Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
1. Makkabäer 13
1Da nun Simon hörte, dass Tryphon ein großes Heer sammle, um in das Land Juda einzufallen und es zu verwüsten, 2und sah, dass das Volk in Furcht und Schrecken war, zog er nach Jerusalem hinauf und versammelte das Volk. 3Und er ermutigte sie und sprach: Ihr wisset, was ich und meine Brüder und das Haus meines Vaters für die Gesetze und das Heiligtum getan, welche Kämpfe und Trübsale wir erlebt haben. 4Dieser wegen sind alle meine Brüder für Israel gefallen und ich allein bin übriggeblieben. 5So sei es nun fern von mir, mein Leben zu schonen in irgendwelcher Zeit der Drangsal, denn ich bin nicht besser als meine Brüder. 6Ich will also Rächer sein für mein Volk und das Heiligtum und unsere Frauen und Kinder, denn alle Völker haben sich aus Feindschaft zu unserer Vernichtung verbunden. 7Da ward der Mut des Volkes allzumal entflammt, da es diese Worte hörte, 8und sie antworteten mit lauter Stimme und sprachen: Du bist unser Anführer anstatt Judas und deines Bruders Jonathas. 9Führe unsern Krieg, und alles, was du uns sagst, wollen wir tun! 10Da sammelte er alle streitbaren Männer und beeilte sich, alle Mauern Jerusalems zu vollenden, und befestigte es ringsum. 11Dann entsandte er Jonathas, den Sohn Absaloms, mit einem neuen Heere nach Joppe und dieser vertrieb die Bewohner und blieb daselbst. 12Inzwischen brach Tryphon von Ptolemais mit einer zahlreichen Heeresmacht auf, um in das Land Juda zu ziehen, und Jonathas war bei ihm als Gefangener. 13Simon aber schlug sein Lager bei Addus, der Ebene gegenüber, auf. 14Als nun Tryphon erfuhr, dass Simon an die Stelle seines Bruders Jonathas getreten sei und dass jener ihm eine Schlacht liefern wolle, sandte er an ihn Gesandte 15und ließ ihm sagen: Wegen des Geldes, das dein Bruder Jonathas dem Schatze des Königs schuldete, von den Ämtern her, die er inne hatte, halten wir ihn gefangen. 16So sende nun hundert Talente Silber und seine zwei Söhne als Geiseln, damit er, wenn er freigelassen wird, nicht von uns abfalle; so wollen wir ihn zurücksenden. 17Zwar erkannte Simon, dass jener betrüglich zu ihm redete, aber er ließ das Geld und die Knaben geben, damit er sich nicht große Feindschaft bei dem Volke Israel zuzog, das sagen konnte: 18Weil er ihm nicht das Geld und die Knaben gesendet, darum ist jener umgekommen. 19Er sandte also die Knaben und die hundert Talente. Aber Tryphon hielt sein Wort nicht und ließ Jonathas nicht frei. 20Hierauf drang Tryphon in das Land ein, um es zu verwüsten, und sie machten den Umweg über Ador, Simon aber folgte ihnen mit seinem Heere, wohin sie immer zogen. 21Die Besatzung der Burg aber sandte an Tryphon Boten, er möchte eilend durch die Wüste kommen und ihnen Lebensmittel senden. 22Da hielt Tryphon seine ganze Reiterei bereit, um in jener Nacht hinzukommen; doch da sehr viel Schnee fiel, kam er nicht in das Land Galaad. 23Als er aber nahe an Baskaman kam, tötete er Jonathas und seine Söhne daselbst. 24Alsdann kehrte Tryphon wieder in sein Land zurück. 25Da sandte Simon hin und ließ die Gebeine seines Bruders Jonathas holen und begrub sie in Modin, der Stadt seiner Väter. 26Und ganz Israel hielt ein großes Wehklagen um ihn und man betrauerte ihn viele Tage. 27Alsdann ließ Simon auf dem Grabe seines Vaters und seiner Brüder ein hohes, in die Augen fallendes Bauwerk errichten, auf der Vorder- und der Hinterseite aus geglätteten Steinen. 28Darauf setzte er sieben Pyramiden, eine der andern gegenüber, für seinen Vater, für seine Mutter und für seine vier Brüder. 29Rings um diese ließ er große Säulen setzen und auf den Säulen brachte er Waffenrüstungen an, zum ewigen Andenken, und neben den Rüstungen ließ er Schiffe einmeißeln, dass diese von allen Seefahrern gesehen werden könnten. 30Dieses Grabmal, das er in Modin errichtete, steht bis zum heutigen Tage. 31Tryphon aber tötete, als er mit dem jungen Könige Antiochus auf einer Reise war, diesen verräterisch. 32Und er ward an seiner Statt König und setzte sich das Diadem von Asien auf und richtete viel Unheil im Lande an. 33Simon aber stellte die Festungen Judäas her, versah sie mit hohen Türmen und großen Mauern und Toren und Riegeln und brachte Lebensmittel in die Festen. 34Auch sandte Simon auserwählte Männer an den König Demetrius mit der Bitte, er wolle dem Lande Erlass gewähren, denn alle Handlungen Tryphons waren Räubereien gewesen. 35König Demetrius aber antwortete ihm seiner Bitte gemäß und schrieb folgenden Brief an ihn: 36König Demetrius entbietet Simon, dem Hohenpriester und Freunde der Könige, und den Ältesten und dem Volke der Juden seinen Gruß! 37Die goldene Krone und den Palmzweig, welchen ihr gesandt, haben wir erhalten und sind bereit, euch vollkommenen Frieden zu gewähren und an die königlichen Beamten zu schreiben, dass sie euch den Erlass gewähren sollen, welchen wir zugestanden haben. 38Denn was wir angeordnet haben, bleibt für euch in Kraft; die Festungen, welche ihr erbaut habt, sollen euch gehören. 39Wir sehen euch auch die Fehltritte und Vergehen bis auf den heutigen Tag nach und erlassen euch die Krone, welche ihr schuldig seid; und wenn noch eine andere Abgabe in Jerusalem zu entrichten war, so soll sie nicht mehr gegeben werden. 40Wenn ferner einige von euch geeignet sind, in unsere Leibwache aufgenommen zu werden, so sollen sie aufgenommen werden und es sei Friede zwischen uns! 41Im hundertundsiebzigsten Jahre ward das Joch der Heiden von Israel genommen. 42Und das Volk Israel fing an, in Urkunden und öffentlichen Briefen zu schreiben: Im ersten Jahre Simons, des Hohenpriesters, des großen Heerführers und Fürsten der Juden. 43Um jene Zeit rückte Simon vor Gaza und schloss es mit seinem Heere ein und machte Maschinen und brachte sie an die Stadt und bestürmte einen Turm und nahm ihn ein. 44Als nun die, welche in der Maschine verborgen waren, plötzlich in die Stadt eindrangen, entstand in derselben großer Schrecken. 45Da stiegen die Bewohner der Stadt mit ihren Frauen und Kindern auf die Mauer mit zerrissenen Gewändern und baten Simon mit lautem Geschrei, mit ihnen Frieden zu schließen, 46und sprachen: Vergilt uns nicht nach unseren schlimmen Taten, sondern nach deiner Barmherzigkeit! 47Simon ward gerührt und ließ vom Kampfe gegen sie ab. Doch mussten sie aus der Stadt ziehen und er reinigte die Häuser, in denen sich Götzenbilder fanden. Alsdann hielt er seinen feierlichen Einzug in die Stadt unter Lobgesängen und Dankliedern auf den Herrn. 48Nachdem er daraus alle Unreinigkeit entfernt hatte, siedelte er daselbst Leute an, welche das Gesetz beobachteten, und befestigte die Stadt und baute sich eine Wohnung darin. 49Die Besatzung der Burg zu Jerusalem war in die Unmöglichkeit versetzt, dieselbe zu verlassen und in das Land zu kommen und zu kaufen und zu verkaufen, daher litten sie großen Hunger und viele kamen vor Hunger um. 50Da flehen sie Simon um Frieden an und er gewährte ihnen denselben, doch mussten sie ausziehen und er reinigte die Burg von den Befleckungen. 51Am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im hunderteinundsiebzigsten Jahre zogen sie in die Burg mit Lobgesang und Palmzweigen und Zithern und Zymbeln und Harfen und Lobgesängen und Liedern, weil ein großer Feind aus Israel vertilgt war. 52Und er setzte fest, dass diese Tage alljährlich mit Freudenfesten gefeiert werden sollten. 53Dann befestigte er den Tempelberg, welcher neben der Burg war, und wohnte daselbst mit den Seinigen. 54Da nun Simon sah, dass sein Sohn Johannes ein tapferer Kriegsmann war, machte er ihn zum Feldherrn über alle Streitkräfte und dieser wohnte zu Gazara.
