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6. November 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Phil 3,17-4,1Evangelium · Lk 16,1-8

Erste Lesung – Phil 3,17-4,1

Als Paulus den Brief an die Philipper schrieb, befand er sich „in Fesseln“, also in einer Krise, von welcher er nicht wusste, ob er sie lebend überstehen würde. In dieser Situation mahnt er die Philipper zu einem Verhalten entsprechend seinem Lebensstil. Er beansprucht aber keine vorbildwirksame Sonderstellung, sondern stellt sich in eine Reihe mit vielen anderen, die sich ebenso ausrichten. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch viele, die sich gegenteilig verhalten: „Die Feinde des Kreuzes Christi“ (V.18). Ihnen geht es nur um Irdisches, ihr Gott ist „der Bauch und deren Ehre besteht in ihrer Schande“ (V.19). In ihrem eigensinnigen Vollkommenheitsstreben bleiben sie ganz dem Irdischen verhaftet. Paulus spricht für eine andere Gruppe, die über das irdische Schicksal Jesu hinaussieht. Sie akzeptiert ihre Niedrigkeit, weil sie im Blick auf die himmlische Wirklichkeit um die spätere Erhöhung weiß. Sie sind jetzt schon Bürger der himmlischen Welt, auch wenn sie noch fern von ihrer wahren Heimat leben. Sie wissen, dass die Gleichgestaltung mit Christus schon im Hier und Jetzt beginnt, im konkreten Lebensvollzug. Aber erst bei Christus werden sie und wir in der wahren Heimat sein. Christus ist unsere Zukunft. Leben wir im Hier im Hinblick auf unsere Zukunft mit dem Herrn? Schaffen wir das in der Hektik und in den Problemen unseres Alltags? Wir sollten uns darum bemühen, denn die Chancen, unser Leben auf den richtigen Weg zu führen, werden täglich geringer. Warten wir nicht bis zuletzt, zeigen wir dem Herrn unseren guten Willen zur Nachfolge, er wird es eines Tages belohnen.

Evangelium – Lk 16,1-8

Die Rede ist von einem reichen Mann, der gehört hat, dass sein Unternehmen von einem korrupten Verwalter verwaltet wird. Durchschaut von seinem Herrn, erhebt sich für den Verwalter die Frage, wie er auf die für ihn dramatische Situation reagieren soll. Im Bewusstsein der eigenen Unfähigkeit zu schwerer Arbeit, verbündet er sich mit den Schuldnern seines Herrn. Er stiftet sie zur gemeinsamen Korruption an, um für die Zeit nach seiner Entlassung „Freunde“ zu haben, die ihm in seiner zu erwartenden Notlage weiterhelfen würden. Jesus sagt dazu: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts“. Wen meint Jesus mit den „Kindern dieser Welt“? Wir alle sind Kinder Gottes, aber viele von uns haben sich für einen anderen Weg entschieden: Den Weg der Welt, der Macht, des Geldes, des Eigensinns und der Selbstdarstellung. Unterstützt werden sie dabei vom Antichristen. Er möchte uns abwerben und zu seinen Kindern machen. Bei vielen ist ihm das schon bestens gelungen. Denjenigen, die sich der Stimme des Antichristen verschrieben haben, scheint es auch auf dieser Welt besser zu gehen als jenen, die auf den Spuren des Lichtes wandeln. Auf Dauer gesehen, werden aber die Kinder des Lichtes gewinnen, denn der Antichrist verspricht viel, hält aber nichts. Seine Gewinne sind stets von kurzer Dauer, auf lange Sicht führen sie in den Abgrund. Versuche daher stets im Licht zu bleiben, begib dich nicht auf dunkle Wege, denn dort, wohin diese führen, wirst du nicht dein Heil finden. Und gib jenen Menschen hilfreich deine Hand, die am besten Weg sind, in die Dunkelheit abzugleiten. Rette sie vor einem ungewissen Schicksal und führe sie ins Licht zurück, denn unser aller Zukunft liegt ausschließlich im Licht.