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31. Oktober 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Phil 1,18b-26Evangelium · Lk 14,1.7-11

Erste Lesung – Phil 1,18b-26

Paulus beginnt eine Reflexion auf seine Zukunft hin, mit seiner persönlichen Einstellung zur konkreten Frage: Leben oder Tod. Sinn und Ziel seines Lebens gibt er mit Jesus Christus an. Das ermöglicht ihm Freude, auch in seiner bedrängenden Situation der Gefangenschaft, von der er nicht weiß, ob er mit dem Leben davonkommen wird. So nennt er das Sterben einen Gewinn, weil es ermöglicht, mit dem Herrn vereint zu sein. Wie sehr sehnt er sich danach. Doch sollte man dies nicht mit einem suizidalen Gedanken verbinden, sondern als Versuch der Bewältigung des für jeden Menschen unausweichlichen Todesurteils. Doch auch Leben bedeutet, beim Herrn zu sein, ihm nahe zu sein, sein Werk zu verkünden. Darin eingeschlossen ist aber auch bereits das Leiden für den Herrn. Weiterleben ist für Paulus, auch wenn der Tod „Gewinn“ ist, notwendig, weil die Gemeinde ihn braucht und er einen Auftrag zu erfüllen hat. Paulus Einstellung, sich für eine Sache und zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen und dafür eigene Interessen zurückzustellen war für viele Menschen der Antike vorbildlich. Ist das nicht die Haltung, die jeder Christ in sich tragen sollte? Wir kommen hier wieder zum Grundgebot der Liebe: liebe deinen Nächsten wie dich selbst und liebe Gott. Würden wir alle dies tun, wäre unser gemeinschaftliches Zusammenleben um vieles leichter. Führe daher ein gottgefälliges Leben, verbreite das Evangelium und du kannst in Zuversicht auf den Tag des Herrn warten.

Evangelium – Lk 14,1.7-11

In Zeiten gesteigerter Selbstinszenierung und selbstbewusster Überhöhung der eigenen Position fordert dieses Wort Jesu heraus, sich selbst zu relativieren und andere nicht abzuwerten. Es macht Mut, vom hohen Thron, vom hohen Ross, herabzusteigen, um die Bodenhaftung, die Erdung, nicht zu verlieren und so wieder auf Augenhöhe mit unseren Mitmenschen zu leben; voll Respekt und Empathie, denn wie oft eifern Menschen um einen ehrenvollen Platz, ist dieser doch verbunden mit Ansehen, Macht und finanziellen Vorteilen. Jeder will dabei hoch über die anderen hinausragen. Viele sind sich ihres Wertes und ihrer Bedeutung erst dann sicher, wenn sie auf andere hinabschauen und über sie bestimmen können. Ob sie dabei jedoch ein glückliches Leben führen können, wenn sie eine solche „erstrebenswerte“ Position innehaben, steht in den Sternen. Das Reich Gottes bringt eine Umkehrung weltlicher Verhältnisse: die jetzt erniedrigt sind, werden geachtet werden, Anerkennung und Zuwendung erfahren. Darum stelle dich jetzt schon auf den rechten Weg ein. Verschwende keine Kraft und Energie für das Streben nach Ehre und Prestige. Nütze deine Energie für die Bewältigung des Weges der Nachfolge, nur so kannst du dein Ziel sicher erreichen.