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15. Oktober 2026 · Heilige Theresia von Avila

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Röm 8,22-27Evangelium · Joh 15,1-8

Erste Lesung – Röm 8,22-27

In unserem Leben und überall auf der Welt sehen wir wenig von Erlösung und Heil. Was wir sehen, ist Schwachheit, Schmerz, Leid, Sünde und Tod. So können wir sagen: Die ganze Schöpfung seufzt, sie liegt noch in den Geburtswehen. Doch Paulus ist davon überzeugt, dass Gottes Herrlichkeit schon verborgen wirksam und nur noch nicht am Ziel angekommen ist und darum gehört das Leid zum Menschsein dazu. Doch nicht nur wir leiden, die gesamte Schöpfung ist davon betroffen, alles ist der Knechtschaft der Vergänglichkeit unterworfen. Aber Paulus sieht aufkeimende Hoffnung am Horizont. Wir haben als Erstlingsgabe – als Vorschuss oder Anzahlung für die volle Auszahlung des Lebens – den Geist Gottes erhalten, der zu Gott in der Sprache Gottes spricht, sodass Gott unser unartikuliertes, von Anfechtung und irdischer Begrenztheit entstelltes Seufzen versteht. Der Geist in uns – empfangen bei der Taufe und Firmung – verbindet uns mit Gott, besonders dann, wenn wir beten und nicht wissen, wie wir beten sollen. Dieser Geist vermag unsere Gebete in rechter Weise zu Gott zu bringen und damit für uns einzutreten. Dieser Geist, der zugleich der Geist Gottes und der Geist Christi ist, kennt unsere Herzen besser als wir sie selbst kennen. So brauchen wir keine Sorge haben, dass Gott uns nicht versteht und unsere Gebete unerhört bleiben.

Evangelium – Joh 15,1-8

Wir alle sind schwache und sündhafte Menschen. Niemand von uns ist ohne Makel und Fehler, es gibt keinen perfekten Menschen. Auf allen unseren Seelen lasten dunkle Schatten. Wie kann dann Jesus sagen: „Ihr seid schon rein kraft des Wortes“? Auch wenn Gott in Jesus Christus zu uns gesprochen hat, bleiben wir wer und was wir sind, und bedürfen der Erlösung durch den Herrn. Das Wort Gottes ist ein immerwährendes Wort und benötigt, um gehört und aufgenommen zu werden, einen Empfänger. Ohne diesen wäre es ein sinnloses Wort, verhallend in der Unendlichkeit, ohne etwas zu bewirken. Die Empfänger für das Wort Gottes sind wir, die Menschen, Gottes Kinder. Einmal empfangen ist es in uns und kann dort, bei entsprechender Pflege, Früchte bringen, die zur Reinheit unserer Seele beitragen. Fällt also das Wort auf guten Boden, wird es keimen, wachsen und am Tag des Gerichts eine gute und reichhaltige Ernte garantieren. Im Wort des Herrn liegt die Kraft, das Böse, das Dunkle in dir, zu vertreiben und bereits angerichteten Schaden auszumerzen. Voraussetzungen dafür sind Umkehr und Buße, sowie Reue und das Beschreiten des Weges der Nachfolge im Glauben. Glaubst du, dann hat dich der Herr bereits erlöst und der Weg zum ewigen Seelenheil wird damit nicht verschlossen bleiben, auch wenn zuvor noch der Ort der Lösungen unserer Seelenverkrustungen durchwandert werden musss.