Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
1. Makkabäer 9
1Inzwischen hörte Demetrius, dass Nikanor und sein Heer im Streite gefallen sei, und sandte Bacchides und Alkimus zum zweiten Male nach Judäa und den rechten Flügel mit ihnen. 2Diese schlugen den Weg ein, der nach Galgala führt, und lagerten sich vor Masaloth, welches in Arbela liegt, und nahmen es ein und töteten viele Menschen. 3Im ersten Monate des hundertzweiundfünfzigsten Jahres lagerten sie sich bei Jerusalem. 4Doch brachen sie bald auf und zogen nach Berea, zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend Reiter. 5Judas aber hatte sein Lager in Laisa aufgeschlagen und es waren bei ihm dreitausend auserlesene Männer. 6Da diese nun sahen, wie stark das Heer war, dass sie sehr zahlreich seien, fürchteten sie sich sehr und viele verließen das Lager, so dass nur achthundert Mann übrigblieben. 7Als Judas sah, dass sein Lager zusammengeschmolzen sei und dass er zum Kampfe gedrängt werde, ward er sehr bekümmert, denn er hatte nicht Zeit, sie wieder zu sammeln, und er war entmutigt. 8Und er sprach zu den Übriggebliebenen: Auf, lasset uns unsern Widersachern entgegenziehen, ob wir sie etwa zu bekämpfen vermögen. 9Diese aber suchten ihn davon abzubringen und sprachen: Wir vermögen es nicht, sondern lass uns jetzt unser eigenes Leben retten und zu unsern Brüdern zurückkehren, alsdann wollen wir wiederkommen und wider sie kämpfen; denn unser sind so wenig. 10Judas sprach: Fern sei es von mir, das zu tun, dass wir vor ihnen fliehen sollten. Ist unsere Zeit gekommen, so lasset uns mannhaft für unsere Brüder sterben und keinen Flecken unserer Ehre anhängen! 11So brach das Heer aus dem Lager auf und jene nahmen ihnen gegenüber Aufstellung, die Reiterei aber teilte sich in zwei Teile, die Schleuderer und die Bogenschützen zogen dem Heere voran und die Tapfersten standen in der vordersten Schlachtreihe. 12Bacchides war auf den rechten Flügel und die Schlachtreihe rückte von beiden Seiten her vor, während die Trompeten schmetterten. 13Auch die Leute des Judas stießen in die Trompeten, so dass die Erde vom Getöse der Heere bebte, und der Kampf begann und dauerte vom Morgen bis zum Abend. 14Da nun Judas sah, dass der stärkere Teil des Heeres des Bacchides auf der rechten Seite war, sammelten sich alle die Mutigsten um ihn 15und der rechte Flügel ward von ihnen geschlagen und er verfolgte sie bis an den Berg von Azot. 16Als aber die, welche auf dem linken Flügel waren, sahen, dass der rechte Flügel geschlagen sei, fielen sie Judas und seinen Gefährten in den Rücken. 17Da wurde der Kampf heftig und es fielen viele Erschlagene auf beiden Seiten. 18Auch Judas fiel und die übrigen flohen. 19Jonathas und Simon aber trugen ihren Bruder Judas hinweg und begruben ihn im Begräbnis ihrer Väter in der Stadt Modin. 20Und das ganze Volk Israel beweinte ihn mit großer Wehklage und trauerte lange Zeit. 21Und sie sprachen: Wie ist der Held gefallen, der Retter des Volkes Israel! 22Die übrige Geschichte der Kämpfe Judas und der Großtaten, die er vollbracht, und seiner Größe ist nicht aufgeschrieben, denn es war desselben sehr viel. 23Und es begab sich nach dem Tode des Judas, dass die Ruchlosen im ganzen Lande Israel sich erhoben und dass alle Übeltäter offen hervortraten. 24In jener Zeit entstand eine sehr große Hungersnot und das ganze Land ergab sich mit ihnen an Bacchides. 25Er aber erwählte gottlose Männer und setzte sie als Herren des Landes ein. 26Diese suchten und forschten nach den Freunden des Judas und brachten diese vor Bacchides, der sich an ihnen rächte und sie verhöhnte. 27Und es kam eine große Bedrängnis über Israel, dergleichen keine gewesen, seitdem kein Prophet mehr in Israel erschienen. 28Da versammelten sich alle Freunde des Judas und sprachen zu Jonathas: 29Seitdem dein Bruder Judas gestorben, ist kein Mann seinesgleichen da, der gegen unsere Feinde, gegen Bacchides und die, welche Feinde unseres Volkes sind, ausziehen möchte. 30Darum haben wir dich heute erwählt, dass du an seiner Statt unser Oberhaupt und Anführer seiest, unsern Krieg zu führen. 31Da übernahm Jonathas zu jener Zeit die Führerschaft und trat an seines Bruders Judas Stelle. 32Als Bacchides dies erfuhr, suchte er ihn zu töten. 33Aber Jonathas und sein Bruder Simon und alle, die bei ihm waren, erfuhren es und flohen in die Wüste Thekua und lagerten sich bei dem Wasser der Zisterne Asphar. 34Dies erfuhr Bacchides und zog mit seinem ganzen Heere am Tage des Sabbats über den Jordan. 35Jonathas nämlich hatte seinen Bruder als Anführer des Volkes abgesandt, um die Nabuthäer, seine Freunde, zu bitten, dass sie ihnen ihre Habe überlassen dürften, die sehr groß war. 36Da zogen die Söhne Jambris aus Madaba aus und nahmen Johannes mit allem, was er hatte, gefangen und führten es mit sich fort. 37Nach diesen Ereignissen war dem Jonathas und seinem Bruder Simon berichtet worden, dass die Söhne Jambris eine große Hochzeit feierten und als Braut die Tochter eines großen Fürsten Kanaans aus Madaba mit großem Gepränge heimholten. 