wahrlich, es ist ein Gott, der sie auf Erden richtet!
Psalmen 58
1Zum Ende, vertilge nicht! von David; eine Aufschrift, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten. 2Errette mich vor meinen Feinden, o mein Gott! und von meinen Widersachern befreie mich. 3Errette mich vor den Übeltätern und gegen die Blutgierigen sei meine Hilfe. 4Denn siehe, sie lauern meinem Leben auf, die Starken überfallen mich. 5Und doch habe ich mich nicht vergangen noch versündigt, o Herr! ohne Verschuldung und gerade war mein Wandel. 6Auf, komme mir entgegen und siehe darauf, und du Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels! Suche alle Völker heim, habe kein Erbarmen mit allen, die Böses tun. 7Am Abende kehren sie zurück und leiden Hunger wie Hunde und umkreisen die Stadt. 8Siehe, sie geifern mit ihrem Munde und ein Schwert ist auf ihren Lippen, denn wer hört es? 9Aber du, Herr! lachst ihrer, du machst alle Völker zuschanden. 10Meine Stärke will ich bei dir bewahren denn du, o Gott! bist mein Schirm. 11Meines Gottes Barmherzigkeit wird mir zuvorkommen, 12Gott wird mich mein Auge weiden lassen an meinen Feinden. Töte sie nicht, dass meine Volksgenossen es nicht vergessen! Zerstreue sie durch deine Macht und bringe sie zu Falle, Herr! mein Beschützer, 13ob der Sünde ihres Mundes und der Rede ihrer Lippen. Mögen sie gefangen werden in ihrem Hochmut. Um der Verfluchungen und der Lüge willen werden sie der Vernichtung geweiht werden, 14der Vernichtung im Zorne, dass sie nicht mehr seien. Sie sollen wissen, dass Gott über Jakob herrscht und bis an die Enden der Erde! 15Am Abende kehren sie zurück und leiden Hunger wie Hunde und umkreisen die Stadt. 16Sie zerstreuen sich, um Nahrung zu suchen, und murren, wenn sie nicht satt werden. 17Ich aber will deine Stärke besingen und am frühen Morgen ob deines Erbarmens frohlocken, denn du bist mein Schirm und meine Zuflucht geworden am Tage meiner Not. 18O mein Helfer! Dir will ich lobsingen, denn du, Gott, bist mein Beschützer, mein Gott, mein Erbarmen!
Psalmen 59
1Zum Ende, auf die, welche verwandelt werden, eine Aufschrift von David zur Belehrung, 2als er das syrische Mesopotamien und Sobal verheert hatte und Joab umkehrte und im Salztale zwölftausend Edomiter erschlug. 3O Gott! du hast und verstoßen und zerrüttet, du zürntest, doch du wirst dich wieder unser erbarmen. 4Du hast das Land bewegt und es erschüttert; heile seine Brüche, denn es wankt. 5Du hast dein Volk Hartes erfahren lassen, hast uns mit Schmerzenswein getränkt. 6Doch denen, die dich fürchten, gabst du ein Panier, vor dem Bogen zu flüchten, auf dass deine Geliebten gerettet werden. 7Hilf nun mit deiner Rechten und erhöre mich! 8Gott hat verheißen in seiner Heiligkeit: Jauchzen werde ich, austeilen Sichem und vermessen das Tal der Gezelte. 9Mein ist Galaad und mein ist Manasse und Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, Juda mein König, 10Moab der Topf meiner Hoffnung, über Edom strecke ich meinen Schuh, mir sind die Fremdlinge untertan. 11Wer führt mich in die feste Stadt? wer geleitet mich bis nach Edom? 12Nicht du, o Gott! der uns verstoßen, und wirst du nicht, o Gott! mit unsern Heeren ausziehen? 13Schaffe uns Hilfe, Herr! in der Not, denn Menschenhilfe ist nichtig. 14Mit Gott wollen wir große Taten vollbringen und er wird unsere Bedränger zunichte machen!
Psalmen 60
1Zum Ende, aus Davids Liedern. 2Erhöre, o Gott! mein Flehen, hab acht auf mein Gebet! 3Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, da mein Herz in Ängsten ist. Du erhobst mich auf einen Felsen, leitetest mich; 4denn du warst meine Hoffnung, ein fester Turm gegen den Feind. 5Ich werde immerdar in deinem Zelte weilen, beschirmt sein unter dem Schatten deiner Flügel. 6Denn du, mein Gott! hast mein Gebet erhört, hast denen das Erbteil gegeben, die deinen Namen fürchten. 7Du wirst zu den Lebenstagen des Königs Tage hinzufügen, seine Jahre von Geschlecht zu Geschlecht währen lassen. 8Immerdar bleibt er vor dem Angesichte Gottes. Wer wird seine Barmherzigkeit und Treue erforschen? 9So will ich deinem Namen ewig lobsingen, auf dass ich meine Gelübde erfülle Tag um Tag.