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9. Oktober 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Gal 3,6-14Evangelium · Lk 11,14-26

Erste Lesung – Gal 3,6-14

Paulus widmet sich heute in seinem Brief an die Galater dem Thema Gerechtigkeit. Es geht dabei um die Frage, womit kann man vor Gott gerecht werden – durch Werke des Gesetzes oder durch den Glauben. Die Galater argumentierten, dass Abraham aufgrund von Gesetzeswerken gerecht vor Gott wurde, und dazu gehörte auch die vorgeschriebene Beschneidung als Voraussetzung für den Segen. Paulus widerspricht dem und leitet aus Gen 15,6 ab: Abraham wurde von Gott wegen seines Glaubens als gerecht anerkannt. In einer zweiten Argumentationsschiene stellt Paulus die Behauptung auf, dass alle, die „aus Werken des Gesetzes“ leben, „unter einem Fluch“ stehen. Denn wer aufgrund der Einhaltung der Gesetze gerecht sein will, der müsste das ganze Gesetz mit all seinen Vorschriften erfüllen – und das kann niemand. Doch mit Jesus Christus ist der Fluch des Gesetzes überwunden, weil Christus uns davon in seinem Sterben „loskaufte“ (V.13), denn wer am Holz des Kreuzes hängt, galt damals als Verfluchter (Dtn 21,23). Jesus hat sich also in seiner Hingabe an die Stelle der Sünder begeben, die vom Gesetz verflucht werden. Damit wird der Gerechtigkeit Genüge getan, die zwischen Gut und Böse, Leben und Tod scharf unterscheidet. Wäre unsere Sündenlosigkeit das Kriterium zur Aufnahme in den Himmel, würde dieser leer sein. Gesetze – Gebote – sind gut und notwendig, und wir müssen uns bemühen, sie zu halten. Aber mehr als bemühen können wir uns als Menschen nicht. Alles darüber hinaus können wir nur durch unseren Glauben an Jesus Christus wettmachen.

Evangelium – Lk 11,14-26

Am Weg nach Jerusalem heilt Jesus, er lehrt beten, treibt Dämonen aus und hat Auseinandersetzungen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern. In der gegenständlichen Perikope treibt er einen Dämon aus, worin die Menschen in Jesus einen Handlanger des Teufels sahen, obwohl alles, was er tat, offensichtlich gut war. Wenn diese Menschen damals Recht gehabt hätten, wäre das Reich des Bösen bereits damals in sich gespalten und sicherlich nicht mehr von langer Dauer gewesen. Doch stand in dieser Austreibung des Dämons das Gute, der Geist Gottes, über dem Bösen. Jedoch wollten die Menschen in ihrer Herzensverhärtung nicht das Gute erkennen. Sie sahen zwar, hörten aber nicht auf die Stimme des Geistes in ihnen, sondern auf die spaltende Stimme des Antichristen. Hören wir nicht auch oft zwei Stimmen in uns? Eine, die uns auffordert: „Tu das, das ist gut für dich!“, und eine andere, die uns im Gegensatz dazu rät: „Tu das nicht, es ist gegen das Gebot Gottes und du schadest damit deiner Seele!“ Es spricht hier der Heilige Geist in der Stimme unseres Gewissens gegen die Stimme unseres begehrlichen Verlangens nach Befriedigung. Auf wen hörst du in solch einer Situation, wer bewacht deine Seele? Schenkst du der verlangenden Stimme des Antichristen dein Vertrauen, ist deine Seele in Gefahr. Schenkst du hingegen dein Vertrauen Gott, dann hilft dir eine starke Kraft, die dein Heil bewacht. An solchen Herausforderungen können wir wachsen und an Kraft gewinnen. So gesehen ist das ganze Leben eine Schulung unserer Seelenkraft. Je mehr Herausforderungen du standhältst, umso weniger können dir die Angriffe des Antichristen Schaden zufügen.