27. Oktober 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Eph 5,21-33
Gegen Ende des Briefes an die Epheser fügt der Autor eine Haustafel ein, das ist eine Zusammenstellung der gegenseitigen Verpflichtungen der Menschen, die in einer christlichen Hausgemeinschaft der Antike zusammenleben. Genannt werden die Pflichten von Frau und Mann, Eltern und Kindern, Sklaven und Herren. Der heutige Abschnitt aus dem Brief beginnt dabei mit dem Verhältnis von Frau und Mann. Verwendet wird als Ausdruck der Stellung des Mannes die Metapher „Haupt der Frau“, was nicht als Herrschaftsaussage zu verstehen ist, sondern eher im Sinne eines „Einstehen für“, als Garant der Funktionsfähigkeit des Organismus. Die ergänzende Mahnung an die Männer, ihre Frauen zu lieben, ist in der Antike ganz ungewöhnlich und wird daher besonders eingehend durch den Vergleich mit der Fürsorge Christi für die Gemeinde begründet. So wie Jesus seine Gemeinde liebt, soll auch der Mann seine Frau lieben, als Abbild der Liebe Jesu zur Kirche. Schon in Gen 2,24 wird die enge Zusammengehörigkeit von Mann und Frau ausgesprochen, als ein schöpfungsgemäßes „Für einander bestimmt sein“. Würde das von allen Christen so gesehen werden, hätten wir nicht so viele Probleme im Zusammenleben einer Ehe.
Evangelium – Lk 13,18-21
Jesus erzählt die Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig und vergleicht diese mit dem Reich Gottes. Beide sind unscheinbar, klein und gering in der Menge, aber sie haben ungeahnte Kräfte in sich. Der Kontrast zwischen dem kleinen Anfang und der Endgestalt ist überwältigend. So klein und unscheinbar wie das Senfkorn oder der Sauerteig, ist auch der Beginn des Reiches Gottes auf dieser Welt. Doch dieses wird wachsen, denn seine Kraft liegt in der Liebe und das Reich Gottes ist das Reich der Liebe. Mit der Liebe kannst auch du etwas dazu beitragen, dass dieses Reich wächst. Es kann überall seinen Anfang finden, bei jedem Menschen. Mit jeder Liebesbezeugung, welche wir untereinander austauschen, entwickelt sich Gottes Reich zu einem allesumfassenden Netz, durch welches das Böse nicht mehr hindurchdringen kann. Bei jedem Mangel an Liebe bekommt hingegen das Netz einen Riss, wird löchrig und verliert an Kraft und Wirkung. Die Kraft des Bösen versucht immer wieder, uns Menschen auseinanderzudividieren. Nach dem Gesetz des Bösen zählen nur Eigennutz und Eigenliebe; damit wirst du keine Seelen für Gottes Reich fangen und die Welt wird sich dadurch nicht verändern. Doch die Gottesherrschaft, zu welcher auch du etwas beitragen kannst, macht die Welt wieder lebenswert, schenkt der Schöpfung wieder ihren Sinn und führt uns zum ewigen Heil.