1. November 2026 · Allerheiligen
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Offb 7,2-4.9-14
Nach der Öffnung des sechsten Siegels erfährt Johannes in einer Vision von der Endzeit einen Blick auf die Rettung von Gottes erwählter Gemeinde. Bevor die vier Engel losgelassen werden, die die vier Winde festhalten und so die Welt vor ihrem Untergang bewahren, kommt vom Osten ein anderer Engel, um mit seinem Siegel, dem „Siegel des lebendigen Gottes“, all jene zu kennzeichnen, die gerettet werden sollen. Es werden 144 000 sein. Die anderen, die dieses Siegel nicht erhalten, werden von den endzeitlichen Wehen getroffen werden. Die Zahl 144 000 ist als Symbolzahl zu verstehen. Sie leitet sich von der Grundzahl Zwölf ab, die gleichermaßen für Israel (12 Stämme) wie auch für das Christentum (12 Apostel) von Bedeutung ist. Zwölf mal zwölf mal 1 000 ergibt 144 000. Alles, was mit 1000 multizipliert wird, wird als endzeitliche Größe deklariert; es geht dabei also nicht um eine numerische Größe, sondern um eine endzeitliche Einheit: das Volk der Erlösten ist universal, kommt aus allen Nationen und stellt eine überwältigende Menge dar. Diese wird in weißen Gewändern, gewaschen im Blut des Lammes, vor dem Thron Gottes und vor dem Lamm stehen und Dank für ihre Rettung aussprechen. Gott möchte alle Menschen retten. Er möchte uns nicht unserem Schicksal überlassen und er möchte uns aus den Fängen des Bösen befreien. Letztlich wird er sich als der Mächtige erweisen, der uns aus unserer Bedrängnis herausführt und denen Rettung verheißt, die ihr Leben in Treue zu ihm gelebt haben.
Evangelium – Mt 5,1-12a
Nach der Inhaftierung von Johannes dem Täufer begann Jesus sein Verkündigungswerk in Galiläa. Bei Matthäus eröffnet er dieses mit der Bergpredigt, einer langen Redekomposition, eingeleitet von den Worten: „Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg … und lehrte sie …“ (Mt 5,1-2). Von daher kommt der Name „Bergpredigt“. Diese Predigt richtet sich an jeden, der bereit ist, sich auf eine radikale Botschaft einzulassen und die beschwerliche Nachfolge Jesu anzutreten. Der erste Abschnitt dieser Bergpredigt beinhaltet neun Seligpreisungen, eine davon fordert ein reines Herz als Bedingung dafür, Gott zu „schauen“ und in seine Nähe zu kommen. Um diese Nähe zu erreichen, müssen wir in uns die Sehnsucht danach entfalten. Unglückseligerweise ist unser Herz dafür oft zu träge. Um unseren Blick für Gott zu öffnen, genügt es nicht, den Glauben lediglich mit den Lippen zu bekennen, sondern es ist notwendig, unser Herz zu reinigen. Das heißt, „Im Herzen gegen die inneren Feinde zu kämpfen, welche die Sünde hervorbringen. Denn das reine Herz wird durch den Verzicht auf das Böse einfach und geradlinig, stets bereit, sich vom Heiligen Geist führen zu lassen, und im Stande, die Pläne der göttlichen Vorsehung und die Gegenwart des Herrn zu erkennen. Das sind Worte von Papst Franziskus, entnommen dem L’osservatore Romano Nr. 14/15, 3. April 2020). Auf diese Weise wird uns ein aufmerksamer Blick für unsere leidenden Brüder und Schwestern geschenkt und Papst Franziskus ergänzt: „Damit sind wir auf dem Weg zur Schau Gottes, die uns in der Glückseligkeit des Himmels erwartet und uns schon jetzt mit der Freude und dem Frieden des Reiches Gottes erfüllt. (Papst Franziskus; s.o.)