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Die Bibel in einem Jahr · Tag 132 von 365

1. Makkabäer 5–8

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

1. Makkabäer 5

1Und es geschah, als die Heiden ringsum vernahmen, dass der Altar und das Heiligtum wie vorher aufgebaut sei, ergrimmten sie sehr 2und beschlossen, alle vom Geschlechte Jakobs, die unter ihnen waren, zu vertilgen und begannen, das Volk zu töten und zu verfolgen. 3Judas aber kämpfte gegen die Söhne Esaus in Idumäa und in Akrabathane, weil sie die Israeliten einschlossen, und brachte ihnen eine große Niederlage bei. 4Auch gedachte er der Bosheit der Söhne Beans, welche dem Volke zur Schlinge und zum Fallstricke gewesen waren, indem sie ihnen auf dem Wege auflauerten. 5Diese wurden von ihm in die Türme eingeschlossen und er belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre Türme samt allen, die darin waren. 6Alsdann zog er weiter gegen die Söhne Ammons und traf auf ein starkes Heer und zahlreiche Kriegsmacht und auf Timotheus, ihren Anführer. 7Gegen diese lieferte er viele Schlachten und er schlug sie und sie wurden vor ihnen vernichtet. 8Und nachdem er die Stadt Gazer und ihre Tochterstädte erobert hatte, kehrte er nach Judäa zurück. 9Darnach versammelten sich die Heiden in Galaad wider die Israeliten, die innerhalb ihres Gebietes wohnten, um diese auszurotten. Sie aber flohen in die Feste Datheman 10und sandten Briefe an Judas und seine Brüder des Inhalts: Die Heiden haben sich rings um uns vereinigt, um uns zu vernichten. 11Sie schicken sich an, zu kommen und die Feste einzunehmen, in welche wir geflohen sind, und Timotheus ist der Anführer ihres Heeres. 12So komme nun und errette uns aus ihrer Gewalt, denn eine Menge von uns ist gefallen. 13Auch alle unsere Brüder, welche im Gebiete von Tubin wohnten, sind getötet; ihre Frauen und Kinder, sowie ihre Habe haben jene gefangen weggeführt und haben daselbst bei tausend Männer getötet. 14Noch wurde der Brief verlesen, siehe, da kamen andere Boten aus Galiläa mit zerrissenen Kleidern und meldeten Ähnliches, 15indem sie sprachen, es hätten sich gegen sie die Bewohner von Ptolemais und Tyrus und Sidon gesammelt und ganz Galiläa sei voll der Fremden, die uns vertilgen wollen. 16Da nun Judas und das Volk diese Nachrichten hörte, vereinte sich eine große Versammlung, um zu beratschlagen, was sie für ihre Brüder, die in Bedrängnis waren und von jenen bekriegt wurden, tun sollten. 17Da sprach Judas zu seinem Bruder Simon: Wähle dir Männer aus und ziehe hin und befreie deine Brüder in Galiläa, ich aber und mein Bruder Jonathas, wir werden nach Galaad ziehen. 18Und er ließ Joseph, den Sohn des Zacharias, und Azarias als Befehlshaber des Volkes bei dem Reste des Heeres in Judäa zum Schutze zurück. 19Und er gebot ihnen und sprach: Stehet diesem Volke vor, doch liefert den Heiden keine Schlacht, bis wir zurückkehren. 20Hierauf wurden dem Simon dreitausend Mann zugeteilt, dass er nach Galiläa ziehe, dem Judas aber achttausend Mann für Galaad. 21So zog denn Simon nach Galiläa und lieferte den Heiden viele Schlachten und die Heiden wurden vor ihm niedergeworfen und er verfolgte sie bis zum Tore 22von Ptolemais und es fielen von den Heiden gegen dreitausend Mann und er nahm ihnen Beute ab. 23Hierauf nahm er die, welche in Galiläa und in Arbat waren mit ihren Weibern und Kindern und allem, was sie hatten, und brachte sie mit großer Freude nach Judäa. 24Judas aber, der Machabäer, und sein Bruder Jonathas überschritten den Jordan und zogen drei Tagreisen weit durch die Wüste. 25Da stießen die Nabuthäer auf sie, diese begegneten ihnen friedlich und erzählten ihnen alles, was ihren Brüdern in Galaad widerfahren war 26und dass viele von ihnen in Barasa und in Bosor und in Alimis und Kasphor, Maget, und Karnaim, lauter großen und festen Städten, festgehalten seien. 