5. Oktober 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Gal 1,6-12
Auf seiner zweiten Missionsreise hat Paulus Galatien und Phrygien durchwandert und dabei christliche Gemeinden gegründet. Den Brief an die Gemeinden in Galatien hat er etwa im Jahr 55 n.Chr. verfasst. Anlass dafür war eine Konfliktsituation. Unter den Galatern waren Stimmen laut geworden, die in Zweifel zogen, dass Paulus ein wahrer Apostel mit einem „echten“ Evangelium sei. Zudem waren streng traditionelle Judenchristen in die Gemeinden von Galatien gekommen, die die beschneidungsfreie Heidenmission korrigieren wollten und die Speise- und Reinheitsvorschriften als heilsnotwendig sahen. Paulus startet seinen Brief sofort mit der Kritik, dass die Galater seinen Konkurrenten nicht die Tür gewiesen, sondern ihr Ohr geliehen und ihr Herz geöffnet hatten. Seiner Meinung nach haben sich die Galater „so schnell“ von ihrer Berufung abgewendet, hin zu einem anderen Evangelium. Zur Kritik an seiner Person, er sei kein richtiger Apostel, bemerkt er, dass er als Gesandter in der Autorität seines Herrn handelt, legitimiert von Christus und von Gott, der hinter seinem Messias steht und den dieser repräsentiert. Sein Evangelium ist daher das richtige und einzige, das zur Gnade führt. Wir alle kennen die Evangelien oder haben sie zumindest schon einmal gehört. Darum wollen wir uns fragen: Wie ist meine Einstellung zu diesen? Habe ich sie bereits ins Herz aufgenommen, oder stelle ich mich in meiner „Weisheit“ über die Schrift.
Evangelium – Lk 10,25-37
In einem Gespräch zwischen Jesus und einem Gesetzeslehrer erzählt Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Es handelt von grundlegenden Fragen, die uns alle betreffen: Wie lebe ich richtig? Was ist der Sinn des Lebens? Der Gesetzeslehrer schließt in seine diesbezügliche Frage an Jesus: „meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“, (Lk 10,25) bereits eine Voraussetzung ein, die viele von uns nicht bedenken: Damit dieses Leben gelingt, muss man bewusst auf das ewige Leben zugehen und Jesus in allem nachfolgen, wobei der Maßstab der Ewigkeit die Liebe ist. Wäre die Liebe nicht die Messlatte für unser Leben, dann blieben nur noch der Egoismus und das Streben, für sich selbst das Optimale aus dem Leben herauszuholen. Neid und Gier, Streit und Hass würden die Oberhand gewinnen. Darum: lebe nicht für dich allein, liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Öffne dein Herz für Gott und deinen Nächsten. Natürlich kann das Leben uns auch hart zusetzen, schwer zu ertragen sein und einem die letzten Kräfte rauben. Das Schicksal ist nicht jedem gut gesonnen. Doch selbst dann, wenn dich das Schicksal hart trifft, wende dich nicht von Gott ab, denn du kennst seinen Plan für dein diesseitiges Leben und seine Absichten mit dir im Jenseits nicht. Glaube daran, dass Gott dich liebt, selbst wenn es dir schwerfällt, dies zu glauben. Und liebe, denn die Liebe ist die Mitte des Lebens, der Urgrund des Lebens und das Ziel des Seins.