1. Makkabäer 14
1Im hundertzweiundsiebzigsten Jahre sammelte der König Demetrius sein Heer und zog nach Medien, um Hilfstruppen zusammenzuziehen und gegen Tryphon den Kampf zu führen. 2Da aber Arsakes, der König von Persien und Medien, vernahm, dass Demetrius in sein Gebiet eingefallen sei, entsandte er einen von seinen Feldherrn, ihn lebendig gefangen zunehmen und zu ihm zu bringen. 3Dieser zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn selbst gefangen und führte ihn vor Arsakes, der ihn in das Gefängnis werfen ließ. 4Das ganze Land Juda genoss hierauf Ruhe, solange Simon lebte; er suchte das Beste seines Volkes und seine Herrschaft und sein Ruhm gefielen ihnen die ganze Zeit hindurch. 5Zu all seinen rühmlichen Taten kam auch, dass er Joppe als Hafen gewann und sich einen Zugang zu den Inseln des Meeres schaffte. 6Er erweiterte die Grenzen seines Volkes und behauptete das Land. 7Er brachte viele, die gefangen gewesen, zusammen und eroberte Gazara, Bethsura und die Burg, schaffte die Unreinigkeiten aus ihr hinweg und niemand leistete ihm Widerstand. 8Und ein jeder bebaute sein Land in Frieden und das Land Juda gab seinen Ertrag und die Bäume der Felder gaben ihre Frucht. 9Die Greise saßen all auf den Straßen und besprachen sich über das Beste des Landes und die Jünglinge kleideten sich mit Ehren- und Kriegsgewändern. 10Die Städte versorge er mit Lebensmitteln und bestimmte sie zu Waffenplätzen, so dass sein Name bis an die Grenzen der Erde mit Ruhm genannt ward. 11Er stellte den Frieden im Lande her und Israel hatte große Freude. 12Ein jeder saß unter seinem Weinstocke und unter seinem Feigenbaume, ohne dass jemand sie schreckte. 13Niemand war mehr auf Erden, der sie bekämpfte, die Könige waren zu jener Zeit niedergeworfen. 14Er war die Stütze aller Schwachen seines Volkes, wachte über das Gesetz und vertilgte jeden Gottlosen und Übeltäter. 15Er schmückte das Heiligtum und vermehrte die Gerätschaften desselben. 16Als man in Rom erfuhr, dass Jonathas gestorben sei, und die Nachricht davon bis nach Sparta kam, betrauerte man ihn sehr. 17Da sie aber vernahmen, dass sein Bruder Simon an seiner Statt Hoherpriester geworden sei und das ganze Land und die Städte darin beherrsche, 18schrieben sie ihn auf ehernen Tafeln, dass sie die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft erneuern wollten, welche sie mit seinen Brüdern Judas und Jonathas geschlossen. 19Diese Schreiben wurden vor der Volksversammlung in Jerusalem verlesen. Folgendes ist die Abschrift des Schreibens, welches die Spartaner sandten: 20Die Fürsten und die Städte der Spartaner entbieten Simon, dem Hohenpriester, den Ältesten, den Priestern und dem übrigen Volke der Juden, ihren Brüdern, ihren Gruß! 21Die an unser Volk abgeordneten Gesandten haben uns von euerm Ruhme, eurer Herrlichkeit und Freude berichtet und wir haben uns über ihre Ankunft gefreut 22und haben das von ihnen Gemeldete in den Volksbeschlüssen also aufgezeichnet: Numenius, Sohn des Antiochus, und Antipater, Sohn Jasons, Abgeordnete der Juden, sind zu uns gekommen, um die frühere Freundschaft mit uns zu erneuern. 23Und das Volk beschloss, die Männer ehrenvoll zu empfangen und eine Abschrift ihrer Botschaft in den besonderen Staatsakten zu hinterlegen, dem Volke der Spartaner zum Angedenken. Eine Abschrift hiervon senden wir an Simon, den Hohenpriester. 24Darnach sandte Simon den Numenius nach Rom mit einem großen goldenen Schilde, tausend Minen schwer, um die Bundesgenossenschaft mit ihnen zu erneuern. Als aber das römische Volk hiervon hörte, 25sprachen sie: Welchen Dank sollen wir Simon und dessen Söhnen erweisen? 26Denn er hat seine Brüder wieder befreit und die Feinde Israels mit dem Schwerte von ihnen abgewehrt. Und sie beschlossen dessen völlige Freiheit und schrieben es auf eherne Tafeln, welche an den Säulen auf dem Berge Sion angebracht wurden. 27Dies ist die Abschrift der Inschrift: „Am achtzehnten des Monats Elul im hundertzweiundsiebzigsten Jahre, im dritten Jahre unter Simon, dem Hohenpriester zu Asaramel, 28in der großen Versammlung der Priester, des Volkes, der Fürsten des Volkes und der Ältesten des Landes ward dies kundgetan: Da oft Kriege in unserem Lande ausgebrochen sind, 29haben Simon, der Sohn des Mathathias, eines Nachkommen der Söhne Jaribs, und dessen Brüder sich in Gefahr begeben und den Widersachern ihres Volkes Widerstand geleistet, damit ihr Heiligtum und Gesetz wohlbehalten bliebe, und sie verherrlichten ihr Volk mit großem Ruhme. 30Denn als Jonathas sein Volk versammelt hatte und ihr Hoherpriester geworden und zu seinem Volke gesammelt war 31und ihre Feinde ihr Land verheeren und verwüsten und ihre Hand gegen das Heiligtum jener ausstrecken wollten, 32stellt sich Simon dem entgegen, kämpfte für sein Volk, wendete viel Geld auf, bewaffnete die Krieger seines Volkes und gab ihnen Sold. 33Auch befestigte er die Städte Judäas und Bethsura an den Grenzen Judäas, wo zuvor ein Waffenplatz der Feinde gewesen war, und legte eine Besatzung jüdischer Männer hinein. 34Ferner befestigte er Joppe am Meere und Gazara an den Grenzen von Azot, wo vordem Feinde wohnten, und legte Juden hinein und schaffte alles in diese Städte, was zur Instandsetzung derselben nötig war. 35Und da das Volk die Taten Simons sah und den Ruhm, den er seinem Volke zu erwerben gesonnen war, machten sie ihn zu ihrem Feldherrn und Hohenpriester, weil er all dieses getan hatte und seinem Volke Gerechtigkeit und Treue bewahrte und sich auf alle Weise bemühte, sein Volk zu erheben. 36Und zu seiner Zeit ging alles gut vonstatten unter seiner Leitung, so dass die Heiden aus dem Lande Israel vertrieben wurden, sowie auch die, welche in der Stadt Davids, zu Jerusalem, in der Burg waren, aus der sie Ausfälle machten und alles rings um das Heiligtum verunreinigten und seiner Reinheit großen Schaden zufügten. 37Er aber legte jüdische Männer hinein zum Schutze des Landes und der Stadt und erhöhte die Mauern Jerusalems. 38Und König Demetrius bestätigte ihm das Hohepriestertum. 39Er machte ihn demzufolge zu seinem Freunde und zeichnete ihn mit hohen Ehren aus. 40Denn er hatte gehört, dass die Juden von den Römern als Freunde, Bundesgenossen und Brüder erklärt seien und dass jene die Abgeordneten des Simon ehrenvoll aufgenommen hätten, 41sowie, dass die Juden und ihre Priester einmütig beschlossen hätten, dass er ihr Fürst und Hoherpriester sein solle auf immer, bis ein glaubwürdiger Prophet unter ihnen aufstehe, 42und dass er Heerführer über sie sein und Sorge tragen solle für das Heiligtum und Vorsteher über dessen Geschäfte bestellen, über das Land, über die Waffen und über die Festungen; 43dass ihm die Sorge für das Heiligtum obliegen und alle ihm gehorchen sollen, dass in seinem Namen alle Erlasse im Lande abgefasst würden und dass er ein Purpurgewand und Gold tragen solle. 44Und keinem von dem Volke und von den Priestern soll es erlaubt sein, etwas von diesen Bestimmungen aufzuheben oder seinen Anordnungen zu widersprechen oder ohne ihn eine Versammlung im Lande zu berufen oder sich in Purpur zu kleiden und eine goldene Spange zu tragen. 45Wer aber dem zuwider handeln oder etwas davon aufheben sollte, wird straffällig sein!“ 46So beschloss das ganze Volk, den Simon einzusetzen und allem dem gemäß zu tun. 47Simon aber nahm es an und hieß es gut, Hoherpriester, Heerführer und Fürst über das Volk er Juden und die Priester zu sein und allen vorzustehen. 48Auch befahlen sie, diese Urkunde auf eherne Tafeln zu graben und sie in dem Säulengange des Heiligtums an einem in die Augen fallenden Orte aufzustellen, 49eine Abschrift davon aber in die Schatzkammer zu legen für Simon und seine Söhne.
