Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 37
1Ein Psalm Davids, zur Erinnerung, für den Sabbat. 2O Herr! straf mich nicht in deinem Grimme und züchtige mich nicht in deinem Zorne, 3denn deine Pfeile stecken tief in mir und schwer hast du deine Hand auf mich gelegt. 4Nichts blieb unversehrt an meinem Leibe vor deinem Zorne, kein Frieden ist in meinen Gebeinen ob meiner Sünden. 5Denn meine Verschuldungen übersteigen mein Haupt und lasten gleich einer schweren Bürde auf mir. 6Meine Wunden infolge meiner Torheit sind faul und eitern. 7Ich bin elend geworden und überaus gebeugt, den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. 8Denn voll von Täuschung sind meine Lenden und nichts Gesundes ist an meinem Fleische. 9Ich bin überaus bedrängt und niedergebeugt, ich schreie laut auf ob des Kummers meines Herzens. 10O Herr! Dir ist all mein Sehnen offenbar und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 11Mein Herz ist verwirrt, meine Kraft hat mich verlassen und selbst das Licht meiner Augen ist nicht mehr bei mir. 12Meine Freunde und meine Nächsten nahten sich wider mich und blieben stehen, und die mir nahe waren, hielten sich fern; 13und die mir nach dem Leben trachteten, wendeten Gewalt an; die mir Böses wünschten, redeten Eitles und sprachen Trug immerfort. 14Ich aber hörte nicht, einem Tauben gleich, und war wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. 15Ich ward wie ein Mensch, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 16Denn auf dich, o Herr! vertraue ich; du wirst mich erhören, o Herr, mein Gott! 17Denn ich sprach: Mögen meine Feinde nicht frohlocken über mich! denn wenn meine Füße wanken, werden sie groß sprechen über mich. 18Denn ich bin der Geißelstreiche gewärtig und mein Schmerz ist allezeit vor mir. 19Ich will meine Missetaten kundgeben und meiner Sünde wegen Sorge hegen. 20Meine Feinde aber leben und sind mächtiger geworden als ich und zahlreich sind, die mich ungerecht hassen. 21Indem sie Gutes mit Bösem vergelten, reden sie mir übel nach, weil ich dem Guten nachstrebe. 22Verlass mich nicht, Herr, mein Gott! entferne dich nicht von mir. 23Habe acht auf meine Hilfe, o Herr, du Gott meines Heiles!
Psalmen 38
1Zum Ende, für Idithun, ein Gesang Davids. 2Ich sprach: Ich will auf meine Wege acht haben, dass ich nicht mit meiner Zunge sündige. Ich setzte meinem Mund eine Hut, da der Sünder sich mir entgegenstellte. 3Ich verstummte und beugte mich und schwieg, fern vom Glück; aber mein Schmerz erneuerte sich. 4Mein Herz erglühte in meinem Innern und durch mein Sinnen entbrannte Feuer. 5Ich sprach mit meiner Zunge: Tue mir, Herr! mein Ende kund, und welches die Zahl meiner Tage ist, damit ich wisse, was mir abgeht. 6Siehe, du hast meinen Tagen ein Maß gesetzt und mein Wesen ist wie nichts vor dir! Wahrlich, alles ist Eitelkeit, ein jeder Mensch, der lebt! 7Wahrlich, nur als ein Schattenbild geht der Mensch vorüber und umsonst macht er sich Unruhe; er häuft Schätze auf und weiß nicht, für wen er sie sammelt! 8Und nun, was ist meine Zuversicht? Ist´s nicht der Herr? denn der Grund meiner Festigkeit bist du. 9Von allen meinen Missetaten errette mich, dem Toren ließest du mich zum Hohne werden. 10Ich bin verstummt und tat meinen Mund nicht auf, denn du hast es getan! 11Nimm deine Plagen von mir! 12Durch die Stärke deiner Hand bin ich kraftlos geworden unter der Züchtigung. Um seiner Missetat willen strafst du den Menschen und lässest wie ein Spinnengewebe sein Leben vergehen; fürwahr, umsonst bekümmert sich jeder Mensch! 13Erhöre mein Gebet, o Herr! und mein Flehen, lass mein Weinen zu deinen Ohren dringen. Schweige nicht, denn ein Fremdling bin ich bei dir und ein Pilger, wie meine Väter alle. 14Lass ab von mir, dass ich noch Erquickung finde, ehe ich hingehe und nicht mehr bin!