38Da gedachten sie des Blutes ihres Bruders Johannes und zogen hinauf und verbargen sich in einem Schlupfwinkel des Gebirges. 39Und als sie ihre Augen erhoben und ausschauten, siehe, da war Lärm und großer Prunk; der Bräutigam kam mit seinen Freunden und Verwandten daher und zog jenen entgegen mit Pauken und Musikinstrumenten und vielen Waffen. 40Da erhoben sie sich aus dem Hinterhalte und überfielen jene und schlugen sie, und viele fielen verwundet, indes die übrigen in das Gebirge flohen, und sie bemächtigten sich aller ihrer Beute. 41So ward die Hochzeit in Trauer verwandelt und der Jubel ihrer Musik in Wehklage. 42Nachdem sie so Rache genommen für das Blut ihres Bruders, kehrten sie an das Ufer des Jordans zurück. 43Als Bacchides dies erfuhr, zog er an einem Sabbattage an das Ufer des Jordans mit großer Heeresmacht. 44Da sprach Jonathas zu den Seinigen: Auf, lasset uns gegen unsere Feinde kämpfen, denn heute ist es nicht wie gestern und ehedem. 45Denn seht, der Kampf droht uns, das Wasser des Jordans aber umgibt uns auf beiden Seiten, dazu die sumpfigen Ufer und der Wald, so ist kein Raum, um auszuweichen. 46So rufet denn zum Himmel, dass ihr aus der Hand eurer Feinde errettet werdet! Und es kam zur Schlacht. 47Da streckte Jonathas seine Hand aus, den Bacchides zu schlagen, doch dieser wich vor ihm zurück. 48Jonathas aber sprang mit den Seinigen in den Jordan und sie durchschwammen den Jordan vor ihren Augen. 49An jenem Tage fielen auf Bacchides Seite tausend Mann und sie kehrten nach Jerusalem zurück 50und bauten feste Städte in Judäa, die Feste bei Jericho und Ammaus und Bethoron und Bethel und Thamnata und Phara und Thopo, mit hohen Mauern und Toren und Riegeln. 51Und er legte Besatzungen hinein, um Israel zu befehden. 52Auch befestigte er die Stadt Bethsura und Gazara und die Burg und legte Truppen in dieselben und versah sie mit Lebensmitteln. 53Auch nahm er die Söhne der Vornehmsten im Lande zu Geiseln und setzte sie in die Burg zu Jerusalem in Gewahrsam. 54Und im hundertunddreiundfünfzigsten Jahre im zweiten Monate befahl Alkimus, die Mauer des innern Vorhofes niederzureißen und das Werk der Propheten zu zerstören und er fing an, es abzubrechen. 55Zu derselben Zeit ward Alkimus geschlagen, seinen Plänen ward ein Ziel gesetzt, sein Mund ward geschlossen und er ward gelähmt und konnte kein Wort mehr reden noch Verfügungen treffen über sein Haus. 56So starb Alkimus zur selben Zeit unter großen Qualen. 57Da nun Bacchides sah, dass Alkimus gestorben war, kehrte er zum Könige zurück und das Land hatte zwei Jahre Ruhe. 58Alle Gottlosen aber hielten miteinander Rat und sprachen: Sehet, Jonathas und seine Genossen wohnen in Ruhe voll Zuversicht, so lasset uns nun Bacchides herbeiholen, dass er sie alle in einer Nacht gefangen nehme. 59Sie zogen hin und hielten mit ihm Rat. 60Da brach er auf, um mit großer Heeresmacht zu kommen, und sandte heimlich Briefe an seine Verbündeten in Judäa, dass sie den Jonathas und seine Gefährten gefangen nähmen. Aber sie vermochten es nicht, denn ihr Anschlag war jenen kund geworden. 61Und er ergriff fünfzig von den Männern des Landes, den Anstiftern der Bosheit, und tötete sie. 62Jonathas aber und Simon und ihre Genossen zogen sich nach Bethbessen in der Wüste zurück und sie erbauten den zerstörten Teil der Stadt und befestigten ihn. 63Als Bacchides dies erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch die, welche von Judäa waren, auf. 64Und er kam und belagerte Bethbessen und berannte es viele Tage lang und errichtete Maschinen. 65Jonathas aber ließ seinen Bruder Simon in der Stadt zurück und zog in das offene Land und kam mit einer geringen Anzahl. 66Er schlug Odaren samt dessen Brüdern und die Söhne Phaserons in ihren Gezelten und er begann, zu siegen und an Macht zu wachsen. 67Simon aber machte mit seinen Genossen einen Ausfall aus der Stadt, verbrannte die Maschinen 68und kämpfte gegen Bacchides und dieser ward von ihnen geschlagen und sie bedrängten ihn hart, denn sein Plan und sein Angriff war missglückt. 69Da ergrimmte er über die ruchlosen Männer, welche ihm den Rat gegeben, in ihr Land zu kommen, und tötete viele aus ihnen; er selbst aber gedachte, mit den übrigen in sein Land abzuziehen. 70Als Jonathas dies erfuhr, sandte er an ihn Gesandte, dass er mit ihm Frieden schließen und ihm die Gefangenen zurückgeben möchte. 71Jener willigte gern ein und tat nach seinem Vorschlage und schwor, ihm kein Leid mehr zuzufügen sein Leben lang. 72Alsdann gab er ihm die Gefangenen zurück, welche er früher aus dem Lande Juda weggeführt hatte, zog wieder in sein Land ab und kam nicht mehr in ihr Gebiet. 73So hatte nun der Krieg für Israel ein Ende und Jonathas wohnte in Machmas und begann, daselbst das Volk zu richten und vertilgte die Gottlosen aus Israel.