1. Makkabäer 15
1Auch König Antiochus, der Sohn des Demetrius, sandte von den Inseln des Meeres einen Brief an Simon, den Hohenpriester und Fürsten des Volkes der Juden, und an das ganze Volk. 2Der Inhalt desselben war folgender: König Antiochus entbietet dem Hohenpriester Simon und dem ganzen Volke der Juden seinen Gruß! 3Da nichtswürdige Menschen das Reich unserer Väter in Besitz genommen haben, ich aber willens bin, dasselbe wieder an mich zu bringen und es herzustellen, wie es vordem war, habe ich ein großes Heer geworben und Kriegsschiffe ausgerüstet 4und bin nun willens, in das Land hinauszuziehen, und mich an denen zu rächen, welche unser Land verwüstet und viele Städte in meinem Lande zerstört haben. 5Darum bestätige ich dir nun alle Vergünstigungen, welche dir alle Könige vor mir gewährt haben, und erlasse alle anderen Reichnisse, von welchen sie dich entbunden haben. 6Auch gestatte ich dir, eigene Münzen in deinem Lande zu prägen. 7Jerusalem aber soll heilig und frei sein und alle Waffen, die du hast anfertigen lassen, und die Festungen, welche du erbaut hast und besetzt hältst, sollen dir verbleiben. 8Alle dem Könige gebührende und ihm fernerhin zukommende Abgabe soll dir von nun an auf alle Zeiten erlassen sein. 9Wenn wir unser Reich in Besitz genommen haben, wollen wir dich, dein Volk und den Tempel mit großer Ehre auszeichnen, so dass euer Ruhm auf der ganzen Erde kund werde. 10Im hundertvierundsiebzigsten Jahre zog Antiochus aus in das Land seiner Väter und alle Heerscharen sammelten sich zu ihm, so dass nur wenige bei Tryphon zurückblieben. 11König Antiochus verfolgte ihn und er kam, an der Meeresküste fliehend, nach Dora, 12denn er sah, dass ihn Unglück über Unglück traf und das Heer ihn verlassen hatte. 13Doch Antiochus lagerte sich vor Dora mit hundertundzwanzigtausend Mann Kriegsvolk zu Fuß und achttausend zu Pferd. 14Er schloss die Stadt ein, während die Schiffe vom Meere aus herankamen, so dass die Stadt vom Lande und vom Meere her bedrängt war und man niemand aus- und eingehen ließ. 15Da kamen Numenius und seine Begleiter aus der Stadt Rom mit Briefen an Könige und Länder, in welchen folgendes geschrieben war: 16Lucius, Konsul der Römer, entbietet dem Könige Ptolemäus Gruß. 17Die Abgeordneten der Juden sind als unsere Freunde zu uns gekommen, um die Freundschaft und die Bundesgenossenschaft von ehedem zu erneuern, gesandt von Simon, dem Hohenpriester, und dem Volke der Juden. 18Sie haben uns aber auch einen goldenen Schild von tausend Minen überbracht. 19So beschlossen wir denn, an die Könige und Länder zu schreiben, dass sie ihnen nichts Böses zufügen und nicht wider sie Krieg führen sollen noch wider ihre Städte noch wider ihr Land, und dass sie nicht denen helfen sollen, die gegen sie im Kampfe liegen. 20Es gefiel uns auch, den Schild von ihnen anzunehmen. 21Wenn also einige nichtswürdige Leute aus ihrem Lande zu euch flüchten, so liefert sie dem Hohenpriester Simon aus, dass er sie nach seinem Gesetze züchtige. 22Eben dasselbe schrieben sie an König Demetrius, an Attalus, an Ariarathes, an Arsakes 23und in alle Länder, nach Lampsakus, an die Spartaner, nach Delos, Myndos, Sicyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lycien, Halikarnaß, Kao, Side, Arados, Rhodus, Phaselis, Gortyna, Gnidus, Cypern und Cyrene. 24Die Abschrift davon aber sandten sie an den Hohenpriester Simon und das Volk der Juden. 25König Antiochus aber belagerte Dora gleich am zweiten Tage und setzte ihm unablässig zu, errichtete Maschinen und schloss Tryphon ein, dass er nicht herauskäme. 26Simon sandte ihm zweitausend auserlesener Mannschaft zu Hilfe und Silber und Gold und viele Waffen. 27Er aber wollte dies nicht annehmen, sondern brach alles, was er vordem mit ihm vereinbart hatte, und wendete sich von ihm. 28Dann sandte er Athenobius, einen seiner Freunde, zu ihm, um mit ihm zu unterhandeln, und ließ ihm sagen: Ihr habt Joppe und Gazara und die Burg in Jerusalem, Städte meines Reiches, eingenommen. 29Die Gebiete derselben habt ihr verwüstet und großen Schaden im Lande angerichtet und euch vieler Orte meines Reiches bemächtigt. 30So gebet nun die Städte heraus, die ihr eingenommen habt, und zahlet die Steuern von den Orten, deren ihr euch außerhalb des Gebietes von Idumäa bemächtigt habt. 31Wo nicht, so gebet dafür fünfhundert Talente Silbers und für die Verwüstung, die ihr angerichtet habt, und für die Steuern von den Städten andere fünfhundert Talente; tut ihr dies nicht, so werden wir kommen und euch mit Krieg überziehen. 32Als nun Athenobius, der Freund des Königs, nach Jerusalem kam und die Herrlichkeit Simons und den Glanz des Silbers und Goldes und den großen Prunk sah, erstaunte er und verkündete ihm die Worte des Königs. 33Simon aber antwortete ihm und sprach zu ihm: Weder haben wir fremdes Land weggenommen noch besitzen wir fremdes Gut, sondern das Erbe unserer Väter, welches von unseren Feinden ungerechterweise einige Zeit in Besitz genommen war. 34Wir aber suchen, da uns die Umstände günstig sind, das Erbe unserer Väter zu behaupten. 35Was aber Joppe und Gazara anbelangt, welche du zurückforderst, so haben diese unter dem Volke großes Unheil angerichtet ebenso wie in unserm Lande; doch wollen wir für dieselben hundert Talente geben. Athenobius antwortete ihm hierauf kein Wort, 36sondern kehrte voll Zorn zum Könige zurück und berichtete ihm diese Worte und die Pracht Simons und alles, was er gesehen; da geriet der König in gewaltigen Zorn. 37Tryphon aber floh auf einem Schiffe nach Orthosias. 38Hierauf bestellte der König den Kendebäus zum Feldherrn über die Meeresküste und gab ihm Kriegsvolk zu Fuß und zu Pferd. 39Und er befahl ihm, gegen Judäa zu Felde zu ziehen, und trug ihm auf, Gedor zu befestigen, die Tore der Stadt zu verrammeln und das Volk zu bekämpfen. Der König aber setzte Tryphon nach. 40Kendebäus nun kam nach Jamnia und fing an, das Volk zu beunruhigen, Judäa zu verwüsten, die Bewohner gefangen zunehmen und zu töten und Gedor zu befestigen. 41Und er legte Reiter und Fußvolk hinein, damit sie Ausfälle machten und die Straßen von Judäa durchzögen, wie der König ihm geboten hatte.