Psalmen 39
1Zum Ende, ein Psalm Davids. 2Sehnsüchtig harrte ich auf den Herrn und er merkte auf mich. 3Und er erhörte mein Gebet und zog mich heraus aus der Grube des Elends, aus schlammigem Kote und stellte meine Füße auf Felsengrund und machte meine Schritte sicher. 4Und er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang auf unsern Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den Herrn ihr Vertrauen setzen. 5Glückselig der Mann, der seine Hoffnung auf den Namen des Herrn setzt und seinen Blick nicht auf Eitles wendet und auf trügerischen Aberwitz. 6Viele Wunder hast du getan, o Herr, mein Gott! und niemand ist, der dir gleich wäre in deinen Gedanken. Wollte ich sie verkünden und von ihnen reden, so sind ihrer zuviel, als dass ich sie aufzählen könnte. 7Nicht Schlachtopfer und Speiseopfer hast du verlangt, doch Ohren hast du mir bereitet; Brandopfer und Sündopfer begehrst du nicht. 8Da sprach ich: Siehe, ich komme! In der Buchrolle ist von mir geschrieben, 9ich komme, deinen Willen zu tun. Mein Gott! ich will es und dein Gesetz ist in meines Herzens Mitte. 10Ich verkünde deine Gerechtigkeit in großer Versammlung, siehe, ich wehre meinen Lippen nicht. Herr! du weißt es. 11Deine Gerechtigkeit habe ich nicht in meinem Herzen verborgen, deine Wahrhaftigkeit und dein Heil habe ich gepriesen. Ich habe deine Barmherzigkeit und deine Wahrhaftigkeit nicht verborgen vor zahlreicher Versammlung. 12Du aber, Herr! lass deine Erbarmungen nicht fern sein von mir, dein Erbarmen und deine Treue werden mich immerdar schützen. 13Denn Übel ohne Zahl halten mich umgeben, meine Sünden haben mich ergriffen und ich vermag nicht mehr zu sehen. Sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes und mein Mut hat mich verlassen. 14Lass es dir gefallen, o Herr! mich zu erretten, o Herr! habe acht, mir zu helfen. 15Es sollen schamrot und zuschanden werden allzumal, die mir nach dem Leben trachten, um es wegzuraffen. Es mögen zurückweichen und beschämt werden, die mir Übles wollen. 16Es mögen alsbald ihre Schande tragen, die zu mir sagen: Ha, ha! 17Frohlocken mögen und sich freuen über dich alle, die dich suchen, und die deine Hilfe lieben, mögen immerdar rufen: Hochgelobt sei der Herr! 18Ich aber, bin ich auch ein Bettler und armselig, so ist doch der Herr für mich besorgt. Du bist mein Helfer und mein Beschirmer, mein Gott, säume nicht!
Psalmen 40
1Zum Ende, ein Psalm von David. 2Glückselig, wer des Armen und Dürftigen gedenkt, am Tage des Unglücks wird ihn der Herr erretten. 3Der Herr behüte ihn und erhalte ihn am Leben und mache ihn glücklich im Lande und gebe ihn nicht der Willkür seiner Feinde preis. 4Der Herr bringe ihm auf seinem Schmerzensbette Hilfe, sein ganzes Lager wandelst du bei seiner Krankheit. 5Ich sprach: Herr! erbarme dich meiner, heile meine Seele, denn ich habe wider dich gesündigt. 6Meine Feinde redeten wider mich Böses: „Wann wird er sterben und sein Name untergehen?“ 7Und kam jemand, nach mir zu schauen, so redete er Trug und sein Herz sammelte sich Bosheit. Er ging hinaus und redete 8davon mit seinen Genossen. Es flüsterten alle meine Feinde wider mich, sie sannen wider mich Unheil. 9Sie redeten wider mich ein gottloses Wort: Der jetzt darniederliegt, wird doch nicht wieder aufstehen? 10Selbst der, mit dem ich in Frieden lebte, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, verübte große Hinterlist wider mich. 11Du aber, o Herr! erbarme dich meiner und hilf mir wieder auf, dass ich ihnen vergelte. 12Daran erkenne ich, dass du Wohlgefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich frohlocken wird. 13Mich aber hast du um meiner Unschuld willen aufrecht gehalten und mich auf ewig vor deinem Angesichte gefestigt. 14Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, Amen!