Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 53
1Zum Ende, unter den Unterweisungsliedern Davids, 2als die Ziphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält sich David nicht bei uns verborgen? 3O Gott! durch deinen Namen errette mich und durch deine Kraft schaffe mir Recht! 4Erhöre mein Gebet, o Gott! vernimm die Worte meines Mundes. 5Denn Fremdlinge haben sich erhoben wider mich und Gewalttätige trachten mir nach dem Leben und stellen sich Gott nicht vor Augen. 6Denn siehe, Gott steht mir bei und der Herr ist der Beschützer meiner Seele. 7O wende das Böse auf meine Feinde ab und nach deiner Treue vertilge sie; 8so werde ich dir dann willig Opfer darbringen und deinen Namen preisen, o Herr! denn er ist gütig. 9Denn aus aller Drangsal rettest du mich und auf meine Feinde schaut mein Auge herab.
Psalmen 54
1Zum Ende, unter den Unterweisungsliedern Davids. 2Erhöre mein Gebet, o Gott! und verschmähe mein Flehen nicht; 3merke auf mich und erhöre mich! Ich bin betrübt in meiner Kümmernis und verwirrt 4ob der Stimme des Feindes und ob der Bedrängnis durch den Sünder. Denn sie wälzen Unheil auf mich und fallen in ihrem Grimme über mich her. 5Mein Herz ist geängstet in mir und des Todes Furcht ist auf mich gefallen. 6Furcht und Zittern kommt mich an und Finsternis umhüllt mich. 7Da sprach ich: O dass ich Flügel hätte gleich einer Taube, ich flöge fort und fände Ruhe! 8Siehe, ich fliehe fernhin und bleibe in der Wüste. 9Ich harre auf den, der mich errettet aus der Kleinmut des Geistes und dem Sturme. 10Stürze sie, Herr! mach ihre Zunge uneins, denn ich sehe Gewalttat und Hader in der Stadt. 11Tag und Nacht umkreist Bosheit ihre Mauern und in ihrer Mitte herrscht Mühsal 12und Unrecht und von ihren Plätzen weicht nicht Wucher und Betrug. 13Denn wenn mein Feind mich gelästert hätte, so wollte ich es wohl ertragen, und wenn der, welcher mich hasst, stolze Reden wider mich geführt hätte, so wollte ich mich wohl vor ihm verbergen. 14Aber du, sonst ein Herz mit mir, mein Führer und mein Vertrauter, 15der du zugleich mit mir süße Speisen genossest, die wir einträchtig in das Haus Gottes wandelten! 16Der Tod komme über sie und sie mögen lebendig in die Unterwelt hinabfahren! denn Bosheit ist in ihrer Wohnung, unter ihnen. 17Ich aber rufe zu Gott und der Herr wird mich erretten. 18Abends und morgens und mittags will ich reden und kundtun, so wird er meine Stimme erhören. 19Er wird meine Seele erlösen und in Frieden versetzen vor denen, die mir nahetreten, denn gar viele sind gegen mich. 20Gott wird mich erhören und der da vor aller Zeit ist, sie demütigen, denn sie ändern sich nicht und fürchten Gott nicht. 21er streckt seine Hand aus zur Vergeltung. Sie haben seinen Bund entweiht, 22aber durch seines Zornesblick werden sie zerstreut und sein Grimm verfolgt sie. Seine Worte sind gelinder denn Öl und gleichwohl sind sie Pfeile. 23Wirf deine Sorge auf den Herrn, und er wird dich erhalten; nicht auf immer wird er den Gerechten wanken lassen. 24Ja, du, o Gott! wirst sie hinabstürzen lassen in die Grube des Verderbens. Die Männer der Blutschuld und des Truges werden die Hälfte ihrer Lebenstage nicht erreichen, ich aber vertraue auf dich, o Herr!
Psalmen 55
1Zum Ende, für das Volk, das fern ist vom Heiligtume, eine Aufschrift Davids, als ihn die Philister zu Geth ergriffen. 2Erbarme dich meiner, o Gott! denn es treten mich die Menschen nieder, immerfort bedrängen sie mich und ängstigen mich. 3Meine Feinde bedrücken mich immerfort, denn viele sind der Streiter wider mich. 4Ich fürchte mich vor des Tages Höhe, doch ich vertraue auf dich. 5In Gott preise ich die mir gewordene Verheißung, auf Gott setze ich meine Hoffnung; ich bin ohne Furcht, was könnte Fleisch mir anhaben? 6Immerfort verfluchen sie meine Worte; alle ihre Gedanken sind wider mich zum Bösen. 7Sie kommen insgeheim zusammen, sie lauern meiner Ferse auf. Aber wie sie nach meinem Leben trachten, 8so wirst du sie mitnichten entrinnen lassen, im Zorne wirst du die Völker zermalmen. O Gott! 9Mein Leben mache ich dir kund; du brachtest meine Tränen vor dein Angesicht, sowie du auch verheißen hast. 10Dann werden meine Feinde zurückweichen am Tage, da ich zu dir rufe; siehe, ich weiß, dass du mein Gott bist. 11In Gott preise ich sein Wort, in Gott preise ich seine Verheißung; auf Gott setze ich meine Hoffnung, ich hege keine Furcht, was könnte Fleisch mir anhaben? 12Mir liegen ob, Gott! Gelübde gegen dich, Dankopfer, die ich dir darbringen will; 13denn du hast meine Seele dem Tode entrissen und meine Füße dem Falle, dass ich vor Gott im Lichte der Lebendigen Wohlgefallen finde.
Psalmen 56
1Zum Ende, vertilge nicht! von David; eine Aufschrift; als er vor Saul in die Höhle floh. 2Erbarme dich meiner, o Gott! erbarme dich meiner; denn auf dich vertraut meine Seele und unter dem Schatten deiner Flügel suche ich Zuflucht, bis das Verderben vorübergeht. 3Zu Gott, dem Allerhöchsten, rufe ich, zu Gott, der mir Gutes erweist. 4Er sendet Hilfe vom Himmel und befreit mich, gibt meine Unterdrücker der Schmach hin; Gott sendet sein Erbarmen und seine Treue; 5er reißt mich aus der jungen Löwen Mitte, in Ängsten lege ich mich nieder. Der Menschenkinder Zähne sind Waffen und Pfeile und ihre Zunge ein scharfes Schwert. 6Erhebe dich hoch über die Himmel, o Gott! und deine Herrlichkeit zeige sich über die ganze Erde. 7Sie legten meinen Füßen Fallstricke und beugten meine Seele nieder, sie gruben vor mir eine Grube und stürzten selbst in dieselbe. 8Bereit ist mein Herz, o Gott! bereit ist mein Herz, ich will singen und Psalmen spielen. 9Auf, mein Ruhm, auf, Saitenspiel und Harfe! Am frühesten Morgen will ich mich erheben. 10Ich will dich preisen unter den Völkern, o Herr! und dir lobsingen unter den Nationen, 11denn groß bis zum Himmel ist dein Erbarmen und bis zu den Wolken deine Treue. 12Erhebe dich über die Himmel, o Gott! und deine Herrlichkeit breite sich über die ganze Erde hin aus.