17. Oktober 2026 · Samstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Phil 3,17-4,1
Als Paulus den Brief an die Philipper schrieb, befand er sich „in Fesseln“, also in einer Krise, von welcher er nicht wusste, ob er sie lebend überstehen würde. In dieser Situation mahnt er die Philipper zu einem Verhalten entsprechend seinem Lebensstil. Er beansprucht aber keine vorbildwirksame Sonderstellung, sondern stellt sich in eine Reihe mit vielen anderen, die sich ebenso ausrichten. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch viele, die sich gegenteilig verhalten: „Die Feinde des Kreuzes Christi“ (V.18). Ihnen geht es nur um Irdisches, ihr Gott ist „der Bauch und deren Ehre besteht in ihrer Schande“ (V.19). In ihrem eigensinnigen Vollkommenheitsstreben bleiben sie ganz dem Irdischen verhaftet. Paulus spricht jedoch für eine andere Gruppe, die über das irdische Schicksal Jesu hinaussieht. Sie akzeptiert ihre Niedrigkeit, weil sie im Blick auf die himmlische Wirklichkeit um die spätere Erhöhung weiß. Sie sind jetzt schon Bürger der himmlischen Welt, auch wenn sie noch fern von ihrer wahren Heimat leben. Sie wissen, dass die Gleichgestaltung mit Christus schon im Hier und Jetzt beginnt, im konkreten Lebensvollzug. Aber erst bei Christus werden sie und wir in der wahren Heimat sein. Christus ist unsere Zukunft. Nun, leben wir im Hier im Hinblick auf unsere Zukunft mit dem Herrn? Schaffen wir das in der Hektik und mit den Problemen unseres Alltags? Wir sollten uns darum bemühen, denn die Chancen, unser Leben auf den richtigen Weg zu führen, werden täglich geringer. Warten wir nicht bis zuletzt, zeigen wir dem Herrn unseren guten Willen zur Nachfolge, er wird es eines Tages belohnen.
Evangelium – Joh 12,24-26
Unter den vielen Pilgern in Jerusalem befanden sich auch einige Griechen, die Jesus sehen wollten. Andreas und Philippus überbrachten Jesus diesen Wunsch, doch dessen Reaktion bestand lediglich in seinem Wort: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt …“. Wahrscheinlich war Jesus in seinen Gedanken schon bei dem, was ihn erwarten sollte und weniger bei dem, was Menschen in dieser Stunde von ihm wollten. Und so begab er sich unvermittelt ins Gespräch mit seinem Vater, lobte und preiste ihn und zeigte ihm seine Bereitschaft, seinem Willen zu folgen: sein Leben zu geben. Denn durch sein Opfer sollte sich erst alles Verheißene erfüllen, wie bei einem Weizenkorn, das stirbt, um daraus neue Frucht bringen zu können. So ein Weizenkorn beinhaltet Leben. Jesus sagt dazu, dass unser Leben, unsere Art zu leben, sterben muss, um Frucht zu bringen. Wir müssen uns selbst auf den Prüfstand stellen und etwas ändern, wenn alles Bisherige lediglich unter dem Aspekt der Weltlichkeit falsch gelaufen ist. Nur wenn wir uns von weltlichen Wertvorstellungen und Idealen abwenden, können wir Früchte bringen. Dazu ist es notwendig, die Schattenseiten des Lebens nicht zu meiden, sich in sie hineinzuwagen und dort, mit allen von Gott verliehenen Gnaden, Licht in die Dunkelheit zu bringen. Je mehr Licht sich ausbreitet, desto geringer wird die Dunkelheit. Sei du stets das Licht für deinen Nächsten!