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Die Bibel in einem Jahr · Tag 158 von 365

Psalmen 41–44

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Psalmen 41

1Zum Ende, eine Unterweisung von den Söhnen Kores. 2Wie ein Hirsch nach Wasserquellen lechzt, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott! 3Meine Seele dürstet nach Gott, den Starken, dem Lebendigen; wann werde ich hingelangen und vor Gottes Angesicht erscheinen? 4Meine Tränen wurden mir zur Speise Tag und Nacht, da man Tag um Tag zu mir sagte: Wo ist dein Gott? 5Dessen bin ich eingedenk und lasse mein Herz in Schmerz zerfließen, dass ich wandeln möchte zur Stätte des wunderbaren Zeltes, hinan zum Hause Gottes, unter Jauchzen und Lobgesang und Festesjubel. 6Warum bist du so traurig, meine Seele, und warum verwirfst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, meines Angesichtes Heil 7und mein Gott. Meine Seele ist verwirrt in mir, darum gedenke ich deiner vom Jordanlande und vom Hermon her, dem kleinen Berg. 8Eine Flut ruft die andere beim Rauschen deiner Wasserfälle, alle deine hohen Wogen und seine Fluten stürmten über mich dahin. 9Am Tage entbietet mir der Herr seine Huld und des Nachts Lobgesang auf ihn, innerliches Gebet zu dem Gott meines Lebens. 10Ich spreche zu Gott: O du, mein Helfer, warum hast du mein vergessen? Und warum muss ich traurig einhergehen, indes mich der Feind bedrängt? 11Indes meine Gebeine zermalmt werden, da mich meine Feinde schmähen, die mich bedrängen, indem sie mir alle Tage sagen: Wo ist dein Gott? 12Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirfst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott!

Psalmen 42

1Ein Psalm Davids. Schaffe mir Recht, o Gott! und entscheide meine Sache gegen ein unheiliges Volk, von dem Manne des Unrechtes und des Truges rette mich. 2Denn du, o Gott! bist meine Stärke; warum hast du mich verstoßen? Und warum muss ich trauernd einhergehen, da der Feind mich bedrängt? 3sende dein Licht und deine Wahrheit aus, sie sollen mich leiten und hinführen zu deinem heiligen Berge und zu deinem Gezelte. 4Und ich werde hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der meiner Jugend Freude bereitet, ich werde dir lobsingen auf der Harfe, o Gott, mein Gott! 5Warum bist du traurig, meine Seele, und warum verwirfst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen; er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott.