27Aber auch in den übrigen Städten von Galaad werden Gefangene zurückgehalten und für den folgenden Tag haben die Feinde beschlossen, mit ihrem Heere gegen diese Städte zu ziehen, sie einzunehmen und jene an einem Tage zu vernichten. 28Da wandte sich Judas mit seinem Heere plötzlich in die Wüste nach Bosor und nahm die Stadt ein und tötete alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwertes, bemächtigte sich aller ihrer Beute und brannte sie nieder. 29Des Nachts brachen sie von da auf und zogen bis zur Feste. 30Als es aber Morgen ward und sie ihre Augen erhoben, siehe, da war eine Unmenge von Kriegsvolk, unzählbar viel, das Sturmleitern und Maschinen trug, um die Feste einzunehmen und die Juden zu überwältigen. 31Als nun Judas sah, dass der Kampf begonnen, und Kriegsgeschrei mit Trompetenschall zum Himmel aufstieg und lautes Geschrei aus der Stadt, 32sprach er zu seinem Heere: Kämpfet heute für eure Brüder! 33Hierauf fiel er jenen mit drei Heerhaufen in den Rücken, dazu ließen die Juden die Trompeten erschallen und riefen, laut betend. 34Da erkannte das Heer des Timotheus, dass er der Machabäer sei, und sie flohen vor ihm; die Juden aber richteten eine große Niederlage unter ihnen an und es fielen ihrer an jenem Tage gegen achttausend Mann. 35Hierauf wandte sich Judas gegen Maspha, erstürmte es und nahm es ein, tötete alles, was darin männlich war, und nahm die Beute und verbrannte die Stadt. 36Von da zog er weiter und nahm Kasbon und Mageth und Bosor und die übrigen Städte von Galaad ein. 37Nach diesen Begebenheiten sammelte Timotheus ein anderes Heer und lagerte sich Raphon gegenüber, jenseits des Flusses. 38Da sandte Judas hin, über das Heer Kundschaft zu bringen, und es ward ihm berichtet: Es haben sich um ihn alle Völker gesammelt, die rings um uns her sind, eine überaus starke Heeresmacht. 39Auch haben sie die Araber als Hilfstruppen gedungen und haben jenseits des Flusses ein Lager aufgeschlagen, bereit, mit dir den Kampf zu beginnen. Judas zog fort, ihnen entgegen. 40Timotheus aber sprach zu den Obersten seines Heeres: Wenn Judas mit seinem Heere an den Fluss heranzieht und zuerst zu uns herüberkommt, werden wir nicht gegen ihn standhalten können, denn er wird uns überlegen sein. 41Wenn er sich aber fürchtet, herüber zu kommen und sich jenseits des Flusses lagert, so wollen wir hinübergehen, ihnen entgegen, und werden über ihn die Oberhand erlangen. 42Als nun Judas an den Fluss herangekommen war, stellte er die Vorsteher des Volkes an demselben auf und gebot ihnen und sprach: Lasset keinen hier zurückbleiben, sondern alle sollen in den Kampf ziehen! 43Und ihnen zuvorkommend, setzte er auf das Ufer der Feinde über und das ganze Volk folgte ihm nach und alle Heiden wurden vor ihnen geschlagen, warfen ihre Waffen weg und flohen in den Tempel zu Karnaim. 44Er nahm aber diese Stadt ein und zündete den Tempel an samt allen, welche darin waren. So ward Karnaim unterworfen und konnte Judas nicht standhalten. 45Judas aber sammelte alle Israeliten, welche in Galaad waren, klein und groß, samt ihren Weibern und Kindern, ein sehr großes Heer, damit sie in das Land Juda zögen. 46Und sie kamen bis Ephron. Dies ist eine große Stadt, am Eingange gelegen, sehr fest, bei der man weder zur Rechten noch zur Linken vorbeikommen konnte, denn der Weg führte mitten durch sie hindurch. 47Die Bewohner der Stadt aber schlossen sich ein und versammelten die Tore mit Steinen. Da sandte Judas an sie und ließ mit friedlichen Worten 48sagen: Lasset uns durch euer Land ziehen, dass wir in unser Land kommen; niemand wird euch Übles tun, wir wollen einzig hindurchziehen. Sie aber wollten ihnen nicht auftun. 49Da ließ Judas in dem Heere ausrufen, ein jeder solle sich in Schlachtordnung stellen an dem Orte, wo er gerade sei. 50Alsbald stellten sich die Männer des Heeres in Schlachtordnung und kämpften gegen die Stadt jenen ganzen Tag und die ganze Nacht und die Stadt fiel in seine Hände. 