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1. Oktober 2026 · Heilige Theresia vom Kinde Jesu

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 66,10-14cEvangelium · Mt 18,1-5

Erste Lesung – Jes 66,10-14c

Dank des Edikts des Perserkönigs Kyros kehren die Juden Ende des 6. Jahrhunderts v.Chr. nach und nach aus der babylonischen Verbannung in ihre Heimat zurück und versuchen, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. Sie beginnen mit dem Wiederaufbau der Stadt und des Tempels, doch schreiten die diesbezüglichen Arbeiten nur zögernd voran. Noch schwieriger als die Aufbauarbeit ist hingegen die innere Erneuerung des Volkes in der Einheit des Glaubens. Noch dazu haben sich während des Exils viele Fremde in ihrem Land angesiedelt, womit die religiöse Zusammengehörigkeit durch die Verehrung anderer Gottheiten beeinträchtigt ist. In diese Situation hinein spricht Jesaja ein Trostwort, eigentlich eine unglaubliche Heilsbotschaft: nicht die Menschen werden sich eine neue Zukunft schaffen, sondern Gott. Denn nur er hat die Macht, Leben, Frieden und Freude zu schenken. Auffallend beim heutigen Text ist, dass der Prophet bei Gottes Wirken mit weiblichen Attributen arbeitet: Jerusalem wird als nährende Mutter umschrieben und Gott selbst mit einer tröstenden Mutter verglichen. Damit kommt der Trost, eines der Leitworte des Jesajabuches, zum Abschluss. Jesajas Trostworte gelten aber nicht mehr der gesamten Jerusalemer Bevölkerung, sondern den „Knechten“, die sich wahrhaft um die Zukunft, d.h. um ein gelingendes und fürsorgliches Miteinander, Sorgen machen. D.h. für uns heute, unsere Zukunft erhält gute Chancen, wenn wir an Gott glauben, seinem Sohn nachfolgen und seine rettende Hand auch annehmen.

Evangelium – Mt 18,1-5

Die Jünger Jesu beschäftigt die Frage, wer von ihnen der Größte sei und auf welche Größe es tatsächlich im Himmelreich ankommt. Jesus stellt zur Beantwortung dieser Frage ein Kind in ihre Mitte und sagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ Im Himmelreich werden die Kleinsten die Größten sein, sagt uns Jesus. Damit sind natürlich nicht die körperlich Kleinsten gemeint, sondern jene, die sich ihrer Kleinheit, sprich Einfachheit, Natürlichkeit, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit bewusst sind. Es sind all jene, die zufrieden sind mit dem, was sie sind und an Talenten und irdischen Gütern haben. Sie wissen, dass sie einen Vater haben, an welchen sie sich in all ihren Nöten wenden können und, dass sie nicht jemand besonderer auf dieser Welt sein müssen, weil sie in den Augen Gottes schon aufgrund ihrer Herzenseinstellung etwas Besonderes, Großes sind. Wie oft neigen wir dazu, andere gering zu schätzen, oder sogar abzuwerten, weil sie nicht mit uns mithalten können? Wir blicken dabei nur auf unsere eigenen Leistungen und Verdienste und setzen diese als Maßstab für andere. Hat der andere eine andere Sichtweise oder einen anderen Horizont, werden wir leicht ungehalten und urteilen leichtfertig. Bevor du jedoch urteilst: Was weißt du schon über das Leben des anderen oder kennst du seine Beweggründe und Talente? Schau vor jedem Urteil zuerst auf dich selbst und dein Inneres. Ist es nicht so, dass du meist in allem und allen nur dich selbst suchst? Jesus ist da einen anderen Weg gegangen. Seine Liebe galt und gilt den Kleinen, die übersehen werden in der Gesellschaft. Schenke daher den „Kleinen“ deine Barmherzigkeit, denn nur wenn du sie in Augenhöhe triffst, können sie wachsen.