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30. September 2026 · Heiliger Hieronymus

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Tim 3,14-17Evangelium · Mt 13,47-52

Erste Lesung – 2 Tim 3,14-17

Der zweite Brief an Timotheus ist Paulus‘ letzter und bewegendster Brief. Nachdem er sein ganzes Leben dem Herrn gedient und für ihn gelitten hatte, sitzt er nun wieder im Gefängnis und wartet auf den Tod. Timotheus, an den dieser Brief gerichtet ist, war der profilierteste unter seinen Mitarbeitern und stand in einer besonderen persönlichen Beziehung zu ihm. Seine Aufgabe wird es in Zukunft sein, Paulus in den Gemeinden zu vertreten. Aus diesem Grund verpflichtet ihn Paulus, in Kontrast zu den Falschlehrern, die übernommene Tradition zu bewahren. Er soll fest in den Wahrheiten verwurzelt bleiben, die er aus der Schrift kennt. Denn in der Schrift liegt Weisheit und der Weg zur Erlösung in Christus. Die Schrift ist die beste Hilfe für die Unterweisung im christlichen Glauben, und die Auseinandersetzung mit der Irrlehre. Darüber hinaus ist der Christ – und im Besonderen, der von Gott beauftragte Lehrer – durch die Kenntnis der apostolischen Lehre und der Heiligen Schrift allen Anforderungen gewachsen. Paulus mahnt also, in den Wahrheiten verwurzelt zu bleiben. Diese Wahrheiten muss man sich aber ein Leben lang erarbeiten. Vollkommen zu sein in ihnen, werden wir nie erreichen. Wir müssen ständig lernen, nicht nur um uns selbst zu vervollkommnen, sondern auch um anderen im Erlernen der Schrift und durch jedes gute Werk am Weg der Nachfolge des Herrn zu dienen.

Evangelium – Mt 13,47-52

Jesus unterbreitet uns heute das Gleichnis des Fischfangs mit dem Netz. Zunächst ist im Evangelium dieses Netz ein Bild für das Reich Gottes, das ins Meer der Zeit, in das Meer der Geschichte eingelassen ist, um uns aus dem Raum des Schweigens, des Dunkels und der Kälte in eine andere Dimension zu heben: Nämlich in das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Gesammelt werden in diesem Netz alle Menschen, ob gut oder böse. Die Guten kommen in Körbe und werden mitgenommen, wohin genau wissen wir noch nicht, die schlechten werden weggeworfen und verrotten. Doch wer von uns nennt sich schon schlecht oder böse? Wie lässt sich „böse sein“ definieren? Blicken wir auf Jesus: Im messianischen Auftrag kämpft er gegen das Böse. Dabei hat er nicht nur eine Wahrheit zu lehren, einen Weg zu weisen und eine lebendige religiöse Haltung zu bringen, sondern auch Mächte zu brechen, die dem, was Gott möchte, entgegenstehen. Es gibt diese Macht bis heute, sie möchte Gott diese Welt aus der Hand nehmen. Darum versucht diese Macht immer wieder, uns von Gott wegzuführen. Ja, die Stimme des Bösen kann jeder von uns in sich hören. Sie weckt in unseren Herzen Missmut, Egoismus, Ärger oder Gereiztheit und sie verhärtet unsere Sinne in der Art, dass wir die gute Botschaft nicht mehr annehmen und stattdessen den eigenen Weg gehen wollen. Wenn wir Satan erlauben, in uns die Oberhand zu gewinnen, tun wir ihm einen guten Dienst. Auf wessen Stimme aber hörst du? Lässt du dich leicht verführen oder versucht du immer wieder, gegen die Stimme der Versuchung anzukämpfen? Welchen Erfolg erzielst du und entwickelst du dich weiter?