Zum Inhalt springen

2. November 2026 · Allerseelen

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 25,6a.7-9Evangelium · Lk 7,11-17

Erste Lesung – Jes 25,6a.7-9

Die Kapitel 24-27 des Jesajabuches werden zu den sogenannten apokalyptischen Texten gerechnet und bieten einen Blick auf die Endzeit, wenn alle Völker zum Zion kommen, wenn alle Völker Gott als Herrn anerkennen und dort alle Gott feiern werden. Verfasst wurden diese Worte des Propheten in dunklen, ja nahezu aussichtslosen Zeiten für das Volk. Jesaja möchte mit seiner Vision das Volk ermutigen, damit es aus dem Glauben an Gottes Zusage wieder „leben“ kann. Beschrieben wird zur Endzeit ein Festmahl Gottes auf dem Zion, mit den feinsten Speisen und mit erlesenen Weinen, es wird keinen Schmerz mehr und keine Tränen mehr geben. Gott selbst wird auf dem Zion seinen Thron besteigen und seine Herrschaft antreten. Jubel und Freude werden herrschen, und Gottes Sieg wird durch die Überwindung des Todes als den letzten Feind vollendet. Hier ist eine der seltenen Stellen, wo im Alten Testament die Gewissheit der Todesüberwindung aufleuchtet. Doch ist hier nicht von Auferstehung die Rede, sondern der Sieg über die Todesmacht, d.h. über alles, was das Leben mindert und bedroht. Dazu heißt es: „Gott verschlingt die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt“ (V.7). Damit nimmt er das Trennende und Verbergende weg, das, was die Völker voneinander und letztlich von Gott trennt: Sünde und Tod. Die Spuren des Unfriedens, der Trennung von ihm, wischt er weg. Können wir den Verheißungen aus alter Zeit heute Glauben schenken?

Evangelium – Lk 7,11-17

Wieder zeigt uns die Heilige Schrift ein Beispiel für die Auferstehung zum Leben durch Jesus Christus. Man trug einen Toten aus der Stadt, aus der Stadt der Lebenden, hinaus, dorthin, wo Jesus sich befand und auch heute noch auf uns wartet. Jesus führte den toten Jüngling zurück ins Leben und übergab ihn seiner Mutter. Auch uns wird Jesus nach unserem irdischen Tod wieder zurück ins Leben führen. Doch nicht zurück ins materielle, irdische Leben, sondern nach vorwärts ins jenseitige, ewige Leben. Dort werden uns vor uns gegangenen Freunde, Verwandten und Bekannten begrüßen. Wir werden in ihre Mitte aufgenommen und ins himmlische Jerusalem begleitet werden. Ausschließlich Freude wird herrschen, Kummer, Leid und alle Nöte werden gewandelt. Hinderliches wird abgestreift werden und unsere Seele glänzen, wie das Licht des himmlischen Vaters. An Jesus sehen wir die Liebe Gottes zu uns Menschen. Er lässt uns nicht im Tod, er führt uns ins ewige Leben. Welcher Beweise bedarf es noch, dass die Menschheit zum Glauben findet? Mehr als Jesus zu seinen Lebzeiten für uns getan hat, kann niemand tun.