51Da machten sie alles, was männlich war, mit der Schärfe des Schwertes nieder und er zerstörte sie von Grund aus und plünderte sie und zog durch die ganze Stadt über die Erschlagenen hinweg. 52Sodann zogen sie über den Jordan in die große Ebene, Bethsan gegenüber. 53Judas aber sammelte den Nachtrab und sprach dem Volke auf dem ganzen Wege Mut zu, bis sie in das Land Juda kamen. 54Dann zogen sie auf den Berg Sion mit Freude und Jubel und brachten Brandopfer dar, weil keiner von ihnen gefallen war, bis sie in Frieden heimkehrten. 55Während der Tage aber, wo Judas und Jonathas im Lande Galaad und sein Bruder Simon in Galiläa vor Ptolemais waren, 56hörte Joseph, der Sohn Zacharias, und Azarias, der Anführer des Heeres, von den tapferen Taten und den Schlachten, welche geliefert wurden. 57Da sprach er: Auch wir wollen uns einen Namen machen und hinziehen und wider die Heiden um uns her kämpfen. 58So bot er denn sein Heer auf und sie zogen gegen Jamnia. 59Gorgias aber zog samt seinen Leuten aus der Stadt heraus, ihnen entgegen zur Schlacht. 60Joseph und Azarias wurden in die Flucht geschlagen bis an die Grenze von Judäa und es fielen an jenem Tage vom Volke Israel gegen zweitausend Mann und das Volk erlitt eine schwere Niederlage, 61weil sie nicht auf Judas und seine Brüder gehört hatten, indem sie meinten, Heldentaten verrichten zu können. 62Sie aber waren nicht vom Geschlechte jener Männer, durch welche in Israel Rettung geschaffen worden. 63Die Männer von Juda dagegen wurden von ganz Israel und von allen Völkern, wo man ihren Namen hörte, hoch gerühmt. 64Und viele strömten herbei unter freudigem Zuruf. 65Hierauf zog Judas mit seinen Brüdern aus und kämpfte gegen die Söhne Esaus im Lande gegen Mittag und er eroberte Chebron und dessen Tochterstädte und brannte seine Mauern und Türme ringsumher nieder. 66Sodann brach er auf, um in das Land der Fremdlinge zu ziehen, und durchzog Samaria. 67An jenem Tage fielen Priester im Kampfe, indem sie Tapferkeit zeigen wollten, aber unbedacht in den Kampf auszogen. 68Judas aber wandte sich nach Azot in das Land der Fremdlinge, zerstörte ihre Altäre und verbrannte die Schnitzbilder ihrer Götter und plünderte die Städte und kehrte hierauf in das Land Juda zurück.

1. Makkabäer 6

1Der König Antiochus durchzog die oberen Länder. Da er nun hörte, dass in Persien die Stadt Elymais sei, eine hochberühmte Stadt, reich an Silber und Gold, 2und dass der Tempel daselbst mit Kostbarkeiten wohl ausgestattet sei und sich in demselben goldene Vorhänge und Panzer und Schilde befänden, welche Alexander, der Sohn Philipps, der König von Macedonien, der zuerst in Griechenland herrschte, dort zurückgelassen hatte. 3zog er dahin und suchte die Stadt einzunehmen und sie auszuplündern; aber er vermochte es nicht, weil der Plan den Bewohnern der Stadt kund geworden war. 4Daher erhoben sie sich zum Kampfe, so dass er von da wegfliehen musste, und er zog mit großer Betrübnis ab und kehrte nach Babylon zurück. 5Da kam ein Bote nach Persien, ihm zu melden, dass das Heerlager, welches im Lande Juda war, in die Flucht geschlagen 6und dass Lysias, der an der Spitze einer starken Mannschaft hingezogen, von den Juden versprengt worden sei; diese aber hätten sich verstärkt durch Waffen und Heeresmacht und durch die viele Beute, welche sie dem Heere abgenommen, das sie geschlagen. 7Auch hätten sie den Greuel zerstört, den er auf dem Altar in Jerusalem aufgerichtet, und das Heiligtum wie zuvor mit hohen Mauern umgeben und sogar auch seine Stadt Bethsura. 8Und es geschah, als der König diese Nachricht vernahm, erschrak er und ward tief erschüttert, so dass er auf das Lager sank und vor Betrübnis in eine Krankheit verfiel, weil es ihm nicht von statten gegangen, wie er gedacht. 9Und er blieb viele Tage dort, weil ihn immer von neuem große Betrübnis überfiel, so dass er glaubte, er werde sterben. 