1. Makkabäer 10
1Im hundertsechzigsten Jahre zog Alexander, der Sohn des Antiochus, welcher der Erlauchte genannt ward, heran und nahm Ptolemais ein, sie nahmen ihn auf und er ward daselbst König. 2Als dies der König Demetrius hörte, zog er ein zahlreiches Heer zusammen und zog ihm entgegen zum Kampfe aus. 3Auch sandte Demetrius einen Brief an Jonathas mit friedlichen Worten, um ihn zu ehren. 4Denn er dachte: Wir müssen eher mit ihm Frieden schließen, als er sich gegen uns an Alexander anschließt. 5Denn er wird all des Bösen gedenken, das wir ihm, seinem Bruder und seinem Volke getan haben. 6So gab er ihm volle Macht, ein Heer zu sammeln, Waffen zu schaffen und sein Bundesgenosse zu sein und befahl, ihm die Geiseln, die sich in der Burg befanden, auszuliefern. 7Jonathas kam nach Jerusalem und las den Brief vor den Ohren des ganzen Volkes und derer vor, welche in der Burg waren. 8Diese erschraken sehr, als sie hörten, dass der König ihm Vollmacht gegeben, ein Heer zu sammeln. 9Dann überlieferte man dem Jonathas die Geiseln und er gab sie ihren Eltern zurück. 10So wohnte Jonathas zu Jerusalem und begann, die Stadt zu bauen und wiederherzustellen. 11Und er befahl den Werkleuten, die Mauern aufzurichten und den Berg Sion ringsum mit Quadersteinen zur Befestigung zu umgeben. Sie taten also. 12Da flohen die Fremdlinge, welche sich in den Festen befanden, die Bacchides erbaut hatte, 13und ein jeglicher verließ seinen Ort und zog fort in seine Heimat. 14Nur in Bethsura blieben einige von denen zurück, welche das Gesetz und die Gebote Gottes verlassen hatten, denn dies diente ihnen als Zufluchtsstätte. 15Inzwischen hörte der König Alexander von den Versprechungen, welche Demetrius dem Jonathas gemacht hatte, und man erzählte ihm von den Kämpfen und Heldentaten, welche dieser und seine Brüder verrichtet, und von den Mühseligkeiten, welche sie erduldet hatten. 16Da sprach er: Sollten wir wohl noch einen solchen Mann finden? So wollen wir ihn denn jetzt zu unserem Freunde und Bundesgenossen machen! 17Hierauf schrieb er einen Brief und sandte denselben an ihn des Inhalts: 18König Alexander entbietet dem Bruder Jonathas seinen Gruß! 19Wir haben von dir vernommen, dass du ein Mann groß an Macht bist und geeignet, unser Freund zu sein. 20So bestellen wir dich denn heute zum Hohenpriester deines Volkes und du sollst der Freund des Königs heißen (dazu sandte er ihm ein Purpurgewand und eine goldene Krone), halte treu zu uns und wahre uns deine Freundschaft. 21Da legte Jonathas am siebten Monate des hundertundsechzigsten Jahres am Laubhüttenfeste das heilige Gewand an, sammelte ein Heer und veranstaltete große Rüstungen. 22Als Demetrius von all diesen Vorkommnissen Kunde erhielt, ward er überaus betrübt und sprach: 23Was haben wir doch getan, dass uns Alexander zuvorgekommen ist und mit den Juden Freundschaft zu seiner Unterstützung geschlossen hat? 24Auch ich will Worte der Bitte an sie richten und ihnen Würden und Geschenke verheißen, dass sie mir Beistand leisten. 25Er schrieb also an sie folgendermaßen: König Demetrius entbietet dem Volke der Juden seinen Gruß! 26Dass ihr den Vertrag mit uns gehalten und in unserer Freundschaft geblieben und nicht zu unsern Feinden übergegangen seid, haben wir vernommen und haben uns darüber gefreut. 27Fahret nun fort, uns Treue zu bewahren, so werden wir euch Gutes vergelten für das, was ihr uns gegenüber getan. 28Wir wollen euch vielfältig Erlass gewähren und euch Geschenke geben. 29Und zwar befreie ich euch und alle Juden hiermit von den Abgaben und erlasse euch den Preis des Salzes und verzichte auf die Kronen und auf den dritten Teil des Getreides 30sowie auf die Hälfte der Baumfrüchte, die zu meinem Einkommen gehören; ich erlasse es euch vom heutigen Tage an und in Zukunft, so dass nichts mehr von dem Lande Juda und von den drei ihm aus Samaria und Galiläa zugeteilten Landschaften erhoben werden soll von dem heutigen Tage bis auf ewige Zeiten. 31Jerusalem aber soll samt seinem Gebiete heilig und frei sein und die Zehnten und Abgaben für sich behalten. 32Auch begebe ich mich der Gewalt über die Burg in Jerusalem und überliefere sie dem Hohenpriester, dass er Männer in dieselbe hineinlege, die er selbst erwählt, sie zu bewachen. 33Dazu gebe ich alle Juden, die aus dem Lande Juda in mein ganzes Reich gefangen weggeführt sind, ohne Entgelt frei, und allen seien die Abgaben erlassen, auch für ihr Vieh. 34Und alle Feste, Sabbate, Neumonde und festgesetzten Tage, dann drei Tage vor jedem Feste, sowie drei Tage nach jedem Feste, sie alle sollen Tage der Befreiung und des Erlasses sein für alle Juden in meinem Reiche. 35Und niemand soll Macht haben, etwas wider sie zu unternehmen oder einen von ihnen zu belästigen wegen irgend eines Rechtshandels. 36Ferner sollen von den Juden bei dreißigtausend Mann in das Heer des Königs eingereiht werden und es soll ihnen Sold gegeben werden, wie er allen Kriegsleuten des Königs gebührt. Einige von ihnen sollen in die Festungen des großen Königs gelegt werden, 37andere zu Vertrauensämtern des Reiches, andere von ihnen zu Anführern bestellt werden, auch mögen sie nach ihren Gesetzen leben, wie der König für das Land Juda angeordnet hat. 38Auch die drei von dem Lande Samaria zu Judäa geschlagenen Bezirke sollen als zu Judäa gehörig gelten, so dass sie unter einem Herrn stehen und keiner Gewalt gehorchen als der des Hohenpriesters. 