25. September 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Koh 3,1-11
Kohelet verfasste ein Gedicht über die Zeit. Es ist wohl der bedeutendste Text dieses Buches. Seine Feststellung führt dazu, dass es für alles, was auf der Erde geschieht, eine bestimmte Zeit gibt. In einer Abfolge von sieben Strophen zu je vier „Ereignissen“ zählt Kohelet insgesamt achtundzwanzig „Zeiten“ auf. Bestimmt werden diese von Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit. Diese Zeiten kommen und gehen, bestimmen die Normalbiografie eines Menschen und sind von Gott festgelegt. Kein Mensch kann über sie bestimmen und kein Mensch kann sie im Sinne eines bleibenden Gewinns festhalten. Das heißt, für den Menschen ist die Zeit unverfügbar. Wie alles zusammenhängt, weiß allein Gott. Der Mensch ist seinem Schicksal ausgeliefert und kann daher nur den gegenwärtigen Augenblick annehmen, ob er nun gut oder schlecht ist. In allem sind wir daher von Gott abhängig. Doch soll uns das nicht der Hoffnung berauben, denn Gott hat auch „alles schön gemacht“ (V.11). Er hat dem Menschen ins Herz gelegt, dass er über den Augenblick hinausdenken kann, und er hat ihm ein Bewusstsein für die Unendlichkeit der Zeit gegeben. Wir leben in dieser Unendlichkeit nur eine kurze Zeitspanne auf dieser Welt und sollen daher die kleinen Freuden des Alltags genießen und in ihnen die Güte Gottes erkennen.
Evangelium – Lk 9,18-22
Auch heute gibt es Menschen, die fragen: Ist Jesus tatsächlich der Sohn Gottes, ist er der Christus? Es ist erstaunlich, dass viele Menschen die Heilige Schrift infrage stellen und sich von ihr inhaltlich distanzieren. Das können sie nur, weil sie sich in ihrem Leben bisher wenig oder überhaupt nicht mit dem Wort Gottes auseinandergesetzt haben. Laden wir doch alle diese Menschen ein, Jesu Taten zu betrachten, beginnend bei der Hochzeit in Kana, endend bei seiner Himmelfahrt. Welcher Mensch hat je Ähnliches vollbracht oder ähnlich gesprochen? Und wie lässt es sich erklären, dass Saulus zum Paulus wurde und sein ganzes Leben, bis hin zu seinem Tod, in den Dienst der Nachfolge Jesu gestellt hat. Ohne diesen Paulus würde es das Christentum wahrscheinlich nicht geben. Nachfolge hängt damit zusammen, Jesus zu verstehen. Der erste Schritt dazu ist, den Herrn kennenzulernen. Der zweite Schritt ist dann der bedeutendere: Sich zu Jesus zu bekennen und ihn zu bezeugen: „Du bist für uns gekommen und für mich gestorben. Du bist auferstanden und gibst mir das ewige Leben. Dabei bist du den Weg der Demut gegangen“. Für uns gilt, dass wir diesen Weg der Demut akzeptieren und nachleben müssen. Doch dieser Weg ist kein leichter. Ohne dabei sich selbst zu verleugnen, ohne den Egoismus zu begraben, ohne nach den Geboten Gottes und den Werten der Seligpreisungen zu leben, kann man auf diesem Weg kaum vorankommen. Der Weg Jesu ist im Gegensatz zum Weg der Welt mühsam, aber er führt zum ersehnten Ziel: dem Heil in der Ewigkeit.