10Da berief er alle seine Freunde und sprach zu ihnen: Der Schlaf flieht von meinen Augen, ich erliege und bin mutlos vor Kummer. 11Darum sprach ich in meinem Herzen: In welch große Trübsal bin ich geraten, in welches Meer von Traurigkeit bin ich jetzt versunken, der ich gütig war und geliebt in meinem Reiche! 12Nun aber gedenke ich des Bösen, das ich in Jerusalem verübt, von wo ich auch alle goldenen und silbernen Geräte, welche darin waren, als Beute weggenommen, und dass ich hingesandt habe, die Bewohner Judäas ohne Ursache zu vernichten. 13Nun erkenne ich wohl, dass um deswillen mich diese Übel betroffen haben, und sehet, ich komme vor großer Trübsal in fremdem Lande um. 14Hierauf berief er den Philippus, einen seiner Freunde, und setzte diesen über sein ganzes Reich. 15Und er gab ihm sein Diadem, sein königliches Gewand und den Ring, dass er Antiochus, seinen Sohn, erziehen und erhalten und die Herrschaft übernehmen sollte. 16Und der König Antiochus starb daselbst im hundertneunundvierzigsten Jahre. 17Als nun Lysias erfuhr, dass der König gestorben sei, setzte er dessen Sohn Antiochus, den er in seiner Jugend erzogen hatte, zum Könige ein und gab ihm den Namen Eupator. 18Die Leute auf der Burg aber schlossen Israel ein rings um das Heiligtum und suchten ihnen beständig Böses zuzufügen, die Heiden aber zu unterstützen. 19Da beschloss Judas, sie zu vertilgen, und er versammelte das ganze Volk, um sie zu belagern. 20Sie kamen alle zusammen und belagerten jene im hundertfünfzigsten Jahre und machten sich Wurfmaschinen und anderes Belagerungsgerät. 21Einige aber von den Belagerten entkamen und einige Gottlose aus Israel gesellten sich ihnen zu. 22Diese gingen zu dem Könige und sprachen: Wie lange noch wirst du nicht Recht schaffen und unsere Brüder rächen? 23Wir waren entschlossen, deinem Vater zu dienen und seinen Vorschriften gemäß zu wandeln und seinen Befehlen zu gehorchen, 24doch die Söhne unsers Volkes wurden uns deshalb feind, ja, wen immer sie von uns trafen, den töteten sie und plünderten unsere Habe. 25Und nicht gegen uns allein streckten sie die Hand aus, sondern auch gegen unser ganzes Land. 26Und siehe, jetzt belagern sie die Burg in Jerusalem, um sie zu erobern, und haben die Feste Bethsura befestigt. 27Wenn du ihnen nicht schleunig zuvorkommst, so werden sie noch Schlimmeres tun als dieses und du wirst nicht imstande sein, sie zu bewältigen. 28Als der König dies hörte, ward er zornig und berief alle seine Freunde und seine Heerführer und die Befehlshaber der Reiterei, 29aber auch aus andern Reichen und von den Inseln des Meeres kamen zu ihm gedungene Heere. 30Und die Zahl seiner Heeresmacht belief sich auf hunderttausend Mann zu Fuß und zwanzigtausend zu Pferd nebst zweiunddreißig zum Kampfe abgerichteten Elefanten. 31Sie zogen durch Idumäa und belagerten Bethsura und kämpften dagegen viele Tage und stellten Maschinen auf; die Belagerten aber machten einen Ausfall, verbrannten diese mit Feuer und stritten tapfer. 32Judas indes brach von der Burg auf und lagerte sich bei Bethzachara, dem Lager des Königs gegenüber. 33Da machte sich der König vor Tagesanbruch auf und ließ das Heer schnell zum Sturme aufbrechen des Weges auf Bethzachara zu und seine Truppen stellten sich zum Kampfe auf und stießen in die Trompeten; 34den Elefanten aber zeigten sie den roten Saft von Trauben und Maulbeeren, um sie zum Kampfe anzueifern. 35Dann verteilten sie die Tiere unter die Schlachtreihen, so dass bei jedem Elefanten tausend Mann standen mit kettenartigen Panzerhemden bedeckt und ehernen Helmen auf den Häuptern, auch waren fünfhundert auserlesene Reiter jedem Tiere beigeordnet. 36Diese waren schon früher immer da, wo das Tier war; und wohin es ging, dahin gingen sie, ohne von ihm zu weichen. 37Auf jedem Tiere waren ferner zum Schutze feste Holztürme und auf diesen Maschinen und auf jedem waren zweiunddreißig tapfere Männer, welche auf denselben kämpften, und ein Indier, der das Tier leitete. 