39Ptolemais und das dazu gehörige Gebiet gebe ich dem Heiligtume in Jerusalem als Geschenk zu den für das Heiligtum nötigen Ausgaben. 40Ich meinerseits gebe alljährlich fünfzehntausend Sekel Silbers aus den Einkünften des Königs, die mir zukommen. 41Und alles, was rückständig ist, was die Beamten nicht in den vorhergehenden Jahren abgeliefert haben, sollen sie von jetzt an zum Bedarfe des Tempels geben. 42Überdies sollen die fünftausend Sekel Silbers, welche man jährlich von dem Einkommen des Heiligtums nahm, den Priestern gehören, welche Dienst tun. 43Und alle, welche in den Tempel zu Jerusalem und dessen ganzen Bereich flüchten, sollen, wenn sie dem Könige in irgend einer Sache pflichtig sind, frei sein samt allem, was sie in meinem Reiche besitzen. 44Auch zum Bau und zur Wiederherstellung der Gebäude des Heiligtums sollen die Kosten aus den Einkünften des Königs bestritten werden. 45Desgleichen sollen zum Bau der Mauern Jerusalems und zu ihrer Befestigung ringsum und ebenso zum Bau der Mauern in Judäa die Kosten aus dem Einkommen des Königs bestritten werden. 46Als Jonathas und das Volk diese Worte vernahmen, trauten sie ihnen nicht und nahmen sie nicht an, denn sie gedachten des großen Unheils, welches er Israel zugefügt, und wie schwer er sie bedrängt hatte. 47So hielten sie es mit Alexander, weil dieser als erster Friedensworte an sie gerichtet hatte, und leisteten ihm alle Zeit Hilfe. 48König Alexander aber sammelte ein großes Heer und schlug Demetrius gegenüber sein Lager auf. 49Als nun die beiden Könige sich eine Schlacht lieferten, floh das Heer des Demetrius, Alexander aber verfolgte es und brachte ihm eine schwere Niederlage bei. 50Der Kampf dauerte in großer Heftigkeit an, bis die Sonne unterging, und Demetrius fiel an diesem Tage. 51Da sandte Alexander an Ptolemäus, den König von Ägypten, Gesandte mit dieser Botschaft: 52Da ich in mein Reich zurückgekehrt bin und den Thron meiner Väter eingenommen, die Herrschaft erlangt, auch Demetrius geschlagen und unser Land in Besitz genommen habe, 53nachdem ich ihm ein Treffen geliefert und ihn und sein Heer geschlagen und nunmehr den Thron seines Reiches in Besitz genommen habe, 54so wollen wir miteinander Freundschaft schließen. Gib mir daher deine Tochter zum Weibe, dass ich dein Eidam werde, und ich will dir und ihr deiner würdige Geschenke geben. 55Darauf antwortete der König Ptolemäus und ließ ihm sagen: Glücklich der Tag, an dem du in das Land deiner Väter heimgekehrt bist und dich auf den Thron ihres Reiches gesetzt hast. 56So will ich dir denn erfüllen, was du geschrieben; doch komme mir entgegen nach Ptolemais, damit wir uns einander sehen und ich dich zu meinem Schwiegersohn mache, wie du gesagt hast. 57Und Ptolemäus zog aus Ägypten mit seiner Tochter Kleopatra und kam nach Ptolemais im hundertzweiundsechzigsten Jahre. 58König Alexander kam ihm entgegen und jener gab ihm seine Tochter Kleopatra und veranstaltete ihre Hochzeit in Ptolemais, wie Könige pflegen, mit großer Pracht. 59Der König Alexander aber schrieb an Jonathas, dass dieser ihm entgegenkommen solle. 60So zog er denn mit Gepränge nach Ptolemais und traf daselbst die beiden Könige und gab ihnen viel Silber und Gold und Geschenke und fand Gnade vor ihnen. 61Da rotteten sich wider ihn heillose Männer aus Israel zusammen, gottlose Männer, um ihn zu verklagen; aber der König achtete nicht auf sie. 62Vielmehr befahl er, Jonathas seine Kleider abzunehmen und ihn mit Purpur zu bekleiden, und man tat also. Alsdann ließ der König ihn neben sich setzen 63und sprach zu seinen Fürsten: Ziehet mit ihm aus in die Mitte der Stadt und rufet aus, dass niemand wider ihn etwas vorbringe in irgendeiner Sache und niemand ihn wegen irgendeiner Angelegenheit belästigen dürfe. 64Und es geschah, als seine Ankläger seine Ehre sahen, die man kundtat, und dass er in Purpur gekleidet sei, flohen sie alle, 65der König aber erwies ihm hohe Ehren und schrieb ihn unter seine ersten Freunde und machte ihn zum Feldherrn und Mitfürsten. 66Hierauf kehrte Jonathas in Frieden und Freuden nach Jerusalem zurück. 67Im hundertfünfundsechzigsten Jahre kam Demetrius, der Sohn des Demetrius, von Kreta in das Land seiner Väter. 68Als König Alexander dies vernahm, ward er sehr bekümmert und kehrte nach Antiochia zurück. 69Der König Demetrius aber setzte den Apollonius, der über Cölesyrien gesetzt war, zum Heerführer ein. Dieser brachte ein großes Heer zusammen und lagerte sich bei Jamnia, und er sandte an den Hohenpriester Jonathas 70und ließ ihn sagen: Du allein lehnst dich wider uns auf, ich aber bin zum Gelächter und Spott um deinetwillen geworden; denn du bietest uns Trotz im Gebirge. 71Nun denn, wenn du auf deine Streitkräfte vertraust, so komm zu uns in die Ebene herab, dort wollen wir uns miteinander messen; denn auf meiner Seite ist starke Heeresmacht. 72Frage und vernimm, wer ich bin und wer die übrigen, die mir helfen, und man wird sagen, dass ihr nicht standhalten könnt vor unserem Angesichte; denn zweimal sind deine Väter in ihrem eigenen Lande in die Flucht geschlagen worden. 