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7. November 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Phil 4,10-19Evangelium · Lk 16,9-15

Erste Lesung – Phil 4,10-19

Im Schlussabschnitt seines Briefes erinnert Paulus an die mehrmalige Unterstützung, die er durch die Philipper erfahren hat. Einen Dank dafür spricht er aber nicht direkt aus, denn das entspricht nicht den Regeln antiker Freundschaft, die nicht auf Dank aus sein soll. Sein Dank ist vielmehr an Gott gerichtet, der den Philippern die Gnade des Schenkens gegeben hat. Paulus bezeichnet sich selbst als „autark“, er hat gelernt, unabhängig von den äußeren Umständen und innerlich frei zu sein. Diese Freiheit hat er sich aber nicht selbst antrainiert, sondern er verdankt sie Gott. Gott ist somit sein wichtigster Unterstützer. Die Philipper sollen daher nicht unter Druck geraten und sich nicht zu weiteren Geldspenden verpflichtet fühlen. Und er weist darauf hin, dass er ein Leben in Fülle führen kann, es fehlt ihm nichts (V.18). Letzte Aussage aus Vers 18 ist umso erstaunlicher, als Paulus diesen Brief in Gefangenschaft geschrieben hat und nicht wusste, wie sein Prozess ausgehen sollte. Doch er vertraute dem Herrn: „Alles vermag ich durch den, der mich stärkt“ – Alles: Überfluss und Armut, Freiheit und Gefangenschaft, Leben und Tod, Freude und Kummer mit Schmerz. Ein Leben in Fülle bedeutet demnach, sich zur Gänze dem Herrn anzuvertrauen, sein Evangelium anzunehmen, dann wird alles im Leben, was wir als Verlust betrachten, zu einem Gewinn werden.

Evangelium – Lk 16,9-15

Wir entfernen uns immer wieder von der Liebe Gottes, wenn wir uns auf die zwanghafte Suche nach irdischen Gütern und Reichtümern begeben. Jesus sagt dazu, dass diese verkrampfte Suche trügerisch und ein Grund für das Unglücklichsein ist. Daher schenkte er den Jüngern und auch uns die grundlegende Lebensregel: Euch muss es zuerst um das Reich Gottes gehen! (Mt 6,33). Es geht dabei darum, den Plan zu verwirklichen, den Jesus in der Bergpredigt verkündet hat: sich Gott anzuvertrauen, unserem Gott, der nicht enttäuscht. Es geht darum, sich als treuer Verwalter der Güter einzusetzen, die er uns geschenkt hat. Auch der irdischen, doch ohne zu übertreiben, als hinge alles, auch unser Heil, allein von diesen ab. Als zusätzliche Mahnung gibt uns Jesus noch etwas mit auf den Weg, indem er sagt: Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon! Wir müssen uns entscheiden: Entweder der Herr oder die faszinierenden, jedoch trügerischen Götzen. Diese Entscheidung wirkt sich auf viele unserer Handlungen aus. Wir dürfen sie nicht nur einmal treffen, wir müssen sie immer wieder treffen und erneuern. Denn da sind immer die Versuchung, das Geld, das Vergnügen und die Macht. Während die Entscheidung für die Götzen meist zu konkreten, jedoch flüchtigen Ergebnissen führt, so zeigt die Entscheidung für Gott und sein Reich nicht immer unmittelbar Früchte. Es ist aber eine Entscheidung, die man in der Hoffnung trifft und die Gott ihre volle Verwirklichung überlässt, im Hinblick auf die Verheißungen der Bergpredigt. So wandelt sich unser Hoffen in das Wissen, dass Gott treu ist, ein treuer Vater, ein treuer Freund und ein treuer Verbündeter.