38Die übrige Reiterei aber stellte er hier und dort auf die beiden Seiten, um das Heer durch die Trompeten zu leiten und die in seine Schlachtreihen eingereihten Scharen anzutreiben. 39Als nun die Sonne auf die goldenen und ehernen Schilde schien, erglänzten die Berge davon und strahlten wie Feuerfackeln. 40Ein Teil des königlichen Heeres verteilte sich über die Höhen hin, ein anderer über die Niederung, und sie rückten vorsichtig und wohlgeordnet vor. 41Da wurden alle Bewohner des Landes vor dem Getöse der Menge und dem Anmarsche der Scharen und dem Zusammenschlagen der Waffen bestürzt, denn es war ein sehr großes und gewaltiges Heer. 42Nun nahte auch Judas mit seinem Heere zum Kampfe und es fielen vom Heere des Königs sechshundert Mann. 43Als Eleazar, der Sohn Sauras, eines der Tiere mit einem königlichen Panzer gewappnet sah, das über alle andern Tiere hervorragte, schien es ihm, dass der König darauf sei. 44Da opferte er sich auf, um sein Volk zu retten und sich einen unsterblichen Namen zu erwerben. 45Kühn lief er auf dasselbe zu, mitten in die Schlachtreihe hinein und tötete rechts und links, so dass sie vor ihm auf beiden Seiten fielen. 46Dann lief er zwischen den Füßen des Elefanten hindurch, stellte sich unter denselben und tötete ihn; da stürzte dieser zu Boden auf ihn, so dass er daselbst starb. 47Doch als sie die Übermacht des Königs und den heftigen Andrang seines Heeres sahen, zogen sie sich wieder vor ihnen zurück. 48Das Heer des Königs aber zog gegen sie vor Jerusalem und lagerte sich gegen Judäa am Berge Sion. 49Mit denen, welche in Bethsura waren, schloss er Frieden, so dass diese aus der Stadt abzogen, weil sie, darin eingeschlossen, keine Lebensmittel mehr hatten; denn es war gerade Ruhezeit für das Land. 50So nahm der König Bethsura ein und legte eine Besatzung hinein, es zu verwahren. 51Hierauf belagerte er das Heiligtum lange Zeit und stellte daselbst Wurfgeschosse und Maschinen, Feuerschleudern, Geräte zum Steinschleudern, Wurfspieße, Skorpione, um Pfeile zu entsenden, und Schleudern auf. 52Aber auch jene richteten Maschinen gegen die der Gegner und kämpften so lange Zeit. 53Doch die Lebensmittel gingen in der Stadt aus, denn es war das siebte Jahr und die, welche von den Heiden in Judäa zurückgeblieben waren, hatten den übrigen Vorrat verzehrt. 54So blieben im Heiligtum nur wenige Männer übrig, denn der Hunger nahm bei ihnen überhand, und sie zerstreuten sich, ein jeder in seine Heimat. 55Da hörte Lysias, dass Philippus, den der König Antiochus noch bei Lebzeiten zur Erziehung seines Sohnes Antiochus bestellt hatte und der einstweilen die Herrschaft führen sollte, 56aus Persien und Medien mit dem Heere, das mit ihm ausgezogen war, zurückgekehrt sei und dass er darnach strebe, die Reichsgeschäfte zu übernehmen. 57Darum beeilte er sich, abzuziehen und zu dem Könige und den Anführern des Heeres zu sagen: Wir werden von Tag zu Tag schwächer und haben wenig Lebensmittel, dazu ist der Ort, den wir belagern, fest und uns liegt es ob, für das Reich Sorge zu tragen. 58Lasset uns daher diesen Leuten die Rechte reichen und Frieden mit ihnen und ihrem ganzen Volke schließen 59und lasset uns ihnen gestatten, dass sie wie zuvor nach ihren Satzungen wandeln; denn ihrer Satzungen wegen, die wir verächtlich behandelt haben, sind sie ergrimmt und haben dieses alles getan. 60Dieser Vorschlag gefiel dem Könige und den Anführern wohl und er sandte Boten an sie, um Frieden zu schließen, und sie nahmen diesen an. 61Hierauf schwor ihnen der König samt den Anführern und sie zogen aus der Festung ab. 62Als aber der König auf den Berg Sion kam und die Befestigung des Ortes sah, brach er alsbald den Eid, den er geschworen, und befahl, die Mauer ringsum niederzureißen. 63Alsdann zog er in Eile fort und kehrte nach Antiochia zurück. Dort fand er Philippus als Herrn der Stadt und kämpfte gegen ihn und nahm die Stadt in Besitz.