73Wie wirst du nun standhalten können gegen die Reiterei und gegen eine so große Heeresmacht in der Ebene, wo kein Stein noch ein Fels oder ein Ort ist, wohin man fliehen könnte? 74Als Jonathas die Reden des Apollonius vernahm, ward er sehr entrüstet, wählte zehntausend Männer aus und zog von Jerusalem aus und sein Bruder Simon stieß zu ihm, ihm Hilfe zu leisten. 75Sie lagerten sich vor Joppe, doch man verschloss vor ihm die Stadt, denn es war eine Besatzung des Apollonius in Joppe; und so griff er dasselbe an. 76Die Besatzung der Stadt aber geriet in Schrecken und öffnete die Tore und so nahm Jonathas Besitz von Joppe. 77Als Apollonius dies hörte, nahm er dreitausend Mann Reiterei und viel Fußvolk 78und rückte gegen Azot vor, als ob er vorbeiziehen wollte, ging aber sogleich in die Ebene, weil er eine zahlreiche Reiterei hatte und sich auf diese verließ. Jonathas verfolgte ihn bis nach Azot und es kam zum Kampfe. 79Apollonius aber hatte tausend Mann Reiterei in einem Versteck hinter ihnen zurückgelassen. 80Doch Jonathas erfuhr, dass ein Hinterhalt hinter ihm liege. Als sie nun sein Heerlager umringten und die Pfeile auf das Heer vom Morgen bis zum Abend entsendeten, 81hielt das Heer stand, so wie Jonathas geboten, und so ermatteten die Rosse der Reiter, 82Jetzt ließ Simon sein Heer vorrücken und warf sich auf das Fußvolk, denn die Reiter waren lass geworden, und so wurden jene von ihm geschlagen und flohen. 83Sie zerstreuten sich in der Ebene, flohen nach Azot und begaben sich in den Tempel Dagons, ihres Götzen, um daselbst Rettung zu suchen. 84Jonathas aber brannte Azot und die Städte ringsherum nieder und plünderte sie aus, ebenso wie den Tempel des Dagon: alle aber, welche in denselben geflüchtet waren, verbrannte er. 85So kamen durch das Schwert um oder fanden ihren Tod in den Flammen gegen achttausend Mann. 86Von dort brach Jonathas auf und lagerte sich bei Askalon und die Bewohner der Stadt zogen ihm mit großem Gepränge entgegen. 87Hierauf kehrte Jonathas mit den Seinigen nach Jerusalem zurück, mit reicher Beute beladen. 88Und es geschah, als König Alexander von diesen Begebenheiten erfuhr, erwies er Jonathas noch größere Ehre. 89Er sandte ihm nämlich eine goldene Spange, wie man den Blutsverwandten der Könige zu geben pflegte. Auch gab er ihm Akkaron und das ganze Gebiet desselben zum Besitztum.
1. Makkabäer 11
1Hierauf sammelte der König von Ägypten ein Heer, zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, und viele Schiffe und suchte das Reich Alexanders mit List in Besitz zu nehmen und mit seinem Reiche zu vereinigen. 2Er zog nach Syrien mit friedfertigen Worten und man öffnete ihm die Städte und zog ihm entgegen, denn der König Alexander hatte befohlen, ihm entgegen zu ziehen, weil er sein Schwiegervater war. 3Sobald aber Ptolemäus in die Städte eingezogen war, legte er Truppen als Besatzung in jede Stadt. 4Als er sich nun Azot näherte, zeigten sie ihm den niedergebrannten Tempel Dagons und dass Azot und die zu ihm gehörigen Orte verwüstet waren und die Leichen dalagen, sowie die Grabhügel der im Kampfe Erschlagenen, welche sie am Wege errichtet hatten. 5Und sie berichteten dem König, dass Jonathas dies getan, um ihn verhasst zu machen. Doch der König schwieg still. 6Jonathas aber ging dem Könige nach Joppe mit Gepränge entgegen, und sie begrüßten einander und blieben daselbst zur Nacht. 7Alsdann zog Jonathas mit dem Könige bis an den Fluss, der Eleutherus heißt, und kehrte hierauf nach Jerusalem zurück. 8König Ptolemäus aber bemächtigte sich der Städte bis Seleukia am Meere und führte gegen Alexander schlimme Anschläge. 9Und er sandte Boten an Demetrius und ließ sagen: Komm! Lass uns ein Bündnis miteinander schließen, ich will dir meine Tochter geben, welche Alexander hat, und du sollst über das Reich deines Vaters herrschen. 10Denn es gereut mich, dass ich ihm meine Tochter gegeben habe, hat er mir doch nach dem Leben getrachtet. 11So schmähte er über ihn, weil ihn nach dessen Reiche gelüstete. 12Alsdann nahm er ihm seine Tochter, gab sie dem Demetrius und sagte sich von Alexander los, so dass seine Feindseligkeit offenbar ward. 13Hierauf zog Ptolemäus in Antiochia ein und setzte sich zwei Kronen auf das Haupt, die von Ägypten und die von Asien. 14König Alexander aber war zu jener Zeit in Cilicien, denn die Bewohner jener Orte hatten sich gegen ihn aufgelehnt. 15Als nun Alexander dies vernahm, zog er in den Kampf gegen ihn, König Ptolemäus aber rückte mit seinem Heere aus, trat ihm mit starker Heeresmacht entgegen und schlug ihn in die Flucht. 16Da floh Alexander nach Arabien, um daselbst Schutz zu suchen, aber der König Ptolemäus behielt die Oberhand. 17Und Zabdiel, der Araber, hieb dem Alexander das Haupt ab und sandte dieses an Ptolemäus. 18Auch König Ptolemäus starb am dritten Tage darauf, worauf die Besatzung der Festungen von den Bewohnern derselben getötet wurde. 19So ward Demetrius im hundertsiebenundsechzigsten Jahre König. 20Zu derselben Zeit sammelte Jonathas das Kriegsvolk in Judäa, um die Burg in Jerusalem einzunehmen, und sie errichteten viele Maschinen gegen dieselbe. 