1. Makkabäer 16
1Johannes aber begab sich von Gazara hinauf und teilte seinem Vater Simon mit, was Kendebäus wider ihr Volk getan. 2Da berief Simon seine beiden ältesten Söhne, Judas und Johannes, und sprach zu ihnen: Ich und meine Brüder und das Haus meines Vaters haben wider die Feinde Israels gestritten von unserer Jugend an bis auf den heutigen Tag und es gelang uns, durch unsere Hand mehrere Male Israel zu befreien. 3Nun aber bin ich alt geworden, darum treten an meine Stelle und seid mir wie Brüder und ziehet aus und kämpft für unser Volk, die Hilfe des Himmels aber sei mit euch! 4Und er hob aus dem Lande zwanzigtausend streitbare Männer und Retter aus, diese zogen gegen Kendebäus und übernachteten in Modin. 5Als sie nun am Morgen aufbrachen und in die Ebene zogen, siehe, da kam ihnen ein zahlreiches Heer zu Fuß und zu Pferd entgegen, doch lag ein Gießbach zwischen ihnen. 6Da stellte er sich mit seinem ganzen Heere ihnen gegenüber auf und, da er sah, dass seine Leute sich scheuten, den Bach zu durchwaten, durchschritt er denselben als der erste. Als ihn die Männer sahen, gingen sie hindurch ihm nach. 7Alsdann teilte er seine Truppen und stellte die Reiter zwischen das Fußvolk, die Reiterei der Feinde aber war überaus zahlreich. 8Nun bliesen sie mit den heiligen Trompeten und Kendebäus ward mit seinem Heere in die Flucht geschlagen und es fielen von ihnen zahlreiche Verwundete, die übrigen aber flohen in die Feste. 9Hierbei ward Judas, der Bruder des Johannes, verwundet, Johannes aber verfolgte sie, bis er nach Kedron kam, welches jener befestigt hatte. 10Da flohen sie in die Türme, welche in den Gefilden von Azot waren, doch er zündete dieselben an und es fielen von ihnen zweitausend Mann. Hierauf kehrte er nach Judäa in Frieden zurück. 11Ptolemäus aber, der Sohn Abobs, war als Feldherr über die Ebene von Jericho gesetzt, dieser besaß viel Silber und Gold, 12denn er war der Schwiegersohn des Hohenpriesters. 13Da erhob sich sein Herz und er wollte Herr des Landes werden und ging mit List um wider Simon und seine Söhne, um sie aus dem Wege zu räumen. 14Simon aber pflegte die Städte im Lande Judäa zu bereisen und für ihr Wohl Sorge zu tragen. So kam er nach Jericho mit seinen Söhnen Mathathias und Judas im hundertsiebenundsiebzigsten Jahre im elften Monate, der der Monat Sabbat ist. 15Und der Sohn Abobs nahm sie mit Hinterlist in einer kleinen Feste namens Doch auf, die er erbaut hatte, und bereitete ihnen ein großes Mahl, versteckte jedoch daselbst Männer. 16Als nun Simon und seine Söhne es sich wohl sein ließen beim Mahle, erhob sich Ptolemäus mit den Seinigen, sie ergriffen ihre Waffen, traten in den Gastsaal und töteten ihn mit seinen zwei Söhnen und einigen seiner Diener. 17So verübte jener große Treulosigkeit an Israel und vergalt Gutes mit Bösem. 18Ptolemäus aber schrieb dies an den König und sandte an ihn, er möchte ihm eine Heeresabteilung zu Hilfe senden, so werde er ihm das Land samt ihren Städten und Abgaben übergeben. 19Zugleich sandte er andere nach Gazara, um Johannes zu vernichten, und richtete Briefe an die Befehlshaber, sie sollten sich ihm anschließen, so wolle er ihnen Silber, Gold und Geschenke geben. 20Wieder andere sandte er ab, um Jerusalem und den Tempelberg in Besitz zu nehmen. 21Aber einer war vorausgeeilt und verkündete dem Johannes in Gazara, dass sein Vater und seine Brüder umgekommen und dass jener ausgesendet sei, auch dich zu töten. 22Als er dies hörte, entsetzte er sich und ergriff die Männer, die gekommen waren, ihn umzubringen, und tötete sie; denn er wusste, dass sie ihn umzubringen trachteten. 23Was sonst noch von den Taten es Johannes, seinen Kriegen, seinen tapfern Taten, die er wacker verrichtete, und von dem Baue der Mauern, die er aufführte, und von allem, was er vollbrachte, zu sagen ist, 24siehe, das ist aufgeschrieben in der Geschichte seines Hohenpriestertums, von der Zeit an, da er nach seinem Vater Hoherpriester geworden war.
2. Makkabäer 1
1Den Brüdern, den Juden in Ägypten, entbieten die Brüder, die Juden zu Jerusalem und im Lande Judäa, ihren Gruß und wünschen ihnen Wohlergehen. 2Gott wolle euch Gutes erweisen und seines Bundes gedenken, den er mit Abraham, Isaak und Jakob, seinen treuen Dienern, geschlossen. 3Er gebe euch allen ein Herz, dass ihr ihn verehret und seinen Willen tuet mit ganzem Herzen und willigem Gemüte. 4Er öffne euer Herz für sein Gesetz und seine Gebote und schaffe euch Frieden. 5Er erhöre eure Gebete und werde mit euch versöhnt und verlasse euch nicht in harter Zeit. 6Also beten wir hier jetzt für euch. 7Unter der Regierung des Demetrius, im hundertneunundsechzigsten Jahre, haben wir Juden an euch in der Drangsal und Bedrückung geschrieben, die über uns hereinbrach in jenen Jahren, seit Jason von dem heiligen Lande und vom Reiche abgefallen war. 8Da sie die Tore verbrannten und unschuldiges Blut vergossen, beteten wir zu dem Herrn und wir wurden erhört und brachten Schlachtopfer und feines Mehl dar und zündeten die Leuchten an und legten die Brote auf. 9Und nunmehr feiert die Tage des Laubhüttenfestes im Monate Kasleu. 10Im hundertachtundachtzigsten Jahre. Das Volk zu Jerusalem und in Judäa, die Ratsversammlung und Judas wünschen dem Aristobulus, dem Lehrer des Königs Ptolemäus, der aus dem Geschlechte der gesalbten Priester ist, und den Juden in Ägypten Gruß und Wohlergehen. 11Aus großen Gefahren von Gott errettet, danken wir ihn höflichst, dass wir wider einen so großen König zu kämpfen imstande waren. 12Denn er hat die Menge, welche wider uns und die heilige Stadt stritten, aus Persien vertrieben. 13Denn als jener mit einer ungeheuren Heeresmacht nach Persien kam, wurde er im Tempel der Nanea erschlagen, hintergangen durch die List der Priester der Nanea. 14Antiochus war nämlich mit seinen Freunden an diesen Ort gekommen, um bei der Göttin zu wohnen und reiche Schätze als Mitgift zu nehmen. 15Da nun die Priester der Nanea ihm diese vorgelegt hatten und er mit wenigen Begleitern in das Innere des Tempels eingetreten war, verschlossen sie den Tempel, 16sobald Antiochus eingetreten war. Dann öffneten sie einen verborgenen Zugang zum Tempel und warfen Steine auf den Anführer und die, welche bei ihm waren, und zerteilten sie gliederweise, worauf sie ihnen die Köpfe abschlugen und diese hinauswarfen. 17Für alles sei Gott gepriesen, der die Gottlosen dahingegeben hat! 18Da wir nun am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kasleu die Reinigung des Tempels feiern wollen, haben wir es für notwendig erachtet, euch davon Nachricht zu geben, damit auch ihr das Fest der Laubhütten und das Fest des Feuers feiert, welches gegeben ward, als Nehemias nach der Herstellung des Tempels und des Altares Opfer darbrachte. 19Als nämlich unsere Väter nach Persien geführt wurden, nahmen die Priester, welche damals den Gottesdienst versahen, das heilige Feuer heimlich vom Altare und verbargen es insgeheim in einem Tale, wo ein tiefer, wasserleerer Brunnen war, und verwahrten es darin, so dass der Ort allen unbekannt blieb. 20Als es aber nach Verlauf vieler Jahre Gott gefiel, durch den König von Persien den Nehemias zu schicken, sandte dieser die Enkel jener Priester, welche das Feuer verborgen hatten, aus, es zu suchen; doch sie fanden kein Feuer, wie sie uns selbst erzählten, sondern eine dicke Flüssigkeit. 21Da befahl ihnen der Priester Nehemias, davon zu schöpfen und ihm zu bringen und gebot den Priestern, das Holz und die darauf gelegten Opfer mit dieser Flüssigkeit zu besprengen. 22Als dies geschehen war und eben die Sonne aufleuchtete, die vorher hinter den Wolken verborgen war, entzündete sich ein großes Feuer, so dass alle staunten. 23Alle Priester aber verrichteten ein Gebet, während das Opfer verzehrt ward, indem Jonathas anfing und die übrigen einstimmten. 24Das Gebet des Nehemias nun lautete: Herr, Gott, Schöpfer aller Dinge! Du Furchtbarer, Starker, Gerechter und Barmherziger, der du gütig und allein König bist, 25allein vortrefflich, allein gerecht, allmächtig und ewig, der du Israel rettest aus allem Unheil, der du die Väter auserwählt und sie geheiligt hast: 26nimm an das Opfer für dein ganzes Volk Israel und bewahre deinen Erbteil und heilige ihn. 27Sammle unsere Zerstreuten, befreie die, welche in der Dienstbarkeit der Heiden stehen, und sieh gnädig auf die Verachteten und Verabscheuten, damit die Heiden erkennen, dass du unser Gott bist. 28Strafe, die uns bedrücken und vergewaltigen in Übermut. 29Pflanze dein Volk an deiner heiligen Stätte, wie Moses gesagt hat. 30Die Priester aber sangen Lobgesänge, bis das Opfer verzehrt war. 31Als nun das Opfer verzehrt war, befahl Nehemias, den Überrest der Flüssigkeit auf die größeren Steine zu gießen. 32Als dies geschah, schlug aus denselben eine Flamme hervor, die aber von dem Lichte, das vom Altare her leuchtete, verschlungen ward. 33Als dies Ereignis bekannt ward und dem Könige der Perser berichtet wurde, dass an dem Orte, wo die weggeführten Priester das Feuer verborgen hatten, eine Flüssigkeit erschienen sei, mit der Nehemias und die Seinigen die Opfer gereinigt hätten, 34zog der König die Sache in Überlegung und prüfte streng, alsdann aber ließ er ein Heiligtum daselbst erbauen zur Bestätigung dessen, was geschehen war. 35Auch gab er nach der Prüfung den Priestern reichliche Gaben und verschiedene Geschenke, diese nahm er mit seiner eigenen Hand und verteilte sie unter jene. 36Nehemias aber nannte diesen Ort Nephthar, was Reinigung bedeutet; von vielen aber wird er Nephi genannt.