1. Makkabäer 7

1Im hundertundfünfzigsten Jahre entwich Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus der Stadt Rom und landete mit wenigen Leuten in einer Stadt am Meere und ward daselbst König. 2Und es begab sich, als er in den Königspalast seiner Väter einzog, ergriff das Heer den Antiochus und Lysias, um sie vor ihn zu bringen. 3Da ihm dies kund ward, sprach er: Lasset mich ihr Angesicht nicht sehen! 4Da tötete das Heer sie und Demetrius bestieg den Thron seines Reiches. 5Und es kamen zu ihm ruchlose und gottlose Männer aus Israel, Alkimus an ihrer Spitze, der Priester werden wollte. 6Diese verklagten das Volk bei dem Könige und sprachen: Judas und seine Brüder haben alle deine Freunde umgebracht und haben uns aus unserm Lande vertrieben. 7Darum sende nun einen Mann, dem du vertraust, dass er hinziehe und alle die Zerstörung sehe, die jener über uns und die Länder des Königs gebracht hat, und alle seine Freunde und deren Helfer strafe. 8Da erwählte der König aus seinen Freunden den Bacchides, der im Reiche jenseits des großen Stromes die Herrschaft führte und dem Könige treu war. Diesen entsandte er, 9dass er die Zerstörung, welche Judas angerichtet, in Augenschein nehmen sollte; überdies setzte er den gottlosen Alkimus in das Priestertum ein und hieß ihn, Rache zu nehmen an den Söhnen Israels. 10Jene machten sich auf und kamen mit großer Heeresmacht in das Land Juda und sandten Boten, um zu unterhandeln, an Judas und seine Brüder mit friedlichen Worten, doch in Arglist. 11Diese aber achteten nicht auf ihre Worte, denn sie sahen, dass jene mit großer Heeresmacht gekommen waren. 12Da versammelte sich bei Alkimus und Bacchides eine Schar von Schriftgelehrten, um Recht zu suchen. 13Die ersten von den Söhnen Israels, welche von ihnen Frieden begehrten, waren die Assidäer, 14denn sie dachten: Ein Priester aus dem Geschlechte Aarons ist gekommen, ein solcher wird uns nicht hintergehen wollen. 15Und er redete mit ihnen friedliche Worte und schwor ihnen und sprach: Wir werden euch und euren Freunden kein Leid zufügen! 16Da glaubten sie ihm, doch er ergriff sechzig Männer von ihnen und tötete sie an einem Tage, nach dem Worte, welches geschrieben steht: 17Das Fleisch deiner Heiligen und ihr Blut haben sie rings um Jerusalem her vergossen und es war niemand, der sie begrub. 18Da befiel Furcht und Schrecken das ganze Volk, denn sie sprachen: Bei ihnen ist keine Treue und Gerechtigkeit, denn sie haben den Vertrag und den Eid, den sie geschworen, gebrochen. 19Hierauf brach Bacchides von Jerusalem auf und lagerte sich in Bethzecha und sandte aus und ließ viele von denen ergreifen, die ihn verlassen hatten, auch metzelte er einige von dem Volke nieder und warf sie in den großen Brunnen. 20Hierauf übergab er dem Alkimus das Land und ließ ihm Mannschaft zu seiner Unterstützung zurück. Alsdann zog Bacchides ab zum Könige. 21Alkimus aber bemühte sich sehr um sein Hohepriestertum. 22Und es sammelten sich um ihn alle, welche ihr Volk in Verwirrung brachten, und bemächtigten sich des Landes Juda und richteten großes Unheil in Israel an. 23Da nun Judas all das Übel sah, welches Alkimus und sein Anhang den Söhnen Israels zufügte, viel schlimmer als die Heiden, 24durchzog er ganz Judäa ringsum und nahm Rache an den abtrünnig gewordenen Männern, so dass sie abließen, weiter das Land zu durchziehen. 25Als aber Alkimus sah, dass Judas und die Seinen überlegen seien, und erkannte, dass er ihnen nicht standhalten könne, kehrte er zum Könige zurück und klagte sie vieler Verbrechen an. 26Da sandte der König Nikanor, einen seiner angesehensten Feldherrn, der Israel sehr feindselig war, und befahl diesem, das Volk zu vertilgen. 27So kam denn Nikanor mit großer Heeresmacht nach Jerusalem und sandte zu Judas und dessen Brüdern mit friedlichen Worten in böslicher Absicht, 28indem er sagen ließ: Es sei kein Kampf zwischen mir und euch! Ich werde mit wenigen Leuten kommen, euer Angesicht in Frieden zu schauen. 29Als er nun zu Judas kam, begrüßten sie einander friedlich, doch die Feinde hielten sich bereit, Judas wegzuschleppen. 