Psalmen 43

1Zum Ende von den Söhnen Kores, zur Unterweisung. 2O Gott! mit unsern Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Großtaten, die du vollbracht in ihren Tagen und in den Tagen der Vorzeit. 3deine Hand vertrieb die Völker und du pflanztest sie dafür ein, du züchtigtest die Völker, sie aber ließest du emporwachsen. 4Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land in Besitz genommen und ihr Arm hat ihnen nicht Heil geschafft, sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichtes, denn du hattest an ihnen Wohlgefallen. 5Du bist ja mein König und mein Gott, der Heil entbietet in Jakob. 6Durch dich stoßen wir unsere Feinde nieder und durch deinen Namen verachten wir die, welche sich wider uns erheben. 7Denn nicht auf meinen Bogen setze ich mein Vertrauen und mein Schwert kann mir nicht Rettung bringen, 8sondern du befreist uns von unsern Drängern und machst sie zuschanden, die uns hassen. 9Gottes rühmen wir uns allezeit und deinen Namen preisen wir ewiglich. 10Jetzt aber hast du uns verstoßen und zuschanden gemacht und ziehest, o Gott! nicht aus mit unsern Heeren. 11Du lässest uns zurückweichen vor unsern Feinden, und die uns hassen, haben sich Beute gewonnen. 12Du gabst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreutest uns unter die Völker. 13Du hast dein Volk verkauft für nichts und es war kein Gewinn bei seiner Dahingabe. 14Du hast uns zum Gespött gemacht bei unsern Nachbarn, zum Spott und Gelächter bei denen, die um uns her sind. 15Du machtest uns zum Sprichwort den Heiden, zum Gegenstand des Kopfschüttelns unter den Völkern. 16Den ganzen Tag steht meine Schmach vor mir und Schamröte bedeckt mein Angesicht 17ob der Stimme des Höhnenden und Beschimpfenden, im Angesichte des Feindes und Verfolgers. 18Dies alles ist über uns gekommen, obschon wir deiner nicht vergessen und nicht treulos gehandelt hatten an deinem Bunde. 19Unser Herz ist nicht zurückgewichen, dennoch ließest du unsere Pfade von deinem Wege abweichen. 20Denn du hast uns niedergebeugt an der Stätte der Trübsal und Todesschatten hat uns bedeckt. 21Wenn wir des Namens unsers Gottes vergessen und unsere Hände ausgestreckt hätten zu einem andern Gott, 22würde Gott dies nicht erforschen? Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens. Um deinetwillen werden wir immerfort hingewürgt, werden geachtet wie Schlachtschafe. 23Wache auf! Warum schläfst du, Herr? Wache auf und verwirf uns nicht auf immerdar! 24Warum wendest du dein Antlitz ab, vergissest unseres Elendes und unserer Drangsal? 25Denn bis zum Staube ist unsere Seele gebeugt, es fleht am Boden unser Leib. 26Erhebe dich, o Herr! hilf uns und erlöse um deines Namens willen.

Psalmen 44

1Zum Ende, auf die, welche verwandelt werden, von den Söhnen Kores zur Unterweisung, ein Lobgesang auf den Geliebten. 2Mein Herz strömt ein gutes Wort aus, dem Könige gilt mein Lied. Meine Zunge ist wie der Griffel des Schnellschreibers. 3Schön von Gestalt bist du, mehr als die Menschenkinder, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat dich Gott gesegnet auf ewig. 4Gürte dein Schwert um deine Hüfte, Gewaltigster! 5In deiner Wohlgestalt und deiner Schönheit ziehe aus, schreite glücklich fort und herrsche siegreich, für Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich wunderbar leiten. 6Deine Pfeile sind scharf, Völker stürzen unter dir, sie dringen tief ins Herz der Feinde des Königs. 7Dein Thron, o Gott! steht festgegründet ewiglich, ein Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Königtums. 8Du liebst Gerechtigkeit und hassest Unrecht, darum hat dich, Gott, dein Gott, mit Freudenöl gesalbt vor deinen Genossen. 9Es duften Myrrhe, Aloe und Kassia aus deinen Gewändern, aus Elfenbeinpalästen, von dort erfreuten dich 10die Königstöchter in deiner Herrlichkeit. Zu deiner Rechten steht die Königin in goldgewirktem Kleide, umgeben von bunter Pracht. 11Höre, o Tochter! und flehe und neige dein Ohr und vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! 12Der König wird nach deiner Schönheit verlangen, denn er ist der Herr, dein Gott, und ihn wird man anbeten. 13Die Töchter von Tyrus werden sich mit Gaben um deine Gunst bemühen, alle Reichen des Volkes. 14Ganz Herrlichkeit ist die Königstochter im Innern, mit goldenem Saume geziert, 15ist sie mit bunten Kleidern angetan. Hinter ihr her werden Jungfrauen zu dem Könige geführt, ihre Genossinnen werden zu dir gebracht, 16unter Freude und Frohlocken werden sie herzugeführt, hineingeleitet in den Palast des Königs. 17an deiner Väter Statt werden dir Söhne geboren, du wirst sie zu Fürsten setzen über das ganze Land. 18Sie werden deines Namens gedenken von Geschlecht zu Geschlecht, darum werden die Völker dich preisen immerdar und ewig.

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