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Die Bibel in einem Jahr · Tag 122 von 365

Tobit 13–14

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Tobit 13

1Der ältere Tobias aber tat seinen Mund auf, pries den Herrn und sprach: Groß bist du, o Herr! in Ewigkeit und in alle Ewigkeit währt deine Herrschaft. 2Denn du schlägst und heilst, du führst zur Unterwelt hinab und wieder herauf und niemand kann deiner Hand entfliehen. 3Preiset den Herrn, ihr Kinder Israels! Und lobet ihn vor dem Angesichte der Völker, 4denn darum hat er euch unter die Völker zerstreut, welche ihn nicht kennen, damit ihr seine Wundertaten verkündet und jenen zu wissen tuet, dass kein anderer der allmächtige Gott ist als er. 5Er hat uns um unserer Missetaten willen gezüchtigt und er wird uns um seiner Barmherzigkeit willen erlösen. 6Sehet also, was er an uns getan, und preiset ihn mit Furcht und Zittern und erhebet den König der Ewigkeit durch euer Tun. 7Ich aber will ihn preisen im Lande meiner Gefangenschaft, denn er hat seine Herrlichkeit an einem sündigen Volke erwiesen. 8Bekehret euch daher, ihr Sünder! und übet Gerechtigkeit vor Gott und glaubet, dass er euch seine Barmherzigkeit erweisen wird. 9Ich aber und meine Seele, wir wollen uns in ihm freuen. 10Preiset den Herrn, ihr alle seine Auserwählten! feiert Freudentage und danket ihm. 11Jerusalem, du Stadt Gottes! dich hat der Herr wegen der Werke deiner Hände gezüchtigt. 12Lobsinge dem Herrn wegen deiner Güter und preise den ewigen Gott, dass er seine Wohnung wieder in dir aufbaue und alle Gefangenen zu dir zurückrufe und du dich freuest in alle Ewigkeit. 13Du wirst in glänzendem Lichte erstrahlen und alle Grenzen der Erde werden dich verehren. 14Die Völker werden aus der Ferne zu dir kommen und, Geschenke darbringend, den Herrn in dir anbeten und dein Land heilig halten, 15denn sie werden den großen Namen in dir anrufen. 16Verflucht werden sein, die dich verachten, und verdammt alle, die dich lästern; gesegnet aber werden sein, die dich aufbauen! 17Du aber wirst dich deiner Kinder freuen, denn alle werden gesegnet und zu dem Herrn versammelt werden. 18Selig sind alle, die dich lieben und welche sich deines Friedens freuen! 19Meine Seele preise den Herrn, denn der Herr, unser Gott, hat Jerusalem, seine Stadt, von allen ihren Trübsalen befreit. 20Selig werde ich sein, wenn Reste meiner Nachkommen da sein werden, um die Herrlichkeit Jerusalems zu schauen. 21Die Tore Jerusalems werden aus Saphir und Smaragd gebaut werden und aus kostbarem Steine der ganze Umkreis seiner Mauern. 22Mit glänzenden und reinen Steinen werden alle seine Straßen gepflastert sein, und auf seinen Gassen wird man Alleluja singen. 23Gepriesen sei der Herr, der es erhöht hat, und seine Herrschaft über dasselbe währe von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Tobit 14

1Zu Ende sind die Worte des Tobias. Und nachdem Tobias wieder sehend geworden war, lebte er zweiundvierzig Jahre und sah die Kinder seiner Enkel. 2Nachdem er nun hundertzwei Jahre alt geworden, ward er in Ninive mit Ehren begraben. 3Sechsundfünfzig Jahre nämlich war er alt, als er das Augenlicht verlor, und sechzig Jahre, als er es wieder erhielt. 4Die übrige Zeit seines Lebens aber war er glücklich und mit gutem Fortgange in der Furcht Gottes fuhr er in Frieden dahin. 5In der Stunde seines Todes aber rief er seinen Sohn Tobias und dessen sieben junge Söhne, seine Enkel, zu sich und sprach zu ihnen: 6Der Untergang Ninives ist nahe! denn des Herrn Wort bleibt nicht unerfüllt, und unsere Brüder, welche von dem Lande Israel fern zerstreut sind, werden in dasselbe zurückkehren. 7Das ganze verlassene Land desselben wird wieder bevölkert werden und das Haus Gottes, das in ihm verbrannt ward, wird wiederum aufgebaut werden und alle, welche Gott fürchten, werden dahin zurückkehren. 8Und die Heiden werden ihre Götzen verlassen und nach Jerusalem kommen und daselbst wohnen 9und alle Könige der Erde werden sich über dasselbe freuen und den König Israels anbeten. 10Höret also, meine Kinder, euern Vater: Dienet dem Herrn in der Wahrheit und bestrebt euch zu tun, was ihm wohlgefällig ist, 11und leget euern Kindern ans Herz, dass sie alle Gerechtigkeit üben und Almosen geben, dass sie Gottes eingedenk seien und ihn zu aller Zeit aufrichtig und aus allen ihren Kräften preisen. 12Nun also, Kinder! höret mich und bleibet nicht hier; sondern an dem Tage, an welchem ihr eure Mutter neben mir in einem Grabe begraben habt, machet euch auf den Weg, um von hinnen hinwegzuziehen; 13denn ich sehe, dass die Bosheit der Stadt ihr Ende herbeiführen wird. 14Nach dem Tode seiner Mutter aber zog Tobias aus Ninive weg, mit seinem Weibe und seinen Kindern und Kindeskindern, und kehrte zu seinen Schwiegereltern zurück. 15Und er fand sie wohlbehalten in gutem Alter und trug Sorge für sie und schloss ihnen die Augen und erhielt die ganze Erbschaft des Hauses Raguel und er sah seine Kindeskinder bis in das fünfte Geschlecht. 16Und nachdem er neunundneunzig Jahre in der Furcht des Herrn vollendet hatte, begruben sie ihn mit Freuden. 17Seine ganze Verwandtschaft aber und sein ganzes Geschlecht verharrte in einem guten Leben und heiligen Wandel. So dass sie sowohl Gott als den Menschen und allen Bewohnern des Landes wohlgefällig waren.

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