21Da gingen einige, die ihr eigenes Volk hassten, ruchlose Männer, zum Könige Demetrius und verkündeten ihm, dass Jonathas die Burg belagerte. 22Als er dies hörte, geriet er in Zorn, zog alsbald nach Ptolemais und schrieb an Jonathas, er solle die Burg nicht belagern, sondern eilends zu einer Unterredung zu ihm kommen. 23Auf diese Kunde befahl Jonathas, die Belagerung fortzusetzen, wählte einige von den Ältesten Israels und von den Priestern aus und setzte sich der Gefahr aus. 24Auch nahm er Gold, Silber und Gewänder und viele andere Geschenke mit und zog zu dem Könige nach Ptolemais und fand Gnade vor dessen Antlitze. 25Zwar brachten einige Gottlose aus seinem Volke eine Klage gegen ihn vor, 26doch der König tat ihm, wie seine Vorgänger ihm getan, und erhob ihn in Gegenwart aller seiner Freunde 27und bestätigte ihm das Hohepriestertum samt allen sonstigen hohen Auszeichnungen, die er zuvor gehabt, und machte ihn zu einem seiner vorzüglichsten Freunde. 28Da ersuchte Jonathas den König, er wollte Judäa und die drei Landschaften, dazu Samaria und dessen Gebiet, steuerfrei machen und versprach ihm dafür dreihundert Talente. 29Der König willigte ein und schrieb dem Jonathas über all dies eine Urkunde des Inhalts: 30König Demetrius entbietet seinem Bruder Jonathas und dem Volke der Juden Gruß! 31Die Abschrift des Briefes, den wir euretwegen an Lasthenes, unsern Verwandten, geschrieben, senden wir an euch zur Kenntnisnahme. 32König Demetrius entbietet seinem Verwandten Lasthenes Gruß! 33Dem Volke der Juden, unsern Freunden, die ihre Pflichten gegen uns treu erfüllen, haben wir beschlossen, unsere Gunst zu bezeigen, wegen ihrer guten Gesinnung gegen uns. 34Daher weisen wir ihnen das ganze Gebiet von Judäa, die drei Bezirke Lydan und Ramathan, welche von Samaria Judäa zugeschlagen sind, und alle Umgebungen derselben zu, dass dieselben für alle verwaltet werden, welche in Jerusalem Opfer darbringen, zum Ersatz für das, was der König zuvor alljährlich von ihnen erhielt, und zwar anstatt der Früchte des Landes und der Bäume. 35Desgleichen das andere, was uns an Zehnten und Abgaben zukommt, erlassen wir ihnen von jetzt an samt den Salzgrubensteuern und den Kronen, die uns sonst gebracht wurden. 36All das bewilligen wir ihnen und nichts von diesem allem soll zurückgenommen werden von jetzt an für alle Zeiten. 37So traget nun Sorge, dass eine Abschrift hiervon gemacht und Jonathas übergeben werde, damit sie auf dem heiligen Berge an einem in die Augen fallenden Orte aufgestellt werde. 38Als nun König Demetrius sah, dass das Land vor ihm ruhig war und niemand mehr ihm Widerstand leistete, entließ er sein ganzes Heer, einen jeden in seine Heimat, mit Ausnahme der fremden Kriegsvölker, die er von den Inseln der Völker angeworben hatte. Da wurden ihm alle Truppen, die unter seinen Vätern gedient, feind. 39Tryphon aber gehörte zu denen, welche vorher auf Seite Alexanders gestanden hatten. Als er nun sah, dass das ganze Heer gegen Demetrius murrte, begab er sich zu Emalchuel, dem Araber, welcher Antiochus, den Sohn Alexanders, erzog, 40und lag ihm an, ihm denselben auszuliefern, damit er an seines Vaters Statt König werde. Auch berichtete Tryphon ihm alles, was Demetrius getan und wie feindselig das Heer wider ihn gestimmt sei. Dort verblieb er lange Zeit. 41Jonathas aber sandte an König Demetrius, er möge die Besatzung der Burg zu Jerusalem und in den Festungen wegnehmen, weil sie Israel befeindeten. 42Da sandte Demetrius an Jonathas und ließ ihm sagen: Nicht allein dies will ich dir und deinem Volke tun, sondern ich will dich und dein Volk mit Ehren auszeichnen, sobald es tunlich ist. 43Nun aber wirst du gut handeln, wenn du mir Mannschaften zur Hilfe sendest, denn mein ganzes Heer hat mich verlassen. 44Da sandte ihm Jonathas dreitausend Streiter nach Antiochia, diese kamen zum Könige und der König freute sich über ihre Ankunft. 45Die Bewohner der Stadt aber rotteten sich zusammen, hundertzwanzigtausend, und wollten den König ermorden. 46Da floh der König in den Palast, während die Einwohner der Stadt die Straßen der Stadt besetzten und anfingen zu kämpfen. 47Nun rief der König die Juden zu Hilfe. Diese versammelten sich alle zumal um ihn und verteilten sich hierauf alle durch die Stadt hin. 48Sie töteten an jenem Tage hunderttausend Menschen, zündeten die Stadt an, machten viele Beute an diesem Tage und befreiten den König. 49Da nun die Bewohner sahen, dass die Juden sich in den Besitz der Stadt gesetzt hatten, wie sie gewollt, verloren sie den Mut und riefen den König flehentlich bittend an und sprachen: 50Schließe mit uns Frieden und lass die Juden aufhören, gegen uns und unsere Stadt zu kämpfen. 51Und sie warfen ihre Waffen weg und schlossen Frieden. Die Juden aber waren hochangesehen vor dem Könige und vor allen in seinem Reiche und waren berühmt in demselben und kehrten mit großer Beute nach Jerusalem zurück. 52So saß König Demetrius auf dem Throne seines Reiches und das Land hielt sich ruhig vor ihm. 53Doch er leugnete alles ab, was er gesagt hatte, und zog sich von Jonathas zurück und vergalt ihm nicht den Wohltaten gemäß, die dieser ihm erwiesen, sondern bedrängte ihn hart. 54Darnach kehrte Tryphon zurück und mit ihm Antiochus, ein kleiner Knabe, dieser wurde König und setzte sich das Diadem auf. 55Da versammelten sich zu ihm alle Truppen, welche Demetrius entlassen hatte, und kämpften wider diesen und er ward geschlagen und ergriff die Flucht. 