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26. September 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Koh 11,9-12,8Evangelium · Lk 9,43b-45

Erste Lesung – Koh 11,9-12,8

In der abschließenden gedichtartigen Zusammenfassung seines Buches wird uns Kohelet als alter Mann erkennbar, dem man trotz aller Mühsal die Liebe zum Leben mit seiner Schönheit anmerkt. Der Schlussteil bündelt in sich noch einmal alles von Kohelet Gesagte, es ähnelt dem Vermächtnis eines durch Krisen gereiften und gesättigten Lebens. In seiner gesamten Lebenserfahrung rät Kohelet den jungen Menschen, im Hinblick auf Alter und Tod, ihre Jugend nicht zu versäumen, doch immer im Bewusstsein, alles Tun einmal vor Gottes Gericht zu verantworten. Das Leben soll von Freude bestimmt sein, denn das Altern, das Zerreißen des Lebensfadens, das Zerbrechen des Lebens und Hinabsinken des Leichnams in das Grab kommen unausweichlich. Vor dieser Unausweichlichkeit des Todes kapituliert Kohelet. Darum schließt er sein Werk mit der Feststellung: alles ist Windhauch. Alles vergeht, und doch gibt es Größe und Schönheit in der Welt und im Menschenleben. Dafür sollen wir ein offenes Auge und ein offenes Herz haben. Darum: Wenn du ein langes Leben hast, freu dich daran. Freu dich im Licht, bevor die lange Nacht des Todes beginnt. Die Jungen sollen sich an der Jugend erfreuen, aber nie vergessen, dass wir einmal vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Warten wir damit nicht, bis wir alt sind. Warten wir damit nicht, bis unser Leben sinnlos und leer ist und nur noch der Tod auf uns wartet.

Evangelium – Lk 9,43b-45

Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs durch Galiläa. Auf den langen gemeinsamen Fußmärschen haben sie viel Zeit, um miteinander zu sprechen. Heute ist die Rede von Leid und Tod. Jesus sagt voraus, was mit ihm geschehen wird: Man wird ihn den Menschen ausliefern, fesseln, verspotten, geißeln und mit einem ungerechten Richtspruch zum Tode verurteilen. Es ist nicht das erste Mal, dass Jesus von seinem Schicksal spricht. Immer wieder versucht er geduldig, seine Jünger auf seinen Weg vorzubereiten und sie auf das aufmerksam zu machen, was auch auf sie eines Tages zukommen wird. LSUB, Jesu Weg ist kein einfacher Weg. Es ist ein Weg des Leidens. Aber ist dieser Weg die einzige Möglichkeit, um in die Herrlichkeit erhoben zu werden? Für unseren menschlichen Verstand ist das schwer zu begreifen. Jesu Weg war jedenfalls ein menschlicher Weg, von seiner Geburt bis zum Tod, mit welchem er all unsere Schuld für unsere Erlösung auf sich genommen hat. Das unterstreicht neben den Wundern, die er auf der Welt gewirkt hat, seine Göttlichkeit, denn von unserer Schuld befreien kann uns nur Gott. Gott war sich in Jesus Christus nicht zu schade, sich bezüglich des Leidens mit uns Menschen auf eine Stufe zu begeben. Er stellt sich damit nicht als ein ferner Gott dar, sondern als ein Gott mit uns, der uns versteht, liebt und verzeiht. Vielleicht kann man auf diesem Weg die Herrlichkeit verstehen, welche das Heilsgeschehen in Jesus Christus umfasst.