2. Makkabäer 2
1Es findet sich aber auch in den Schriften des Propheten Jeremias, dass er den Weggeführten befahl, heiliges Feuer zu nehmen, wie bemerkt worden, und wie er denselben aufgetragen. 2Er schärfte ihnen auch ein, die Gebote Gottes nicht zu vergessen und ihre Herzen nicht irreführen zu lassen, wenn sie die goldenen und silbernen Götzenbilder und deren Schmuck sähen. 3Und anderes dergleichen sagte er ihnen und ermahnte sie, das Gesetz nicht von ihrem Herzen weichen zu lassen. 4Es stand aber eben in dieser Schrift, wie der Prophet auf erhaltene göttliche Offenbarung hin befahl, das Zelt und die Lade mit ihm zu führen, bis er an den Berg kam, auf welchen Moses gestiegen war und das Erbe Gottes geschaut hatte. 5Als Jeremias daselbst angekommen war, fand er die Stätte einer Höhle, dorthin brachte er das Zelt, die Lade und den Räucheraltar und verwahrte den Eingang. 6Und da einige, die ihm gefolgt waren, herzutraten, um sich den Ort zu bezeichnen, konnten sie ihn nicht finden. 7Als dies Jeremias erkannte, tadelte er sie und sprach: Der Ort wird unbekannt bleiben, bis Gott sein Volk wieder sammelt und ihm Gnade erweist. 8Alsdann wird der Herr dies offenbar machen und die Herrlichkeit des Herrn wird in der Wolke erscheinen, wie sie sich auch Moses offenbarte und wie sie sich zeigte, als Salomon betete, die Stätte möchte dem großen Gott geheiligt sein. 9Denn er war mit hoher Weisheit begabt und seiner Weisheit gemäß brachte er die Opfer der Einweihung und der Vollendung des Tempels dar. 10Und wie Moses zu dem Herrn betete und Feuer vom Himmel fiel und das Brandopfer verzehrte, so betete auch Salomon und Feuer fiel vom Himmel und verzehrte das Brandopfer. 11Und Moses sprach: Weil das Sündopfer nicht gegessen worden, ist es verzehrt worden. 12Ebenso feierte auch Salomon die Tempelweihe acht Tage hindurch. 13Dasselbe ist auch in den Schriften und Denkwürdigkeiten des Nehemias erzählt, und wie er eine Büchersammlung anlegte und aus den Ländern Schriften, sowohl die der Propheten wie Davids und die Briefe der Könige als auch die über die Schenkungen handeln, sammelte. 14Ebenso hat aber auch Judas alles gesammelt, was uns im Kriege, der uns getroffen, begegnete, und es findet sich bei uns. 15Wenn ihr dies also wünscht, so sendet Leute, die es euch holen. 16Da wir nun die Tempelreinigung feiern wollen, so schreiben wir euch, und ihr werdet gut tun, sie an eben diesen Tagen zu begehen. 17Zu Gott aber, der sein Volk errettet und allen Erbteil, Reich, Priestertum und Heiligtum wieder geschenkt hat, 18wie er im Gesetze verheißen, zu ihm hoffen wir, dass er bald sich unserer erbarmen und uns aus allen Ländern unter dem Himmel an seine heilige Stätte versammeln wird. 19Denn er hat uns großen Gefahren entrissen und seine Stätte gereinigt. 20Was aber Judas, den Machabäer, und seine Brüder angeht, die Reinigung des großen Tempels und die Altarweihe, 21sowie die Kämpfe gegen Antiochus, den Erlauchten, und dessen Sohn Eupator 22und die Erscheinungen vom Himmel her, welche denen zuteil wurden, die für die Juden tapfer kämpften, so dass sie das ganze Land, obwohl ihrer wenige waren, gewannen und die Heere der Fremdlinge in die Flucht schlugen, 23den in der ganzen Welt berühmten Tempel wiedererlangten, die Stadt befreiten und die Gesetze, die aufgehoben waren, wiederherstellten, weil ihnen der Herr in aller Huld gnädig war; 24sowie das, was Jason von Cyrene in fünf Büchern erzählt hat, haben wir versucht, kurz in ein Buch zusammenzuziehen. 25Da wir nämlich die Menge der Bücher erwogen und wegen der Fülle des Stoffes die Schwierigkeit für die, welche die Darstellung der Geschichte geben wollen, 26waren wir darauf bedacht, denjenigen, welche nur lesen wollen, Annehmlichkeit zu verschaffen; denen, welche die Ereignisse dem Gedächtnisse einprägen wollen, Erleichterung; allen Lesern aber Nutzen. 27Uns freilich, die wir diese Arbeit des Auszuges unternommen haben, war es nichts Leichtes, vielmehr eine viele Nachtwachen und Schweiß verursachende Aufgabe. 28Aber wie die, welche ein Gastmahl zurichten, den Wünschen anderer, um sich vieler Gunst zu erwerben, zu entsprechen suchen, so unterziehen wir uns gern der Arbeit. 29Die genaueren Angaben über das einzelne überlassen wir den Verfassern, wir aber befleißen uns, aus dem Vorliegenden einen kurzen Auszug zu liefern. 30Wie nämlich der Baumeister eines neuen Hauses für den ganzen Bau sorgen muss, der aber, der es auszumalen hat, nur das zur Verzierung Gehörige im Auge hat, so muss man auch von uns urteilen. 31Das Erforschte nämlich zusammenzustellen, die Rede genau zu ordnen und den einzelnen Umständen jeder Begebenheit sorgfältig nachzugehen, geziemt dem Verfasser einer Geschichte; 32dagegen muss man einem Auszuge gestatten, sich der Kürze im Ausdruck zu befleißen und Weitschweifigkeit zu meiden. 33Demgemäß wollen wir mit der Erzählung beginnen und uns mit der gegebenen Vorrede begnügen, denn es ist töricht, vor der Erzählung weitläufig zu sein, diese selbst aber kurz zu fassen.
2. Makkabäer 3
1Als demnach die heilige Stadt in vollkommenem Frieden bewohnt war und die Gesetze, um der Frömmigkeit es Hohenpriesters Onias und seines Hasses willen gegen alles Böse noch auf das genaueste gehalten wurden, 2begab es sich, dass selbst Könige und Fürsten diesen Ort der höchsten Ehre würdig hielten und den Tempel mit den reichsten Geschenken verherrlichten, 3so dass auch Seleukus, König von Asien, aus seinem Einkünften alle zur Darbringung der Opfer erforderlichen Kosten hergab. 4Simon aber vom Stamme Benjamin, der bestellte Vorsteher des Tempels, begann Streit, da der Hohepriester sich ihm widersetzte, als er etwas Ungesetzliches in der Stadt vornahm. 5Da er nun sah, dass er gegen Onias nicht die Oberhand gewinnen könne, begab er sich zu Apollonius, dem Sohne des Tharsäas, der zu jener Zeit Statthalter von Cölesyrien und Phönizien war, 6und teilte ihm mit, dass der Schatz zu Jerusalem mit unzähligem Gelde angefüllt und der Reichtum der Gemeinde unermesslich sei und mit den Kosten der Opfer in keinem Verhältnisse stehe; es sei aber wohl möglich, dass alles in die Gewalt des Königs falle. 7Als Apollonius dem Könige über das Geld, von dem ihm die Anzeige gemacht war, berichtet hatte, ließ dieser den Heliodorus kommen, der Vorsteher seiner Verwaltung war, und entsandte ihn mit dem Befehle, das erwähnte Geld herbeizuschaffen. 8Alsbald trat Heliodorus die Reise an, zwar unter dem Vorwande, als wolle er die Städte Cölesyriens und Phöniziens besuchen, in der Tat aber, um die Absicht des Königs auszuführen. 9Als er nach Jerusalem gekommen war und von dem Hohenpriester in der Stadt freundlich empfangen ward, erzählte er von der über das Geld gemachten Anzeige, eröffnete ihm, warum er hier sei, und fragte, ob sich die Sache wirklich so verhalte. 10Da stellte ihm der Hohepriester vor, es seien dies hinterlegte Gelder und zum Unterhalt der Witwen und Waisen bestimmt, 11einiges von dem Gelde, über das der ruchlose Simon die Anzeige gemacht, gehöre dem Hirkanus, dem Sohne des Tobias, einem sehr vornehmen Manne; das ganze Geld betrage vierhundert Talente Silbers und zweihundert Talente Goldes; 12es gehe aber nicht an, dass die, welche das Ihrige einem Orte und einem Tempel anvertraut hätten, der in der ganzen Welt seiner Ehrwürdigkeit und Heiligkeit wegen geehrt werde, getäuscht würden. 13Jener indes erklärte, es müsse gemäß seiner vom Könige erhaltenen Aufträge dieses Geld unbedingt dem König eingeliefert werden. 14An dem von ihm bestimmten Tage also ging Heliodorus hinein, um seine Verfügungen zu treffen. In der ganzen Stadt aber war keine geringe Bestürzung. 15Die Priester warfen sich in den priesterlichen Kleidern vor dem Altare nieder und riefen gen Himmel zu dem, der über das anvertraute Gut ein Gesetz gegeben, er wolle es denen, die jenes hinterlegt, unversehrt erhalten. 