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26. Oktober 2026 · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Eph 4,32-5,8Evangelium · Lk 13,10-17

Erste Lesung – Eph 4,32-5,8

Der Autor des Briefes an die Epheser mahnt die Gemeindemitglieder, Gott nachzuahmen und ein Leben in Liebe zu führen. Er legt dazu jedem nahe, für den eigenen „Seelenhaushalt“ Verantwortung zu übernehmen und sich nicht von Affekten hinreißen zu lassen, die nur zu negativen Handlungsweisen führen. Stattdessen soll das Gute gesucht und realisiert werden. Als Christen sollen wir uns von vorchristlichen Praktiken – Praktiken der Heidenwelt, wie Habgier, Unreinheiten, Unzucht, Sittenlosigkeit und zweideutiges Geschwätz – abkehren. Stattdessen sollen Güte, Barmherzigkeit, Nachsicht und Liebe das innere und äußere Leben zum Wohle aller leiten. Das Leben des Christen wird vom Erbarmen Gottes und vom Opfer Christi her bestimmt. Dankbarkeit und Liebe sind dabei der Weg der Nachfolge. Es ist dies der Weg, der im Licht liegt und zum großen, alles überstrahlenden Licht führt. Alle anderen Wege liegen im Schatten der Dunkelheit und führen nur ins Verderben. Im Leben stehen wir so oft vor der Wahl: Welchen Weg soll ich einschlagen? Wenn wir uns in unserem Inneren auf die Stimme Gottes einlassen, ihn hören und uns nach ihm richten, werden wir der Aufforderung im Brief an die Epheser: „Lebt als Kinder des Lichts“ (V.8b) gerecht werden.

Evangelium – Lk 13,10-17

Jesus lehrte in der Synagoge und sah dort eine Frau, die bereits seit achtzehn Jahren krank war, ihr Rücken war verkrümmt und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen. Ihre Krankheit drängte sie an den Rand der Gesellschaft, sie litt darunter sicherlich auch seelisch. Ihre Haltung zwang sie, auf die anderen hinaufzublicken und die anderen waren zumeist nicht bereit, mit ihr auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren. In der Regel blickten sie abschätzig auf sie hinab. Doch nicht Jesus. Er rief sie am Sabbat in der Synagoge zu sich, legte ihr die Hand auf und sprach Worte der Heilung. Auch wir bedürfen immer wieder Jesu Worte der Heilung, denn wer schafft es schon, aufrecht oder aufrichtig vor Gott durchs Leben zu gehen? In diesem Sinne sind viele von uns verkrümmt in sich selbst. Wir ziehen uns in uns zusammen und wollen so unser Ego schützen. Warum ist das so? Du kannst nicht vor Gott aufrecht durch das Leben gehen, wenn in dir Eigensinn und Eigenliebe vorherrschen. Du beugst dich unter dein eigenes Gesetz und schaust dabei nicht mehr auf Gott, sondern hinab auf irdische Werte. Lass nicht zu, dass irdische Kräfte versuchen, dich an sie zu binden, blick auf zu deinem Vater, er wird dich immer mit offenen Armen und Herzen empfangen, denn dein Leben und deine Seele sind in seinen Augen kostbar. Ist dein Geist zu sehr verwachsen mit irdischen Kräften, so bete zum Herrn, er kann dich heilen.