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22. September 2026 · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Spr 21,1-6.10-13Evangelium · Lk 8,19-21

Erste Lesung – Spr 21,1-6.10-13

Das Buch der Sprichwörter will seine Leser auf die Fährte der Weisheit bringen bzw. darauf voranbringen. Die zweite Sammlung Spr 10,1-22,16 enthält 375 Einzelsprichwörter. Das entspricht dem Zahlenwert der Buchstaben des Namens Salomo im Hebräischen. Die Sprichwörter sind nicht völlig ungeordnet, sie verlangen aber ein meditierendes, Zusammenhänge, Kontraste und Facetten wahrnehmendes Lesen. Die Lehrsprüche des heutigen Abschnittes zeigen eine gewisse Einheit durch das ständige Fragen nach dem, was vor Gott recht ist. Denn Gott liebt das Tun von Recht und Gerechtigkeit unter uns Menschen. In V.7 führt er in Folge das Schicksal des Frevlers vor Augen, der Rechttun hasst. V.10 verdeutlicht indirekt, dass zum Rechttun auch Erbarmen gehört und V.12 scheint aktives Handeln gegen Frevler als Teil rechten Tuns zu meinen. Den Schrei des Armen nach Rechtshilfe zu überhören (V.13) wird zur spiegelbildlichen Vergeltung führen.

Evangelium – Lk 8,19-21

Jesus war mit vielen Menschen zusammen, um zu predigen, während seine „Familie“ kam, um ihn aufzusuchen. Und als man ihm sagt, dass seine Mutter, seine Verwandten, seine Familie da seien, weitete Jesus den Begriff „Familie“ und sagte: „Das ist meine Familie, ihr alle, die das Wort Gottes hört und danach handelt.“ Er sagt damit: „Ich habe eine Familie, die weiter ist als jene kleine, in der ich auf die Welt gekommen bin.“ Auf diese Weise lässt er uns an uns selbst denken, die wir alle seine Familie sind, das heißt, jene, die das Wort Gottes hören und danach handeln. Jesus spricht sich hier daher nicht gegen seine Familie aus. Im Gegenteil: Er erweitert seine Familie um all jene, die ihm auf seinem Weg nachfolgen. Die Familie ist ein Bild allumfassender Gemeinschaft in und mit Gott; dies betrifft sowohl die Familie im Kleinen als auch im Großen. Wir alle sind Geschwister und bilden daher eine Familie: Die Familie der Menschheit. Getragen wird jedes Familienleben von der Liebe zueinander – dies gilt auch im großen Maßstab. Beschränken wir daher unser geschwisterliches Denken nicht nur auf unsere engsten Angehörigen. Wir alle haben einen gemeinsamen Vater: Gott. Behandelst du alle deine Nächsten als Schwester und Bruder?