16Wer das Angesicht des Hohenpriesters sah, wurde im Herzen verwundet, denn sein Aussehen und die veränderte Gesichtsfarbe verrieten den innerlichen Schmerz seiner Seele. 17Denn Trauer war über die Erscheinung des Mannes ausgegossen und Schauer ergriff seinen Leib, worauf denen, die ihn sahen, der Scherz, der sein Herz erfüllte, offenbar ward. 18Die Leute liefen scharenweise aus den Häusern zusammen zum öffentlichen Gebete, weil dem Tempel Unbilde widerfahren sollte, 19die Frauen wogten, die Brust mit Bußkleidern umgürtet, durch die Straßen und die Jungfrauen, die sonst zurückgezogen waren, liefen teils zu Onias, teils auf die Mauern, teils blickten sie durch die Fenster hinaus, 20alle aber flehten mit zum Himmel emporgehobenen Händen. 21Denn zum Erbarmen war die bange Erwartung der bunten Menge und des von Todesangst ergriffenen Hohenpriesters. 22So riefen sie den allmächtigen Gott an, dass er das ihm Anvertraute denen, die es anvertraut, gänzlich unversehrt erhalten möchte. 23Heliodorus aber schickte sich an, seinen Entschluss auszuführen und begab sich selbst mit seinen Trabanten an den Ort des Schatzes. 24Da zeigte sich der Geist des allmächtigen Gottes auf ganz augenscheinliche Weise, so dass alle, die jenem zu gehorchen gewagt, von Gottes Macht getroffen, zu Boden fielen und vor Schrecken außer sich gerieten. 25Es erschien ihnen nämlich ein mit prächtiger Rüstung bedecktes Pferd mit einem furchtbaren Reiter, dieser stürzte heftig mit den Vorderfüßen auf Heliodorus, der Reiter aber schien goldene Waffen zu haben. 26Dazu erschienen zwei andere Jünglinge von ausgezeichneter Stärke in herrlicher Pracht und schönen Gewändern, diese traten von beiden Seiten an ihn heran und geißelten ihn und schlugen ihn unaufhörlich mit vielen Streichen. 27Plötzlich fiel Heliodorus zur Erde und dichtes Dunkel umgab ihn, eilends hob man ihn auf eine Bahre und trug ihn fort. 28So schaffte man den fort, der mit großem Gefolge und Trabanten in die vorbenannte Schatzkammer eingedrungen war, ohne dass ihm jemand Hilfe leisten konnte, da sich die Macht Gottes offenbar kundgegeben. 29Durch göttliche Macht lag er nun sprachlos da, aller Hoffnung auf Rettung beraubt. 30Die Juden dagegen priesen den Herrn, der seine Stätte so verherrlichte, und der Tempel, der kurz vorher voll war von Furcht und Schrecken, ward von Freude und Frohlocken erfüllt, da der allmächtige Herr sich offenbart hatte. 31Alsbald aber baten einige von den Freunden des Heliodorus den Onias, den Allerhöchsten anzurufen, dass er dem in den letzten Zügen Liegenden das Leben schenken möchte. 32Da nun der Hohepriester besorgte, der König möchte etwa argwöhnen, dass die Juden irgendeine Arglist an Heliodorus verübt, brachte er ein Heilsopfer für die Genesung des Mannes dar. 33Während nun der Hohepriester noch im Gebete begriffen war, traten dieselben Jünglinge, mit denselben Gewändern angetan, vor Heliodorus und sprachen: Sage dem Hohenpriester Onias Dank, denn um seinetwillen hat dir der Herr das Leben geschenkt. 34Du aber, von Gott gezüchtigt, verkünde allen die gewaltige Macht Gottes! Als sie dies gesagt hatten, verschwanden sie. 35Heliodorus aber brachte Gott ein Opfer und gelobte dem Verleiher des Lebens große Gelübde, dankte dem Onias und zog mit seinem Heere zum Könige zurück. 36Er bezeugte aber allen, welche Taten des großen Gottes er mit seinen Augen gesehen. 37Als nun der König den Heliodorus fragte, wer wohl geeignet sei, noch einmal nach Jerusalem gesandt zu werden, sprach er: 38Wenn du einen Feind oder jemanden hast, der nach deiner Herrschaft strebt, so sende ihn dahin, und du wirst ihn gegeißelt wieder erhalten, wenn er anders mit dem leben davonkommt; denn in dem Orte ist wahrhaft eine Kraft Gottes wirksam. 39Denn er selbst, der im Himmel wohnt, ist der Wächter und Beschützer jener Stätte, und die in böser Absicht dorthin kommen, schlägt und vernichtet er. 40Dies also ist die Geschichte des Heliodorus und der Erhaltung des Schatzes.
2. Makkabäer 4
1Der vorerwählte Simon aber, der Verräter des Schatzes und des Vaterlandes, verleumdete den Onias, als hätte dieser selbst den Heliodorus dazu angereizt und als wäre er der Urheber alles Unglücks, 2und den, der ein Wohltäter der Stadt, ein Verteidiger seines Volkes und ein Eiferer für das Gesetz Gottes war, wagte er einen Gegner des Reiches zu nennen. 3Als nun die Feindschaft sich derart steigerte, dass sogar durch einige Vertraute Simons Morde verübt wurden, 4erwog Onias, wie gefährlich dieser Streit werden könne, und dass Apollonius als Statthalter von Cölesyrien und Phönizien durch sein Wüten die Bosheit Simons mehre, und begab sich zum Könige, 5nicht um seine Mitbürger zu verklagen, sondern bei sich erwägend, was zum gemeinsamen Nutzen des ganzen Volkes gereiche. 6Denn er sah ein, dass es ohne königliche Vorsorge unmöglich sei, den Frieden wiederherzustellen, und dass Simon von seiner Torheit nicht ablassen werde. 7Als aber nach des Seleukus Tode Antiochus, mit dem Beinamen der Erlauchte, die Regierung übernahm, strebte Jason, der Bruder des Onias, nach dem Hohenpriestertume. 8Er begab sich also zum Könige und versprach ihm dreihundertundsechzig Talente Silber, sowie achtzig Talente aus anderen Einkünften. 9Überdies versprach er noch andere hundertundfünfzig, wenn ihm gestattet würde, sowohl eine Übungsschule und eine Ephebie zu errichten, wie auch den Bewohnern von Jerusalem das Bürgerrecht von Antiochia zu verleihen. 10Da der König dies bewilligt und er so die Herrschaft erlangt hatte, suchte er alsbald unter seinen Landsleuten heidnische Sitten einzuführen. 11Er schaffte ab, was von den Königen aus Milde den Juden zugestanden war. Durch Vermittlung des Johannes, des Vaters jenes Eupolemus, der an der rechtmäßigen Gesandtschaft an die Römer um Freundschaft und Bundesgenossenschaft teilgenommen hatte, und die rechte der Bürger beiseite setzend, führte er gesetzwidrige Sitten ein. 12Denn er war so keck, gerade unterhalb der Burg eine Übungsschule zu erbauen und die ausgezeichnetsten Jünglinge an unsittliche Orte zu führen. 13Dies war aber nicht bloß ein Anfang, sondern ein Anwachsen und ein Fortschritt zu heidnischer fremder Sitte infolge des gottlosen, unerhörten Frevels des unpriesterlichen Jason, 14so dass die Priester sich nicht mehr den Dienst des Altares angelegen sein ließen, sondern den Tempel verachtend und die Opfer vernachlässigend, hinwegeilten, um an dem gesetzwidrigen Schauspiel der Kampfschule und dem Werfen mit der Scheibe teilzunehmen. 15Die vaterländischen Ehrenstellen achteten sie für nichts, die griechischen Auszeichnungen aber für sehr rühmlich. 16Dieserwillen ergriff sie ein gefährlicher Wetteifer, denn sie ahmten die Gebräuche derer nach und suchten denen in allem ähnlich zu werden, die zuvor ihre Feinde und Mörder gewesen waren. 17Denn wider die göttlichen Gesetze freveln, bleibt nicht ungestraft, doch die Folgezeit wird dies lehren. 18Als aber das fünfjährige Kampfspiel zu Tyrus gefeiert ward und der König dabei zugegen war, 19sandte der verruchte Jason ruchlose Männer von Jerusalem dorthin, um dreihundert Doppeldrachmen von Silber für ein Opfer des Herkules zu überbringen. Die Überbringer baten jedoch selbst, man möchte das Geld nicht zu den Opfern gebrauchen, da sich dies nicht gezieme, sondern zu andern Ausgaben verwenden. 20So wurde es zwar von dem, der es gesandt hatte, als Gabe zum Opfer des Herkules dargebracht, aber der Überbringer wegen zum Bau der Dreiruderer verwendet. 21Als hierauf Apollonius, der Sohn des Mnestheus, wegen der großen des Königs Ptolemäus Philometor nach Ägypten gesandt ward und Antiochus erfahren hatte, dass derselbe seiner Herrschaft feindlich geworden sei, kam er, auf seinen eigenen Vorteil bedacht, nach Joppe und von da nach Jerusalem. 