30Die Kunde davon, dass jener mit Hinterlist zu ihm komme, gelangte indes an Judas und und er fürchtete sich vor ihm und wollte ihn nicht mehr sehen. 31Da erkannte Nikanor, dass sein Anschlag entdeckt sei, und zog Judas zur Schlacht bei Kapharsalama entgegen. 32Und es fielen von Nikanors Heere gegen fünftausend Mann, die übrigen flohen in die Davidsstadt. 33Nach diesen Ereignissen zog Nikanor auf den Berg Sion. Da kamen einige Priester des Volkes heraus, ihn in Frieden zu begrüßen und ihm die Brandopfer zu zeigen, welche für den König dargebracht wurden. 34Er aber verspottete sie, verlachte und verunreinigte sie und redete übermütig 35und schwor voll Zorn und sprach: Wenn Judas und sein Heer nicht in meine Hände geliefert wird, so will ich alsbald, wenn ich wohlbehalten wieder zurückkehre, dieses Haus niederbrennen. Dann ging er mit großem Zorne hinaus, 36die Priester aber traten hinein vor den Altar und den Tempel und sprachen unter Tränen: 37Du, o Herr! hast dieses Haus erwählt, dass dein Name über dasselbe angerufen werde, dass es ein Haus des Gebetes und Flehens für dein Volk sei. 38Nimm Rache an diesem Menschen und seinem Heere, dass sie durch das Schwert fallen; gedenke ihrer Lästerungen und lass sie nicht Bestand haben. 39Indes zog Nikanor von Jerusalem weg und lagerte sich bei Bethoron, dort stieß ein syrisches Heer zu ihm. 40Judas aber lagerte sich in Adarsa mit dreitausend Mann. Und Judas betete und sprach: 41Als die Gesandten des Königs Sennacherib dich lästerten, Herr! ging ein Engel aus und er schlug von ihnen zur Strafe hundertfünfundachtzigtausend; 42so vernichte dieses Heer heute vor uns, auf dass die übrigen erkennen, dass er lästerlich über dein Heiligtum geredet, und richte ihn seiner Bosheit gemäß. 43Am dreizehnten Tage des Monats Adar kam es zwischen den Heeren zum Kampfe, da ward das Heer Nikanors geschlagen und er selbst fiel als erster im Kampfe. 44Als nun sein Heer sah, dass Nikanor gefallen war, warfen sie ihre Waffen weg und flohen. 45Jene aber verfolgten sie eine Tagreise weit von Adazer, bis man nach Gazara kommt, und sie bliesen mit den Trompeten hinter ihnen her, um Zeichen zu geben. 46Da kamen aus allen Ortschaften Judäas ringsumher Leute und setzten ihnen allenthalben hart zu und jene wandten sich nochmals gegen sie, so dass sie alle durch das Schwert fielen, und auch nicht einer blieb von ihnen übrig. 47Und sie nahmen ihnen reiche Beute ab und hieben dem Nikanor das Haupt und seine Rechte ab, die er im Übermut ausgestreckt hatte, diese brachten sie und hingen sie vor Jerusalem auf. 48Da freute sich das Volk sehr und beging diesen Tag in großer Freude. 49Judas aber setzte fest, dass dieser Tag, der dreizehnte des Monats Adar, jährlich gefeiert werden sollte. 50Und das Land Juda hatte auf kurze Zeit Ruhe.

1. Makkabäer 8

1Nun hörte Judas von dem Namen der Römer, dass sie stark und mächtig seien und willfährig zu allem, um was man sie bitte, und dass sie mit denen, welche sich an sie wenden, Bündnisse eingehen und dass sie stark und mächtig seien. 2Auch hörten sie von ihren Schlachten und großen Taten, welche jene in Galatien vollbracht, dass sie dieses überwältigt und zinsbar gemacht; 3und wie Großes sie im Lande Spanien ausgeführt, indem sie sich der dortigen Metallgruben von Silber und Gold bemächtigt, und dass sie das ganze Land durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit eingenommen hätten; 4und wie sie Länder, welche sehr weit von ihnen entfernt waren, und Könige, die von den Enden der Erde gegen sie herangezogen waren, überwältigt und ihnen schwere Niederlagen beigebracht hätten und wie ihnen die übrigen jährlichen Tribut zahlen müssten. 5Ferner, dass sie den Philippus und Perseus, König der Kethiter, und andere, welche gegen sie die Waffen ergriffen, im Kriege geschlagen und überwältigt hätten 6und wie sie Antiochus den Großen, König von Asien, der gegen sie mit hundertzwanzig Elefanten und Rossen, und Wagen, und gewaltiger Heeresmacht in den Kampf gezogen, geschlagen, 7ihn lebendig gefangen genommen und ihm auferlegt hätten, dass er und seine Nachfolger in der Herrschaft einen großen Tribut zahlen und Geiseln stellen und bestimmte Abtretungen machen müssten, 8nämlich die Länder Indien, Medien, Lydien, einen Teil seiner schönsten Länder, diese hätten sie ihm genommen und dem König Eumenes gegeben. 