16. Oktober 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Eph 1,11-14
Der Brief an die Epheser beginnt mit einem Lobpreis der erwählenden, erlösenden und errettenden Gnade Gottes, huldigend seinen von der Ewigkeit herkommenden Plan und dessen Verwirklichung durch Jesus Christus. Der Kern dieses Lobpreises enthält somit eine kosmische und eine anthropologische Komponente: Das kundgetane Geheimnis seines Willens besteht in der Vereinigung aller kosmischen Kräfte in Jesus Christus als dem Haupt über allem und in der schon vorzeitlichen von Gott bestimmenden Ausrichtung aller Christen auf das Lob seiner Herrlichkeit hin. Nun, folgende grundlegenden theologischen Aussagen sind Elemente des Lobpreises: In Christus hat Gott die auseinandergefallene Schöpfung wieder zusammengebracht und damit gerettet und in die räumlich-zeitliche Weite dieses Geschehens sind auch wir hineingestellt. Wir sind Söhne und Erben geworden und das Erbe, das uns zufiel, ist Gott selbst, der sich uns in Jesus Christus mitgeteilt hat. Er ist der Grund unserer Hoffnung. Diese Hoffnung ist eine Gabe Gottes und in das Innerste des Herzens eines jeden Menschen eingesenkt, damit sie mit ihrem Licht die Gegenwart erhellen mag, die oft von leid- und schmerzbringenden Situationen getrübt und verdunkelt wird. Wir müssen besonders in unserer Zeit lernen, die Wurzeln unserer Hoffnung zu stärken, damit sie Frucht bringen können, denn das Leben verdient, voll Hoffnung gelebt zu werden, weil die Hoffnung auf Gott lässt niemanden zugrunde gehen.
Evangelium – Lk 12,1-7
Der Sauerteig lässt Teig aufgehen, doch im heutigen Schriftwort ist von einem Sauerteig die Rede, der, statt wachsen zu lassen, alles zerstört. Er lässt zwar auch wachsen, aber nach innen. Es ist dies der Sauerteig der Pharisäer. Sie wollen ihre Selbstsucht bewahren, sie wollen, dass niemand sie in ihren Gepflogenheiten stört und wenn es etwas gibt, dass sie in Schwierigkeiten bringt, dann schauen sie woanders hin. Dieser Sauerteig ist gefährlich, wir müssen uns davor hüten. Jesus duldet nämlich keine Heuchelei und in der Selbstsucht gibt es keine Zukunft. Der gute Sauerteig lässt im Gegensatz zum tödlichen Sauerteig nach außen wachsen. Wer diesen Teig in sich aufgenommen hat, korrigiert sich, wenn er etwas falsch gemacht hat. Fallen solche Menschen auf ihrem Weg, dem rechten Weg, stehen sie wieder auf und bereuen ihr sündiges Verhalten. Solche Menschen sind meist auch freudige Menschen, weil ihnen eine großartige Zukunft verheißen wurde. Und genau so möchte der Herr uns Christen haben: Menschen, die immer vorwärts gehen, mit Schwierigkeiten, mit Leiden, Problemen und Stürzen, aber immer voran in der Hoffnung, das Erbe zu finden, weil sie den Sauerteig haben, der zum ewigen Heil führt. Frage: Welcher Art von Teig bestimmt unser Leben? Wohin ist unser Wachstum gerichtet: Nach außen oder nach innen? Sollten wir am falschen Weg sein, müssen wir uns bemühen, rasch umzukehren.