6. Oktober 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Gal 1,13-24
Weil Paulus von seinen Gegnern in Galatien persönlich angegriffen worden ist, verteidigt er sich nun mit einem Brief an die Gemeinden in Galatien. Er beschreibt darin seinen Lebensweg, begonnen als Eiferer für das Judentum bis hin zu seiner Bekehrung, die für ihn eine Berufung gewesen ist. Als Eiferer für das Judentum verfolgte er Abtrünnige, zumeist Christus-Gruppen, die eine freiere Tora Auslegung praktizierten und den Tempelkult kritisierten. Mit Verfolgung verband Paulus disziplinarische Maßnahmen (Schläge!), psychischen Druck und Agitationen in den Synagogen gegen diese Gruppen. Sein Ziel war die Zerschlagung dieser Christus-Gruppen. Doch dann kam die Bekehrung, eine dramatische Lebenswende für Paulus. Sie vollzog sich als Offenbarung des Sohnes Gottes, als Vision, als eine einschneidende innere Erfahrung. Paulus erkannte nun sein neues Ziel: unter den Heidenvölkern das Evangelium von Jesus Christus zu verkünden. Sein Weg nach dieser Vision führte ihn zuerst nach Arabien, wo er drei Jahre blieb, um dann nach Damaskus zurückzukehren und anschließend 13 Jahre lang in Syrien und Kilikien zu missionieren. Die Vision des Paulus war für ihn überwältigend. Sie war so intensiv und real für ihn, dass er die Sicherheit gewann, Jesus ist Gottes Sohn. Diese Erkenntnis bewirkte seine Verwandlung. Wir als Christen sind in der Regel von dieser Erkenntnis überzeugt, doch inwiefern verändert sie unser Leben?
Evangelium – Lk 10,38-42
Maria und Marta waren Schwestern des Lazarus aus Betanien, den Jesus vom Tod wieder ins Leben zurückgeführt hat. Die Schwestern waren sehr bemüht um Jesus, besonders Marta, die stets achtete, Jesus angemessen zu bewirten. Doch eines Tages setzte sich Maria, anstatt ihrer Schwester zu helfen, Jesus zu Füßen, um seine Worte zu hören. Marta konnte das nicht nachvollziehen und ließ ihren Unmut darüber gegenüber Jesus hören: Die ganze Last der Arbeit hatte sie nun allein zu tragen. Wie oft mühen wir uns im Leben ab, um etwas gut hinzubekommen. Das Ziel kann dann rasch zur Last werden. Das ist gewiss nicht das, was Jesus für uns möchte. Er möchte, dass wir auf unseren inneren Frieden bedacht sind. Daher sollten wir suchen, was unser Herz in Ruhe lässt oder ruhig macht: Das Wort Gottes, das Wort Jesu. Es lässt uns zur Besinnung kommen und die wahren Werte erkennen. Dazu gehört auch das Vertrauen auf Gott. Das Vertrauen, dass er uns bei unseren Aufgaben nicht allein lässt und dass er es war, der uns dieses Leben geschenkt hat. Er möchte, dass wir uns dessen bewusstwerden und nicht nur den Anforderungen des Alltags hinterherhetzen. Wir brauchen im Alltag neben Phasen intensiven Bemühens auch Zeiten der Ruhe. Unser Verhalten sollte daher stets ausgewogen sein, denn ohne das Wort Gottes, ohne Zeit dafür, kann das Leben mühsam werden.