56Tryphon aber bemächtigte sich seiner Elefanten und nahm Antiochia in Besitz. 57Hierauf schrieb der junge Antiochus an Jonathas folgendermaßen: Ich bestätige dir das Hohepriestertum und setze dich über die vier Bezirke und du sollst zu den Freunden des Königs gehören. 58Dazu sandte er ihm goldene Geräte zum Gottesdienst und gab ihm Erlaubnis, aus einem goldenen Geschirre zu trinken, sich in Purpur zu kleiden und eine goldene Spange zu tragen. 59Und seinen Bruder Simon ernannte er zum Feldherrn von der tyrischen Mark bis an die Grenze von Ägypten. 60Jonathas aber brach auf und durchzog die Städte jenseits des Flusses und alle Kriegsvölker Syriens sammelten sich zu ihm, ihm Hilfe zu leisten. Als er nach Askalon kam, zogen ihm die Bewohner aus der Stadt mit Ehrenbezeigungen entgegen. 61Von da ging er nach Gaza, aber die Bewohner Gazas verschlossen die Tore vor ihm; deshalb belagerte er die Stadt, legte ringsum alles in Asche und plünderte. 62Da baten die Bewohner von Gaza den Jonathas um Frieden, und er gewährte ihnen denselben und nahm die Söhne von ihnen als Geiseln und sandte sie nach Jerusalem. Hierauf durchzog er das Land bis nach Damaskus. 63Als Jonathas vernahm, dass die Feldherren des Demetrius zu Kades in Galiläa mit großer Streitmacht Feindseligkeiten übten, in der Absicht, ihn von den Reichsgeschäften zu entfernen, 64rückte er ihnen entgegen, indem er seinen Bruder Simon im Lande zurückließ. 65Simon belagerte Bethsura und kämpfte dagegen viele Tage und hielt die Bewohner eingeschlossen. 66Da sie ihn aber um Frieden baten, gewährte er ihnen denselben, ließ sie ausziehen, nahm die Stadt in Besitz und legte eine Besatzung in dieselbe. 67Jonathas aber lagerte mit seinem Heere am Wasser Genesar und brach noch vor Tagesanbruch auf nach der Ebene Asor. 68Siehe, da zog ihm ein Heer von Fremdlingen in der Ebene entgegen, während sie ihm in dem Gebirge einen Hinterhalt gelegt; er aber eilte ihnen entgegen. 69Da brachen sie im Hinterhalte aus ihrer Stellung hervor und machten einen Angriff. 70Alsbald flohen alle, die auf Jonathas Seite waren, und niemand von ihnen blieb zurück außer Mathathias, der Sohn Absoloms, und Judas, der Sohn Kalphis, der Feldoberste der Truppenschar. 71Da zerriss Jonathas seine Kleider, streute Staub auf sein Haupt und betete. 72Sodann wandte sich Jonathas zum Kampfe gegen sie zurück und schlug sie ungeachtet ihres Widerstandes in die Flucht. 73Als dies seine Leute sahen, welche die Flucht ergriffen hatten, kehrten sie zu ihm zurück und verfolgten mit ihm alle bis nach Kades in ihr Lager, denn bis dahin kamen sie. 74Von den Fremden fielen an jenem Tage dreitausend Mann, Jonathas aber kehrte nach Jerusalem zurück.
1. Makkabäer 12
1Als nun Jonathas sah, dass die Umstände ihm günstig seien, erwählte er Männer und sandte sie nach Rom, um die Freundschaft mit ihnen zu befestigen und zu erneuern. 2Auch an die Spartaner und an andere Orte sandte er Briefe gleichen Inhalts. 3Jene also zogen fort nach Rom und gingen in die Ratsversammlung und sprachen: Jonathas, der Hohepriester, und das Volk der Juden senden uns, die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft in früherer Weise zu erneuern. 4Sie gaben ihnen Schreiben an die Ihrigen von Ort zu Ort, dass diese sie in das Land Juda in Frieden geleiteten. 5Dies ist die Abschrift des Schreibens, welches Jonathas an die Spartaner richtete: 6Jonathas, der Hohepriester, und die Ältesten des Volkes, die Priester und das übrige Volk der Juden entbieten den Spartanern, ihren Brüdern, Gruß! 7Schon vordem wurde an Onias, den Hohenpriester, von Arius, eurem damaligen Könige, ein Schreiben gesandt, dass ihr unsere Brüder seid, wie die unten beigefügte Abschrift besagt. 8Und Onias empfing den Abgesandten ehrenvoll und nahm das Schreiben entgegen, in dem von der Bundesgenossenschaft und Freundschaft zwischen uns die Rede war. 9Obwohl wir nun dessen nicht bedürftig sind, da wir als Trost die heiligen Bücher haben, die in unsern Händen sind, 10so wollen wir doch an euch senden, um die Verbrüderung und Freundschaft mit euch zu erneuern, damit wir euch nicht etwa entfremdet werden; denn viele Zeit ist verstrichen, seit ihr Gesandte an uns geschickt habt. 11Wir nun gedenken euer zu jeder Zeit ohne Aufhören, an den Festen und an andern Tagen, an welchen es sich gebührt, bei den Opfern, die wir darbringen, und bei den heiligen Gebräuchen, wie es schicklich und ziemlich ist, der Brüder zu gedenken. 12Wir freuen uns daher über eure Herrlichkeit. 13Uns dagegen haben von allen Seiten viele Drangsale und viele Kämpfe betroffen, denn die Könige, die um uns her sind, haben uns bekämpft. 14Dennoch wollten wir euch und unsern übrigen Bundesgenossen und Freunden bei diesen Kämpfen nicht lästig fallen, 15denn wir erhielten vom Himmel Hilfe und wurden errettet, unsere Feinde aber gedemütigt. 16Nunmehr haben wir Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, erwählt und sie an die Römer gesandt, um die frühere Freundschaft und die frühere Bundesgenossenschaft mit ihnen zu erneuern. 