21. September 2026 · Heiliger Matthäus, Apostel
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Eph 4,1-7.11-13
Im zweiten Teil des Briefes an die Epheser werden die Leser aufgefordert, aus Gottes gnädigem Handeln, Konsequenzen für ihr persönliches Leben zu ziehen. An oberster Stelle steht hier die Mahnung zur Einigkeit. Einheit ist ein sehr hohes Gut, ein Wesensgesetz, gefordert von Christus. Die Einheit setzt aber den Frieden voraus und ist dessen Vollendung. Frieden kann es aber nur geben, wo Menschen bereit sind, einander zu dienen und einander in Liebe zu ertragen. Leider hat es unter den Christen von Anfang an Spaltung und Zersplitterung gegeben. Das zeigt, wie schwer Einheit zu leben ist. Doch Einheit ist nicht Einförmigkeit. Im Gegenteil, erst die Vielheit der Dienste für den Herrn macht einen lebendigen, christlichen Organismus aus: die Apostel haben die grundlegende missionarische Botschaft ausgerichtet, die Propheten den Willen Gottes verkündet, die Evangelisten tragen die Frohe Botschaft weiter, die Hirten und Lehrer sorgen sich darum, dass die Gemeinde von Gefahren ferngehalten bzw. begleitet wird; sie leiten die Gemeinde durch Seelsorge und Schriftauslegung. Durch die ihnen von Gott geschenkten Gaben befähigen sie die Gemeinde zum Dienst und führen sie zur inneren Einheit und Reife.
Evangelium – Mt 9,9-13
Die galiläischen Zöllner waren zur Zeit Jesu nichts anderes als Wucherer und Steuereintreiber, unehrlich und deshalb verachtet. Ihre Zollstätten waren in der Regel einfache Wechseltische, auf welchen bezahlt und quittiert wurde. An einem solchen Tisch saß auch der Zöllner namens Levi, der spätere Evangelist Matthäus, als Jesus vorbeiging und ihn aufforderte, ihm nachzufolgen. Später sahen die Pharisäer Jesus und den Levi-Matthäus zusammen mit vielen anderen Zöllner und Sündern ein üppiges Festmahl halten. „Wie kann er das tun?“, fragten sie sich. Jesu Antwort darauf: „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“, weist auf seine radikal neue Lehre, dass Gott alle Menschen retten möchte, dass der Himmel für alle gedacht ist und dass er, Jesus, die Vollmacht hat, zu heilen. Bei seiner Wanderung durch Galiläa hat er dies wiederholt unter Beweis gestellt. Dich kann er aber nur dann heilen, wenn du dich ihm anvertraust. Ein Arzt kann dich auch nur dann heilen, wenn du zu ihm hingehst oder ihn holen lässt und ihm alles erzählst, was dir fehlt. Vertraue Jesus, erzähl ihm, was dich krank macht oder krank gemacht hat an Leib und Seele. Er kann korrigieren, was nicht in Ordnung ist. Leider finden viele Menschen nur dann zu Jesus, wenn sie etwas von ihm brauchen. Er ist aber immer für uns da, das unterscheidet ihn von einem menschlichen Arzt, der nur dann kommt oder dir zur Verfügung steht, wenn du tatsächlich krank bist. Jesus ist da anders. Die Gesunden bedürfen zwar nicht des Arztes Jesu, so meinen sie, doch wessen Seele ist schon vollkommen gesund?