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18. Oktober 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 45,1.4-6Evangelium · Mt 22,15-21

Erste Lesung – Jes 45,1.4-6

Immer wieder lässt Gott es den Verbannten sagen, dass sie nicht den dunklen Mächten Babyloniens unterworfen sind, sondern ihm, dem Schöpfer dieser Welt, der hinter allem Geschehen steht. Nun sollen sie im Perserkönig Kyrus denjenigen sehen, den Gott zu ihrer Befreiung erkoren hat und auf dessen Befehl der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut werden soll. Ein fremder König wird von Gott für Israel in den Dienst gestellt. Gott macht ihn zu seiner rechten Hand und gibt damit zu erkennen, dass er ihm mit seiner ganzen Macht zur Seite steht. Kyrus wird damit zu einem echten Glücksfall in der Geschichte Israels. Er erlaubt im 6. Jahrhundert den Israeliten, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. So soll an Israel deutlich werden, dass Gott und sonst keiner, alle Geschicke in der Hand hält. Gott macht Heiden zu seinen Dienern und diese sind ihm oft wohlgefälliger als die sogenannten Gläubigen. Gott gibt somit den Heiden einen Platz in der Geschichte des Heils, die er dann in Jesus Christus für alle Menschen öffnet. Ist Gott einmal spürbar in deinem Leben auf deiner Seite, dann schwelge nicht in besinnungsloser Euphorie, denn eine gute Zukunft kann es nur dann geben, wenn du deinem Gott treu bleibst und nicht anderen „Göttern“ – Götzen – hinterherläufst.

Evangelium – Mt 22,15-21

Die Pharisäer wollen Jesus eine Falle stellen und fragen ihn: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“ Sagt Jesus Ja, wird er als Freund der römischen Besatzungsmacht angesehen werden. Sagt er Nein, können seine Gegner ihn bei den Römern als Rebell anzeigen. Jesus steckt in der Zwickmühle. Wie soll er antworten? Er antwortet in genialer Weise: Er lässt sich eine römische Münze zeigen, welche auf einer Seite das Bild des Kaisers trägt und spricht: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört.“ Sind nicht wir auch manchmal versucht, Jesus oder Gott anzuklagen? „Herr, warum lässt du das zu? Warum bestrafst du Unschuldige, warum lässt du das Böse tatenlos zu?“ Solche Fragen sind auch der Grund dafür, dass sich viele Menschen von Gott abgewendet haben. Ihre Anklage gegen Gott führt sie selbst zu einer Position höher als Gott: „Wenn ich du wäre, hätte ich das nicht zugelassen!“ Dabei vergessen sie, dass diese Welt auch das Spielfeld für den Antichristen ist, der aus dem Himmel verstoßen und auf die Erde verbannt wurde. Denken wir an das Buch Ijob des Alten Testamentes. Ijob wird von Satan alles genommen, er bekommt die schwersten Krankheiten, er stürzt in tiefstes Leid. Aber er spricht sich nicht los von seinem Glauben. Am Ende wird er fürstlich belohnt. So wird es auch einmal bei uns sein: Bleiben wir fest im Glauben verankert, egal was das Leben uns bringt, werden wir eines Tages mit dem ewigen Leben belohnt werden.