22Hier wurde er von Jason und der Stadt prächtig empfangen, hielt seinen Einzug unter Fackelschein und Freudengeschrei und zog von da mit seinem Heere nach Phönizien. 23Nach einem Zeitraum von drei Jahren sandte Jason den Menelaus, den Bruder des vorerwähnten Simon, um das Geld dem Könige zu überbringen und dringende Geschäfte zu Ende zu führen. 24Dieser erwarb sich die Gunst des Königs, indem er sich den Anschein eines einflussreichen Mannes gab, und brachte das Hohepriestertum selbst an sich, indem er den Jason um dreihundert Talente Silbers überbot. 25Nachdem er nun die königlichen Befehle erhalten hatte, kam er, ohne eine des Hohenpriestertums würdige Eigenschaft, wohl aber die Wut eines grausamen Tyrannen und den Grimm eines wilden Tieres besitzend. 26So wurde Jason, der seinen eigenen Bruder überlistet hatte, selbst hintergangen und musste fliehen und entwich in das Land der Ammaniter. 27Menelaus erhielt nun zwar die Würde, aber er entrichtete das Geld nicht, das er dem Könige versprochen, obwohl Sostratus, der Befehlshaber der Burg, die Bezahlung einforderte, 28denn diesem lag die Eintreibung der Abgaben ob. Darum wurden beide vor den König geladen. 29Menelaus ward des Hohenpriestertums entsetzt und Lysimachus, sein Bruder, trat an seine Stelle, Sostratus aber ward Statthalter von Cypern. 30Während dies vorging, begab es sich, dass die Einwohner von Tharsus und Mallus sich empörten, weil sie an die Antiochis, des Königs Nebenweib, als Geschenk vergeben waren. 31Eilends kam der König herbei, den Aufruhr zu stillen, und ließ den Andronikus, einen aus seiner Umgebung, als Statthalter zurück. 32Jetzt glaubte Menelaus eine günstige Gelegenheit erlangt zu haben, entwendete einige goldene Gefäße aus dem Tempel und schenkte sie dem Andronikus, andere aber verkaufte er in Tyrus und den benachbarten Städten. 33Als Onias dies zuverlässig erfahren hatte, rügte er ihn scharf, nachdem er sich in eine Freistätte Antiochias bei Daphne zurückgezogen hatte. 34Daher wendete sich Menelaus an Andronikus und bat ihn, den Onias zu töten. Andronikus begab sich zu Onias, reichte ihm unter eidlichen Versicherungen die Hand und überredete ihn (obwohl dieser gegen ihn Verdacht hegte), aus der Freistätte herauszugehen, worauf er ihn alsbald, ohne Scheu vor dem, was recht ist, tötete. 35Darüber waren nicht bloß die Juden, sondern auch andere Völker aufgebracht und nahmen die ungerechte Ermordung eines so großen Mannes mit Unwillen auf. 36Als nun der König aus den Gegenden von Cilicien zurückkam, begaben sich die Juden von Antiochia sowie auch die Griechen zu ihm und führten über die ungerechte Ermordung des Onias Klage. 37Antiochus ward innig betrübt um Onias und vergoss, von Mitleid ergriffen, Tränen, da er der Selbstbeherrschung und der Bescheidenheit des Hingeschiedenen gedachte. 38Und von Zorn entbrannt, ließ er Andronikus des Purpurgewandes entkleiden, ihn in der ganzen Stadt herumführen und den Verruchten an demselben Orte, wo er den Frevel an Onias begangen, töten. So vergalt der Herr jenem mit wohlverdienter Strafe. 39Inzwischen hatte Lysimachus aus Anraten des Menelaus viele Beraubungen an dem Tempel begangen und das Gerücht davon hatte sich verbreitet, deshalb scharte sich die Menge gegen Lysimachus zusammen, nachdem schon viel Gold fortgeschleppt war. 40Als nun die Volkshaufen sich voll Ingrimm erhoben, bewaffnete Lysimachus gegen dreitausend Mann und brachte zuerst ungerechterweise Gewalt unter Anführung eines gewissen Tyrannus, eines Mannes, der bereits im Alter, aber nicht minder in der Ruchlosigkeit vorgeschritten war. 41Kaum sah das Volk das gewalttätige Beginnen des Lysimachus, als die einen Steine, die anderen dicke Prügel ergriffen, während noch andere Staub auf Lysimachus warfen. 42Viele wurden verwundet, manche auch getötet, alle aber in die Flucht geschlagen, den Tempelräuber selbst aber erschlugen sie bei der Schatzkammer. 43Über all dies wurde nun eine Untersuchung wider Menelaus eingeleitet. 44Als nämlich der König nach Tyrus kam, legten drei von den Ältesten gesandte Männer ihm die Sache vor. 45Schon sah sich Menelaus überführt, da versprach er dem Ptolemäus viel Geld, um den König für ihn günstig zu stimmen. 46Ptolemäus nahm also den König mit sich in einen Vorhof, da sollte er sich abkühlen, und sprach mit ihm und stimmte ihn um. 47So sprach er den Menelaus, der doch aller Bosheit schuldig war, von den Beschuldigungen frei; die armen Männer aber, die, wenn sie auch den Scythen ihre Sache vorgebracht hätten, für unschuldig erklärt worden wären, verurteilte er zum Tode. 48So erduldeten alsbald die, welche für die Stadt, das Volk und die heiligen Geräte eingetreten waren, ungerechte Strafe. 49Aus diesem Grunde darüber aufgebracht, ließen die Tyrer ihr Leichenbegängnis möglichst prunkvoll abhalten. 50Menelaus aber blieb wegen der Habsucht der Gewalthaber in seiner Würde und nahm zu an Bosheit, seinen Mitbürgern Nachstellungen zu bereiten.
2. Makkabäer 5
1Um diese Zeit unternahm Antiochus einen zweiten Zug nach Ägypten. 2Da begab es sich, dass in der ganzen Stadt Jerusalem vierzig Tage lang durch die Lust jagende Reiter, mit goldenen Gewändern angetan und mit Lanzen bewaffnet, scharenweise erschienen, 3dazu Abteilungen von Reitern, in Ordnung aufgestellt, Angriffe von beiden Seiten, Schildergewoge, eine Menge von Gepanzerten mit gezückten Schwertern, Abschießen von Geschossen, Funkeln von goldenen Waffen und Panzern jeglicher Gattung. 4Daher beteten alle, dass die Wunderzeichen etwas Gutes bedeuten möchten. 5Aals sich aber ein falsches Gerücht verbreitete, als sei Antiochus gestorben, überfiel Jason mit nicht weniger als tausend Mann plötzlich die Stadt. Die Bürger liefen zwar auf die Mauern, doch die Stadt ward zuletzt genommen und Menelaus flüchtete in die Burg. 6Jason begann schonungslos unter seinen Mitbürgern zu morden, ohne zu bedenken, dass Kriegsglück gegen Stammverwandte das größte Unglück ist; wähnte er doch, Sieges beute von Feinden und nicht von Mitbürgern davonzutragen. 7Aber dennoch erlangte er die höchste Würde nicht, sondern die ganze Frucht seiner hinterlistigen Verräterei war Schande; er musste wieder flüchten und ging in das Land der Ammaniter zurück. 8Jetzt kam sein Ende herbei, denn er ward von Aretas, einem Herrscher der Araber, gefangen; doch entfloh er und irrte von Stadt zu Stadt; von allen als Abtrünniger von dem Gesetze gehasst und als Feind des Vaterlandes und der Mitbürger verabscheut, wurde er nach Ägypten ausgestoßen. 9Er, der so viele aus dem Vaterlande verbannt hatte, musste selbst außerhalb desselben umkommen, als er sich zu den Lacedämoniern begeben hatte, um bei ihnen wegen ihrer Verwandtschaft eine Zufluchtsstätte zu erhalten; 10und er, der so viele hatte unbegraben hinwerfen lassen, blieb selbst unbeklagt und ward unbegraben hingeworfen, ohne ein Begräbnis bei den Fremden oder ein Grab bei seinen Vätern zu erhalten. 11Durch diese Vorfälle ward der König auf die Vermutung gebracht, die Juden wollten abfallen, daher brach er mit grimmiger Wut von Ägypten auf und nahm die Stadt mit Waffengewalt ein. 12Und er befahl den Kriegern, alle, die ihnen begegnen würden, ohne Schonung niederzumachen, ja, die in die Häuser flüchten würden, zu ermorden. 13Da wurden Jünglinge und Greise hingeschlachtet, Weiber und Kinder, Jungfrauen und Säuglinge niedergemetzelt. 14Während dieser drei Tage wurden achtzigtausend gemordet, vierzigtausend zu Gefangenen gemacht und nicht weniger als Sklaven verkauft. 