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29. Oktober 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Eph 6,10-20Evangelium · Lk 13,31-35

Erste Lesung – Eph 6,10-20

Der gegenständliche Abschnitt aus dem Brief an die Epheser spricht von einem notwendigen Kampf des Christen, den es zu bestehen gilt. Es ist ein Kampf gegen die dunklen Mächte, gegen Satan und seine Helfer. Es sind Feinde, die nur schwer zu fassen sind, die aber Macht haben, großen Schaden anzurichten. Wie sollen wir uns für diesen Kampf vorbereiten, wie rüsten? Ähnlich der Rüstung eines römischen Fußsoldaten, bestehend aus Gürtel, Brustpanzer, Schuhwerk, Schild, Helm und Schwert. Diesen Rüstungsteilen entspricht für uns Christen ein Tugendkatalog: Glaubwürdigkeit, Gerechtigkeit, Friedfertigkeit, Glaube und Heil. Und die einzige Angriffswaffe für uns ist das Wort Gottes, das durch den Heiligen Geist wirksam und treffend wird. Ja, der Geist ist es, der allen Untugenden gegenübersteht und uns im Kampf gegen sie unterstützt. Er ist wirksam wie ein zweischneidiges Schwert, das im Wort des Menschen zu einem eindeutigen Ja oder Nein zwingt. Wie wirksam der Geist Gottes sein kann, berichtet Paulus in 2 Kor10,3-5: „Ich bin zwar ein schwacher Mensch, doch wer mir den Kampf aufzwingt, wird sich wundern. Denn meine Waffen sind nicht schwach und brüchig, sondern hier wirkt Gottes Macht. Festungen der Gegner werde ich zerstören, Gedankenpaläste schleifen, jeden Wall, den ihr gegen das wahre Christentum aufschüttet, mach ich dem Erdboden gleich, alle Freigeisterei setze ich gefangen und zwinge sie zum Gehorsam gegen Jesus, den Messias“. Nehmen wir diesen Geist in uns auf, bekleiden wir uns mit christlichen Tugenden und lassen wir nicht nach im Gebet.

Evangelium – Lk 13,31-35

Der Abschnitt aus dem heutigen Evangelium ist die einzige Stelle im Lukas-Evangelium in der die Pharisäer in ihrer Beziehung zu Jesus ausschließlich positiv gesehen werden. Sie warnen Jesus vor Herodes, den Jesus als Fuchs bezeichnet. Warum bezeichnet er ihn als Fuchs? Heute gilt der Fuchs als schlau, gerissen oder auch als betrügerisch. Doch im Alten Testament wird dasselbe Wort für einen Schakal oder eine Hyäne gebraucht, also für ein den damaligen Menschen wertloses Geschöpf. Er ist ein Aasfresser in den Ruinen, den man mit einem Stock davonjagt. Daher bezeichnet Jesus Herodes als Fuchs, einen nutzlosen Aasfresser, nach dem man mit Steinen wirft, um ihn zu verjagen. Und so sagt Jesus mit anderen Worten: „Dieser Herodes zählt für mich nicht. Für mich zählt mein Vater! Ich werde auf jeden Fall nach Jerusalem gehen und dort meine Aufgabe, die mir der Vater übergeben hat, zu Ende bringen. Und wenn ich sterben muss, dann in Jerusalem!“ Trotz aller Gefahren erfüllte Jesus weiter seinen Auftrag: Er trieb Dämonen aus und heilte viele. Er ließ nicht locker, trotz Lebensgefahr, sich für das Reich Gottes einzusetzen. Er war sich bewusst, dass er am dritten Tage auferstehen wird und dass ihm kein Machthaber auf dieser Welt etwas anhaben kann. Wie weit bist du bereit, für deinen Glauben einzustehen? Können andere an dir und deiner Lebensführung erkennen, dass du Christ bist? Ist dir deine Auferstehung in Gott und deine Erlösung durch Jesus Christus bewusst? Wenn ja, warum handelst du nicht danach?