3. Oktober 2026 · Samstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Ijob 42,1-3.5-6.12-17
Die beiden Gottesreden aus dem Buch Ijob, Kapitel 38-41, geben Ijob keine Antwort darauf, warum er so schreckliches Unglück erleiden musste. Doch nun erkennt Ijob, dass er Themen angesprochen hat, von denen er nichts verstanden hatte, die absolut jenseits seiner Fassungskraft gelegen sind. Zuvor „erkannte“ er Gott lediglich vom Hörensagen, nun hat er aber Gott tatsächlich von Angesicht zu Angesicht gesehen. Und mit dieser „Gottesschau“ ist er innerlich zu einem anderen Menschen geworden. Alle seine Fragen nach dem Leid bleiben zwar weiterhin unbeantwortet, aber er ist nun zufrieden. Er erkennt, dass Gott ihn niemals enttäuschen wird oder untreu werden könnte. Er vertraut Gott und hat gelernt zu akzeptieren, was noch im Leben auf ihn zukommen wird. Beim Anblick Gottes sieht er seine Probleme aus einer anderen Perspektive, seine Selbstgerechtigkeit schmilzt dahin. In Folge erhält Ijob mehr zurück, als er verloren hat. Gott mehrt seinen Besitz und er erhält darüber hinaus auch wieder seine Gesundheit zurück. Nun, Gotteserkenntnis ist der Schlüssel zu einem gelingenden Leben, selbst dann, wenn einem Leid widerfahren ist. Das Buch Ijob zeigt diesbezüglich, dass Probleme, die einem widerfahren, nicht von außen gelöst werden können, sondern lediglich im Inneren des Menschen. Erst im Vertrauen auf Gott und im festen Glauben an seine Güte kann erfahrenes Leid bezwungen werden und der Mensch wieder zu seinem eigentlichen „Ich“ zurückfinden. Gott will uns nichts Böses antun, sondern nur Gutes, auch wenn das auf den ersten Blick unverständlich und nicht als solches zu erkennen ist.
Evangelium – Lk 10,17-24
Jesus sagt uns, was unsere generelle Haltung als Christ sein muss: „Ich preise dich …“ (Lk 10,21). Diese Haltung beinhaltet nicht, viel zu wissen, viel zu studieren, sondern, klein und demütig, zum Diener der anderen zu werden. Werde klein, und der Herr wird dir die Fähigkeit geben, alles zu verstehen, alles worauf es im Leben der Nachfolge ankommt, wie man Frieden stiftet und die Kraft dazu bekommt. Wie fern ist oft der Friede unserem Alltag, zu Hause, in der Familie, im Berufsleben, im Miteinander mit all unseren Brüdern und Schwestern. Versuchen wir stets, in Demut Frieden zu bringen und ihn zu leben, auch so, dass ihn andere erkennen, annehmen und weitergeben können. Und jedes Mal, wenn wir sehen, dass irgendwo Unfriede ausbricht, dann mögen wir versuchen, innezuhalten und Frieden zu stiften. Lassen wir uns selbst auch nicht dazu verleiten, einen anderen zu verletzen und nicht schlecht über ihn zu reden. Wenn wir alle das tun würden, dann würden wir und diese Welt im Frieden weiterkommen. Der Friede, den uns der Herr gibt (Joh 14,27: „Meinen Frieden gebe ich euch“), gründet überdies in viel Geduld. Daher müssen wir lernen, uns gegenseitig zu ertragen, zu trösten und beizustehen. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Fortschritte wirst du nur dann erzielen, wenn du sowohl im Glück als auch in weniger glücklichen oder gar schmerzhaften Zeiten, dich Gott gegenüber öffnest, nichts festhältst und nicht nach dem strebst, was der Verführer dir alles anbietet.