2. Oktober 2026 · Heilige Schutzengel
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Ex 23,20-23a
Den Abschluss der großen Gottesrede an Mose (Ex 20-23) – auch bekannt unter der Bezeichnung „Bundesbuch“ – bildet ein Vorblick auf den Einzug in das künftighin eigene Land. Das Bundesbuch ist das früheste Zeugnis der jüdischen Gesetzgebung und hat bereits das zukünftige sesshafte Leben in Kanaa im Blick, denn noch war Israel wegen seiner Auflehnung nicht zu den 40 Jahren auf der Halbinsel Sinai verurteilt. In der heutigen Schriftstelle kündigt Gott einen Engel an, der dem Volk vorausgehen, es beschützen und leiten wird, wobei die Stimme des Engels die Stimme Gottes selbst sein wird. Gott wird durch Engel zu seinen „Schützlingen“ sprechen und sie vor allen Feinden bewahren. Und weil Gott selbst in seinem Engel gegenwärtig ist, schuldet der Mensch diesem Ehrfurcht und Vertrauen. Glaubst du an Engel? Hast du schon Erfahrungen mit deinem persönlichen Schutzengel gemacht? Wenn nicht, dann gewöhne dir an, täglich mit ihm zu sprechen. Er begleitet dich seit deiner Geburt und beschützt dich, doch wenn du ihm einmal frei gibst, kann es sein, dass du einen schlechten Tag erlebst. Darum bitte ihn stets bei deinem morgendlichen Gebet, um seine Begleitung und Abwehr aller Gefahren.
Evangelium – Mt 18,1-5.10
Die Jünger offenbaren wieder einmal ihr Missverständnis vom kommenden Himmelreich. Für sie bedeutet das Himmelreich eine Fortsetzung des irdischen Lebens, mit Hierarchien, wie wir sie auf dieser Welt gewohnt sind. In diesem Zusammenhang machen sie sich Gedanken darüber, welche Rolle sie, die Privilegierten, selbst dereinst dort spielen werden. Darum ihre Frage: „Wer ist denn im Himmelreich der Größte?“. Bei Mk 9,34 ist diese Frage noch eindeutiger formuliert: „… denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei“. Damit meinten sie unausgesprochenerweise: Wer denn von ihnen selbst der Größte sei. Ist so eine Frage legitim in Bezug auf unser menschliches Geschwistertum und im Hinblick auf unser künftiges Sein im Himmelreich? Der Größte im Himmelreich ist und bleibt Gott. Menschliche Hierarchen wird es dort wohl kaum mehr geben. Im Jenseits wird es ganz anders sein als hier auf dieser Welt. In unserer menschlichen Kleinheit können wir kaum erahnen, wie es dort tatsächlich sein wird. Einen Hinweis darauf, was uns im Himmelreich erwartet, hat uns Jesus andeutungsweise in der Bergpredigt vermittelt: Alles, was auf Erden „Groß“ ist, wird umdenken müssen. Alle, die von Leid geplagt sind, werden selig sein, alles Dunkle wird sich im Jenseits aufhellen und verblassen. Es lohnt sich daher schon jetzt, uns auf das Zukünftige einzustellen, damit der Übergang vom Hier zur Dimension der Verheißung nicht mit Hindernissen verbunden sein wird.