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4. Oktober 2026 · Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 5,1-7Evangelium · Mt 21,33-44

Erste Lesung – Jes 5,1-7

Das Lied vom Weinberg zeigt auf, wie es zur Zeit Jesajas schon einmal zur Reduzierung auf einen treuen Rest von Gottgläubigen gekommen war, zu dessen Kern der Prophet selbst und seine Schüler gehörten. Es erinnert auch an das Gleichnis von Jesu zum Weinberg: Das jüdische Volk ist der Weinberg Gottes und Gott hat alles für eine gute Ernte getan, doch die Trauben sind sauer, denn das Volk Gottes bleibt weit hinter seiner Bestimmung fruchtbarer Weinberg Gottes zu sein zurück. Die erhofften Früchte bleiben aus. Gottes Enttäuschung ist groß und geht tief, der Besitzer des Weinberges ist in seinem Innersten, in seinen Hoffnungen und seiner Liebe verletzt. Zu allem Erstaunen endet diese traurige Geschichte nicht mit einem Gerichtsurteil, sondern damit, dass der Weinberg Gottes Schutz verliert: Das Entfernen der Schutzhecke entspricht dem Entfernen von jeder weiteren Stütze und Hilfe. So kann der Weinberg verwüstet und von Tieren zertreten werden – es entspricht dies dem Bild von Feinden, die das Land verwüsten. Gott hat für seinen Weinberg alles getan. Er hat nicht nur Propheten gesandt, sondern zuletzt auch seinen Sohn Jesus, den Christus. Mehr kann Gott nicht tun. Indem Gott mit seiner Liebe bis zum Äußersten geht, erkennen aber auch wir, dass seine Liebe zum Volk nie enden wird. Gott kann seinen Weinberg nicht dem Bösen überlassen. Die Liebe Gottes endet nie und ist daher auch unsere Hoffnung bis zuletzt.

Evangelium – Mt 21,33-44

Jesus spricht im Gleichnis von einem Weinberg, den ein Gutsbesitzer anlegt und verpachtet. Im Bild dieses Gleichnisses steht der Weinberg für Israel und der Weinbergbesitzer ist Gott. Die Pächter sind wir alle, nicht nur die Israeliten damals. „Liefert ihr den angemessenen Pachtzins ab?“, fragt uns Jesus. Woraus besteht dieser Pachtzins? Er besteht aus Früchten, also aus allem, was zum Glück und Wohlergehen unserer Nächsten beiträgt. Tun wir das? Die Pächter im Weinberggleichnis scheinen davon weit entfernt, sie prügeln und morden diejenigen, die den Pachtzins abholen sollen und zuletzt töten sie sogar den Sohn des Besitzers. Jesus ruft in diesem Gleichnis zur Umkehr. Und das aktuell bis heute. Er mahnt uns, uns nicht von den Verführungskünsten der Weltlichkeit und unseren Sorgen des Alltags ablenken zu lassen. Wie oft sind wir doch Gefangene des Alltags, wobei wir nicht selten diese Gefangenschaft freiwillig und gerne auf uns nehmen. Wir hasten durch das Leben, meinen unabkömmlich zu sein und gönnen uns dabei kaum oder nur wenig Zeit für das Notwendigste: Das Gebet, unseren Weg der Nachfolge und das Heil unserer Seele. Darum erinnert uns Jesus: „Nehmt euch in Acht, denn der Tag des Herrn kann schon morgen sein.“ Jederzeit kann von uns verlangt werden, vor den Herrn zu treten und ihm Rechenschaft über unser Leben abzulegen. Bist du darauf vorbereitet?