9Ebenso dass die Bewohner von Griechenland beschlossen, wider sie auszuziehen und sie zu vernichten. Das sei ihnen aber kund geworden 10und sie hätten einen Feldherrn gegen jene gesandt und gegen sie gekämpft und es seien von jenen viele gefallen, ihre Weiber und Kinder hätten sie gefangen fortgeführt und sie ausgeplündert, ihr Land in Besitz genommen, ihre Festen zerstört und sie in Abhängigkeit gebracht bis auf diesen Tag. 11Auch die übrigen Reiche und Inseln, die ihnen einst Widerstand geleistet, hätten sie verheert und unterjocht. 12Mit ihren Freunden aber und mit denen, die sich ihnen anvertrauten, hielten sie Freundschaft und hätten Königreiche nah und fern erobert, und wer nur immer von ihrem Namen höre, der fürchte sich vor ihnen. 13Die aber, denen sie zur Herrschaft verhelfen wollten, herrschten; wen sie aber wollten, entsetzten sie der Herrschaft und sie seien zu hoher macht gelangt. 14Bei all dem aber trage keiner das Diadem noch den Purpur, um damit zu prangen, 15sondern sie hätten unter sich eine Ratsversammlung eingesetzt und Tag für Tag hielten ihrer dreihundert und zwanzig Rat und ratschlagten immer über das Volk, damit es seiner würdige Taten vollbringe. 16Und sie betrauten jedes Jahr einen Mann mit der Obergewalt und der Herrschaft über ihr ganzes Gebiet und alle gehorchten dem einen, ohne dass Neid oder Eifersucht unter ihnen bestehe. 17Da wählte Judas Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes Jakobs, und Jason, den Sohn Eleazars, und sandte sie nach Rom, um mit jenen Freundschaft und Bundesgenossenschaft einzugehen, 18damit jene ihnen das Joch der Griechen abnähmen, weil sie sähen, dass diese das Reich Israel mit Knechtschaft bedrückten. 19Diese zogen nach Rom, eine überaus weite Reise, und kamen in die Ratsversammlung und sprachen: 20Judas, der Machabäer, und dessen Brüder und das Volk der Juden senden uns zu euch, um mit euch Bundesgenossenschaft und Friedensertrag zu schließen, dass ihr uns als eure Bundesgenossen und Freunde erkläret. 21Diese Rede gefiel jenen wohl. 22Dies ist die Abschrift dessen, was sie auf eherne Tafeln schrieben und nach Jerusalem sandten, dass es ihnen daselbst als Denkmal des Friedensvertrages und der Bundesgenossenschaft diente: 23Möge es den Römern und dem Volke der Juden zu Wasser und zu Land immerdar wohlergehen und Schwert und Feind von ihnen fern bleiben! 24Wenn den Römern oder all ihren Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiete zuerst ein Krieg drohen sollte, 25so wird das Volk der Juden, wie es die Zeitumstände vorschreiben, Hilfe leisten aus ganzem Herzen 26und sie werden den Kriegsführenden nicht geben noch verschaffen Lebensmittel, Waffen, Geld, Schiffe, wie es den Römern gutdünkt, vielmehr werden sie deren Vorschriften nachkommen, ohne von ihnen etwas zu erhalten. 27Gleicherweise aber, wenn das Volk der Juden zuerst in einen Krieg verwickelt werden sollte, werden die Römer von Herzen Hilfe leisten, wie es ihnen die Umstände gestatten. 28Doch sollen den Hilfstruppen nicht gegeben werden Lebensmittel, Waffen, Geld, Schiffe, wie es den Römern gutdünkt und und sie werden deren Vorschriften nachkommen ohne Trug. 29Dieser Art waren die Festsetzungen, welche die Römer mit dem Volke der Juden trafen. 30Wenn aber später der eine oder der andere Teil etwas hinzuzufügen oder wegzulassen wünscht, so mögen sie es nach ihrem Belieben tun; und was sie immer beifügen oder weglassen, soll gültig sein. 31Auch haben wir in betreff des Bösen, das der König Demetrius gegen sie verübt hat, an ihn also geschrieben: Warum hast du dein schweres Joch unseren Freunden und Bundesgenossen, den Juden, auferlegt? 32Wenn sie sich noch einmal an uns wenden, werden wir ihnen wider dich Recht schaffen und dich zu Wasser und zu Land bekriegen.

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