24. September 2026 · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Koh 1,2-11
Das Buch Kohelet stammt aus der nachexilischen Zeit und gehört zu den Weisheitsbüchern des Alten Testamentes. Inhaltlich betrachtet der Autor das Leben um uns herum und zieht daraus logische Schlüsse. Der gegenständliche Abschnitt zählt, zusammen mit dem Gedicht über die Zeit (Koh 3,1-8), ebenfalls als Gedicht zu den bekanntesten Texten des Buches. Beschrieben wird in ihm am Beispiel der Menschen, der Sonne, des Windes und des Wassers eine nie aufhörende Bewegung. Gedeutet wird diese als Ausdruck einer sich gleichbleibenden zeitlosen Wirklichkeit. Natur und Geschichte bewegen sich im Kreis: Niemals kommt etwas Neues. V.9 betont dies mit dem Spitzensatz: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Kohelet ruft uns daher auf, realistisch zu sein. Er sagt sinngemäß: Wenn das Leben ohne Gott alles sein sollte, was es gibt, dann schau es dir genau an. Steck den Kopf nicht in den Sand, versuche die Wahrheit zu ergründen. Für viele Menschen scheint das Leben nicht in sich sinnvoll zu sein, sondern nur im Hinblick auf ein zu erreichendes Ziel. Aber wie kann sich der Mensch in dieser Situation zurechtfinden, anpassen und gleichzeitig seine Identität bewahren? Wir müssen uns daher stets fragen: Was bleibt? Was ist beständig? Auf was kann ich mich verlassen? Welche Fixpunkte geben meinem Leben Halt und Sicherheit, trotz aller Veränderungen, welche der Lauf der Zeit mit sich bringt? Es bleibt nur eine Antwort: Gott.
Evangelium – Lk 9,7-9
Wer ist Jesus? Diese Frage hat sich vor 2000 Jahren vielen Menschen gestellt: Den Bewohnern von Nazaret, den Schriftgelehrten und Pharisäern, seinen Jüngern, Johannes dem Täufer und Herodes sowie Pontius Pilatus. Ob sie alle die richtige Antwort gefunden haben? In der Schriftstelle des Tages werden drei Meinungen präsentiert: Jesus sei der auferstandene Johannes der Täufer; er sei der wiederkommende Elija oder einer der alten Propheten, der auferstanden ist. Der ersten Meinung hat sich Herodes wahrscheinlich nicht angeschlossen, da auf seinen Befehl hin der Täufer enthauptet wurde und Jesus zudem bereits zu Lebzeiten von Johannes gewirkt hat. Aus diesem Nichtwissen, wer nun dieser Jesus tatsächlich ist, entstand in Herodes der Wunsch, diesen Jesus persönlich kennenzulernen. Für die Menschen damals war Jesus jedenfalls jemand, der Sünder in seine Gemeinschaft berief, der Sündern vergab – was eigentlich nur Gott selbst konnte – der Wunder wirkte und Dämonen austrieb. Darüber hinaus hat er nicht von sich weggewiesen, hin zu einer höheren Autorität, sondern stets Gott in sein Wirken und seine Person einbezogen, z.B. mit den Worten aus der Bergpredigt: „Ich aber sage euch …“, oder mit den Worten aus dem Johannesevangelium: „Ich bin …“. Wenn nun Jesus mehr ist als alle anderen Weisen und Heiligen vor ihm, wer ist er dann? Wer ist Jesus für dich?