17Deshalb haben wir ihnen aufgetragen, auch zu euch zu kommen, um euch unsere Grüße zu überbringen und unser Schreiben über die Erneuerung unserer Brüderschaft zu übergeben. 18So werdet ihr denn wohl tun, uns darauf zu antworten. 19Dies aber ist die Abschrift des Briefes, den Arius an Onias gerichtet hatte: 20Arius, König der Spartaner, entbietet Onias, dem Hohenpriester, seinen Gruß! 21Es ward in einer Schrift über die Spartaner und Juden gefunden, dass sie Brüder seien und dass sie dem Geschlechte Abrahams entstammen. 22Da wir nun dies erfahren haben, werdet ihr wohl tun, uns über euer Wohlbefinden zu schreiben. 23Aber auch wir schreiben euch wiederum: Unser Vieh und unsere Habe sei euer und was euer ist, unser. Wir haben also Befehl gegeben, euch dies kundzugeben. 24Da vernahm Jonathas, dass die Heerführer des Demetrius mit noch größerer Heeresmacht als zuvor zurückgekehrt seien, um wider ihn zu kämpfen, 25und brach von Jerusalem auf, ihnen entgegen in das Land Amathis; denn er wollte ihnen nicht Zeit lassen, in sein Land einzudringen. 26Er entsandte Kundschafter in ihr Lager, diese kehrten zurück und berichteten ihm, dass jene beschlossen hätten, ihn in der Nacht zu überfallen. 27Als aber die Sonne untergegangen war, gebot Jonathas den Seinigen, zu wachen und unter den Waffen zu bleiben und die ganze Nacht zum Kampfe bereit zu sein, und zugleich stellte er rings um das Lager Wachen aus. 28Da aber die Feinde hörten, dass Jonathas mit den Seinigen zum Kampfe bereit sei, fürchteten sie sich und erschraken und zündeten Feuer in ihrem Lager an. 29Jonathas und die, welche bei ihm waren, merkten dies erst am Morgen, denn sie sahen die Wachtfeuer brennen. 30Er verfolgte sie nun zwar, doch erreichte er sie nicht, da sie schon über den Fluss Eleutherus gezogen waren. 31Hierauf wandte sich Jonathas gegen die Araber, welche Zabadäer heißen, und schlug sie und nahm ihnen Beute ab. 32Alsdann brach er auf und kam nach Damaskus und durchzog jenes ganze Land. 33Simon aber war ausgezogen und bis Askalon und zu den benachbarten Festungen gekommen, dann hatte er sich nach Joppe gewendet und es besetzt, 34(denn er hatte gehört, dass sie die Festung den Anhängern des Demetrius übergeben wollten), und er legte eine Besatzung hinein, um sie zu bewahren. 35Als nun Jonathas zurückgekehrt war, versammelte er die Ältesten des Volkes und beratschlagte mit ihnen, Festungen in Judäa zu bauen, 36die Mauern von Jerusalem herzustellen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer zu errichten, um sie von der Stadt abzuschließen, so dass sie für sich allein wäre und man weder kaufen noch verkaufen könnte. 37Sie beschlossen also, an der Stadt zu bauen. Da fiel ein Stück der Mauer an dem Bache gegen Sonnenaufgang ein und er stellte das Stück wieder her, welches die Kaphetetha hieß. 38Auch Adiada baute Simon in Sephela und befestigte sie mit Toren und Riegeln. 39Indes trachtete Tryphon darnach, König von Asien zu werden, das Diadem an sich zu reißen und die Hand gegen den König Antiochus auszustrecken. 40Da er nun fürchtete, Jonathas möchte ihm etwa darin hinderlich sein und gegen ihn kämpfen, suchte er Gelegenheit, ihn zu ergreifen und zu töten, und so brach er auf und kam nach Bethsan. 41Jonathas aber zog ihm mit vierzigtausend Mann auserlesener Truppen zur Schlacht entgegen und kam nach Bethsan. 42Als nun Tryphon sah, dass Jonathas mit großer Heeresmacht gekommen war, um mit ihm den Kampf aufzunehmen, fürchtete er sich 43und nahm ihn mit Auszeichnung auf, empfahl ihn allen seinen Freunden, gab ihm Geschenke und befahl seinem ganzen Heere, ihm zu gehorchen wie ihm selbst. 44Und er sprach zu Jonathas: Warum hast du dieses ganze Volk bemüht, da zwischen uns kein Krieg ist? 45So entlaß sie denn nach Hause und wähle dir nur wenige Männer zu deiner Umgebung aus und komm mit mir nach Ptolemais, damit ich dir die Stadt und die übrigen Festungen und das Heer und alle Beamten übergebe und damit zurückkehre; denn dazu bin ich gekommen. 46Da glaubte er ihm und tat, wie jener gesagt, und entließ sein Heer, dass sie in das Land Juda abzogen. 47Bei sich aber behielt er dreitausend Mann, von welchen er zweitausend nach Galiläa sandte, während tausend ihn begleiteten. 48Als aber Jonathas nach Ptolemais gekommen war, schlossen die Bewohner die Tore der Stadt und ergriffen ihn und machten alle, die mit ihm eingezogen waren, nieder. 49Hierauf sandte Tryphon Fußvolk und Reiterei nach Galiläa und in die große Ebene, um alle, welche Jonathas begleitet hatten, zu vernichten. 50Als diese aber erfuhren, dass Jonathas mit allen, die bei ihm waren, ergriffen und getötet sei, sprachen sie einander Mut zu und zogen, zur Schlacht geordnet, aus. 51Da die Verfolger sahen, dass jene um ihr Leben kämpfen wollten, kehrten sie um. 52Jene aber kamen alle glücklich in das Land Juda. Und sie beweinten den Jonathas und die Seinigen überaus und Israel hielt eine große Wehklage. 53Alle Völker aber rings um sie her trachteten, sie zu vernichten; denn sie sprachen: 54Sie haben keinen Fürsten noch Helfer, so wollen wir sie nun bekriegen und ihr Andenken unter den Menschen ausrotten.