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19. September 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 15,35-37.42-49Evangelium · Lk 8,4-15

Erste Lesung – 1 Kor 15,35-37.42-49

Das Kapitel 15 des ersten Briefes von Paulus an die Korinther ist den Fragen, ob es eine Auferstehung gibt, und wie man sich diese vorzustellen hat, gewidmet. Die meisten Juden glaubten an die Auferstehung des sterblichen Körpers, für die Griechen hingegen war lediglich die Seele unsterblich. Die Vorstellung, dass es eine körperliche Auferstehung geben könnte, schien ihnen lächerlich. Auf die Frage nach dem Wie der Auferstehung führt Paulus Samenkörner an, die gesät werden und nach antiker Vorstellung sterben müssen, damit aus ihnen eine Pflanze entstehen kann. So ist es auch mit dem Leben des Menschen. Gesät wird ein irdischer Körper, gekennzeichnet durch Hinfälligkeit, Vergänglichkeit und Schwachheit. Dieser Körper ist verletzlich, kann krank werden und muss sterben, damit aus ihm – diesem irdischen Körper – ein neuer himmlischer Körper entstehen kann. Dieser wird den irdischen Leib unendlich übertreffen und das unendliche Leben bei Gott ermöglichen. Demnach hat das Leben des Menschen eine Richtung, die nicht umkehrbar ist: zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische. Zur Verstärkung dieses Bildes führt Paulus die Adam-Christus Typologie vertiefend weiter. Adam ist der Repräsentant des irdisch-vergänglichen, todverfallenen Menschen, Christus ist dagegen als letzter (endzeitlicher) Adam der Repräsentant des überirdisch-unvergänglichen, himmlischen Menschen, der durch seine Auferstehung „lebendigmachender Geist“ (V.45) geworden ist; zu ihm hin sind wir unterwegs.

Evangelium – Lk 8,4-15

Mit dem Gleichnis vom Sämann greift Jesus die Erfahrungen seiner Zuhörer auf: Die Tätigkeit des Sämanns und die Mühe der Arbeit, um einen guten Ertrag zu erwirtschaften. Jesus stellt damit, im Vergleich zu seiner Tätigkeit der Verkündigung, die unterschiedlichen Reaktionen auf das Evangelium in einem Bild dar: Ein Teil der Saat fällt auf festen Boden und wird von Vögeln aufgepickt. Ein anderer Teil keimt, geht auf, verdorrt aber schnell in der Sonne, weil der Ackerboden zu dünn über dem Kalkfelsen ist. Ein dritter Teil fällt unter die Dornen, geht auf, wächst, kann aber keine Frucht ansetzen, weil ihn die Dornen ersticken. Der vierte Teil der Saat fällt auf guten Boden und bringt überreich – bis zu hundertfach – Ertrag. So ist es auch mit dem Wort Gottes auf Erden. Oft fällt es auf nicht ertragreichen Grund und hat keine Chance zu gedeihen und Früchte zu bringen. Viele Herzen sind verschlossen gegenüber Gottes froher Botschaft. Sie prallt an ihnen ab und verliert sich in den Weiten der Weltlichkeit. Ein hartes Herz ist lediglich offen für die Reize und Annehmlichkeiten der Welt, doch sind diese nur kurzlebig, wie auch eine verhärtete Seele mit den Herrlichkeiten der Ewigkeit nicht vereinbar ist. Die eigene Seele zu formen und weiterzuentwickeln ist Schwerstarbeit. Täglich gibt es da Baustellen mit vielen Hindernissen. Oft bedarf es schwerer Gerätschaft, um verkrustete Herzen von ihrer harten Schale zu befreien. Solche Krusten hindern die Seele daran, aus sich herauszugehen, dorthin, wo ihre von Gott eingepflanzten Gaben dringend benötigt werden. Die Arbeiten an der eigenen Seele kannst du nie als abgeschlossen betrachten, denn einen perfekten Menschen gibt es nicht, Schwachstellen hingegen immer in ausreichender Menge.