15Aber nicht genug damit! Er wagte auch, in den Tempel, den heiligsten Ort der ganzen Erde, einzudringen, unter Führung des Menelaus, welcher an den Gesetzen und dem Vaterlande Verräter geworden war. 16Und er nahm die heiligen Gefäße in seine frevelhaften Hände und behandelte die von andern Königen und Städten zum Schmucke und zur Verherrlichung des Ortes hingebrachten Weihegeschenke unwürdig und entweihte sie. 17So bedachte der unsinnige Antiochus nicht, dass Gott wegen der Sünden über die Einwohner der Stadt nur kurze Zeit erzürnt sei und dass darum den Tempel solche Schmach treffe. 18Denn wären sie nicht in so vielen Sünden verstrickt gewesen, so würde auch er, wie der von dem Könige Seleukus zur Beraubung des Schatzes gesandte Heliodorus, beim Vordringen alsbald gegeißelt und von seiner Vermessenheit sicherlich abgebracht worden sein. 19Aber Gott erwählte nicht um des Tempels wegen das Volk, sondern um des Volkes wegen den Tempel. 20Deswegen hat nun auch der Tempel Anteil an dem Unglücke des Volkes erhalten, wie er nachmals an seinem Glücke Anteil erhielt und der, welcher jetzt bei dem Zorne des allmächtigen Gottes verlassen ist, wird, wenn der große Herrscher versöhnt ist, wieder zur höchsten Herrlichkeit erhoben werden. 21Antiochus nun nahm aus dem Tempel tausendachthundert Talente weg und zog eilends nach Antiochia zurück, indem er in seinem Übermut wähnte, das Land schiffbar und das Meer wegbar machen zu können, vor Hochmut des Herzens. 22Er ließ auch Aufseher zurück, um das Volk zu plagen: in Jerusalem den Philippus, einen Phrygier von Abkunft, noch grausamer an Gemütsart als der, welcher ihn eingesetzt hatte; 23in Garizim den Andronikus und Menelaus, welche die Mitbürger noch härter behandelten als die übrigen. 24Und da er über die Juden erbittert war, sandte er den verhassten Heerführer Apollonius mit einem Heere von zweiundzwanzigtausend Mann und befahl ihm, alle Erwachsenen niederzumachen, die Frauen und Jünglinge aber zu verkaufen. 25Dieser kam nach Jerusalem und hielt sich, Friedlichkeit heuchelnd, ruhig bis an den heiligen Tag des Sabbats; dann aber befahl er, als er die Juden feiern sah, seinen Leuten, die Waffen zu ergreifen 26und ließ alle, welche zur Feier hinausgegangen waren, niedermachen, worauf er selbst die Stadt mit bewaffneten durchzog und eine ungeheure Menge ermordete. 27Judas, der Machabäer, aber entwich mit neun andern in die Wüste und lebte daselbst unter den Tieren auf dem Gebirge mit den Seinigen, sich von Kräutern nährend, um nicht an der Befleckung teilzunehmen.
2. Makkabäer 6
1Nicht lange darnach sandte der König einen alten Antiochener, welcher die Juden zwingen sollte, von den Gesetzen ihrer Väter und Gottes abzufallen, 2den Tempel zu Jerusalem zu verunreinigen, ihn nach dem olympischen Jupiter zu benennen und den zu Garizim nach dem gastlichen Jupiter, gemäß der Eigenschaft der Bewohner des Ortes. 3So stürzte über das ganze Volk eine schreckliche Flut der schlimmsten Übel herein, 4denn der Tempel war mit Schwelgerei und Lustgelagen der Heiden erfüllt, welche mit Buhlerinnen Unzucht trieben, die Weiber aber drängten sich frech in die heiligen Orte und trugen ungebührliche Dinge hinein. 5Der Altar war mit unerlaubten Dingen angefüllt, die von dem Gesetze verboten waren. 6Weder hielt man die Sabbate noch feierte man die vaterländischen Feste noch wagte jemand, überhaupt sich als Jude zu bekennen. 7Dagegen wurden sie mit bitterem Zwange am Geburtstage des Königs zu den Opfern getrieben; und wenn man das Fest des Bacchus feierte, wurden sie gezwungen, mit Epheu bekränzt, dem Bacchus zu Ehren im Umgange einherzuziehen. 8Es erging auch auf den Rat der Ptolemäer ein Befehl an die benachbarten heidnischen Städte, auf gleiche Weise gegen die Juden zu verfahren, damit diese opferten; 9die aber, welche zu den Sitten der Heiden nicht übergehen wollten, sollten sie töten. Darum sah man großen Jammer. 10Denn zwei Frauen wurden angeklagt, ihre Söhne beschnitten zu haben, diesen hängten sie die Kinder an die Brust, führten sie öffentlich durch die Stadt und stürzten sie zuletzt von der Mauer herab. 11Andere, die in den nahe gelegenen Höhlen zusammenkamen, um den Tag des Sabbats heimlich zu feiern, wurden dem Philippus angezeigt und verbrannt, weil sie aus gewissenhafter Beobachtung des Sabbats Bedenken trugen, sich mit den Waffen zu verteidigen. 12Ich bitte nun jene, welche dieses Buch lesen, nicht zu erschrecken über die Unglücksfälle, sondern zu bedenken, dass diese Vorfälle nicht zum Verderben, sondern zur Züchtigung unseres Volkes dienen. 13Denn dass den Sündern nicht lange Zeit gewährt wird, nach ihren Gelüsten zu tun, sondern bald Rache über sie verhängt wird, ist ein Zeichen großer Huld. 14Denn nicht so, wie der Herr bei andern Völkern langmütig zuwartet, um sie, wenn der Tag des Gerichtes gekommen, nach der Vollzahl ihrer Sünden zu strafen, 15hat er auch für uns beschlossen, erst Rache an uns zu üben, wenn unsere Sünden aufs höchste gestiegen. 16Daher entzieht er uns nie seine Barmherzigkeit, und wenn er auch sein Volk mit Unglück straft, verlässt er es doch nicht. 17Doch dies sei nur kurz zur Erinnerung für die Leser gesagt. Nun wollen wir wieder auf die Erzählung zurückkommen. 18Eleazar, einer der angesehensten Schriftgelehrten, ein Mann in schon vorgerücktem Alter, ehrwürdigen Aussehens, sollte Schweinefleisch essen und man wollte ihn dazu zwingen, indem man ihm den Mund aufsperrte. 19Doch er zog den rühmlichsten Tod einem verabscheuungswürdigen Leben vor und ging freiwillig zur Marterbank. 20Er beherzigte, wie es seine Pflicht sei hinzutreten, und so harrte er in Geduld aus, entschlossen, nichts Unerlaubtes aus Liebe zum Leben zu begehen. 21Die aber, welche dabei standen, nahmen ihn, aus alter Freundschaft zu dem Manne zu verkehrtem Mitleiden bewegt, heimlich beiseite und baten ihn, sich Fleisch bringen zu lassen, dass ihm zu essen erlaubt sei, um sich den Anschein zu geben, als esse er dem Befehle des Königs gemäß von dem Opferfleische, 22um auf diese Weise dem Tode zu entgehen. Aus alter Freundschaft zu dem Manne handelten sie so menschenfreundlich an ihm. 23Er aber dachte an die hohe Würde seiner Jahre und seines Greisenalters, an den angestammten Adel des grauen Hauptes und seinen lobwürdigen Wandel von Jugend auf und erklärte sogleich nach den Bestimmungen des heiligen, von Gott gegebenen Gesetzes, er wolle in die Unterwelt gesendet werden. 24Denn, sprach er, es geziemt sich nicht für unser Alter zu heucheln, so dass viele der Jüngeren, in der Meinung, der neunzigjährige Eleazar sei zum Heidentum übergegangen, 25auch ihrerseits an meiner Heuchelei und der kurzen Zeit eines vergänglichen Lebens willen durch mich verführt werden und ich so Schande und Schimpf auf mein Alter ringe. 26Denn sollte ich auch jetzt der Marter der Menschen entgehen, so werde ich doch der Hand des Allmächtigen weder lebend noch tot entfliehen. 27Darum will ich mannhaft das Leben lassen; so werde ich mich meines Alters würdig erweisen, 28den Jüngeren aber ein heldenmütiges Beispiel hinterlassen, wenn ich willigen Herzens und mutig für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze eines ehrenvollen Todes sterbe. Nach diesen Worten ward er alsbald zur Marterbank geschleppt. 29Die aber, welche ihn hinführten und kurz vorher noch milde gewesen waren, wurden durch die Worte, die er sprach, in Zorn versetzt, da sie meinten, er habe dieselben aus Stolz gesprochen. 30Als er nun unter den Schlägen dem Tode nahe war, seufzte er auf und sprach: Herr! der du die heilige Wissenschaft hast, dir ist kund, dass ich, während ich mich vom Tod frei machen könnte, harte Schmerzen am Leibe erdulde, in meiner Seele aber dieses gern aus Furcht vor dir ertrage. 31So schied dieser Mann aus dem Leben und hinterließ nicht nur den Jüngeren, sondern dem ganzen Volke das Andenken an seinen Tod als ein Vorbild der Tugend und des Starkmutes.