18. September 2026 · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kor 15,12-20
In der Gemeinde von Korinth wurde von einigen Mitgliedern nicht die Auferstehung Jesu, sondern die allgemeine Auferstehung geleugnet. Vielleicht konnten sie mit der zukünftigen und leiblichen Dimension der Auferstehungshoffnung nichts anfangen. Vielleicht stellten sie sich eine Rückkehr in dieses Leben oder eine Geistexistenz vor. Wir wissen es nicht. Doch für Paulus ist die Hoffnung auf die Auferweckung der Toten durch Gott aber die Grundlage von allem weiteren. So zeigt er den unauflöslichen Zusammenhang zwischen der Auferstehung Christi und unserer Auferstehung. Sie gehören zusammen, als das endzeitliche Eingreifen Gottes in die Welt des Todes, das in der Auferweckung Jesu begonnen hat und sich in der Auferstehung der Toten vollenden wird. Hätten die korinthischen Auferstehungsbestreiter recht, würden die Verkünder ihre Glaubwürdigkeit verlieren, weil sie Falsches über Gott ausgesagt und damit trügerische Hoffnung gesät hätten. Die Zuwendung Gottes zu den Menschen mit dem Angebot einer erneuerten Beziehung gäbe es nicht, ebenso auch nicht die Vergebung der Sünden oder das Erlösungswerk Christi. Die Auferstehung ist mehr als eine Tatsache. Sie ist das „Mysterium“, das alle Worte und Taten Christi erklärt und bestätigt, und das auch die Existenz des Christen begründet und deutet. Wir müssen uns daher gewahr werden, dass die Wirklichkeit nicht von unserem Denken bestimmt wird, es verhält sich umgekehrt! Unser Denken muss sich vielmehr an der Wirklichkeit orientieren.
Evangelium – Lk 8,1-3
Im Tagesevangelium wird angemerkt, dass auch Frauen Jesus begleiteten. Das ist erstaunlich für eine Zeit, in welcher Frauen vielerorts als zweitrangig betrachtet wurden. Aber Jesus gestattete ihnen, sich ihm anzuschließen, denn er gab den Frauen wieder ihre volle Würde zurück. Jesus stellt damit alle Frauen auf dieselbe Ebene wie die Männer. Er nimmt das erste Wort des Schöpfers auf, das lautet: Beide sind „Bild und Gleichnis Gottes“, nicht zuerst der Mann und dann eine Stufe darunter die Frau! Und so folgen auch heute viele Frauen dem Herrn und sie folgten ihm auch damals auf seiner Wanderschaft. Das bedeutete jedoch nicht, dass sich alle diese Menschen, die mit ihm zogen, seelenverwandt mit ihm gefühlt haben und darum seine Gemeinschaft suchten. Es bedeutete aber auch nicht, dass Jesus nur solche auserwählte, die ihn besser verstehen konnten. In Wahrheit ist Jesus während seines Lebens, zumindest innerlich, immer einsam gewesen. Wirklich neben ihm und zu ihm hat von uns Menschen, außer seiner Mutter und seinem Ziehvater, kaum einer gestanden. Nun zur Frage: Wie stehst du zu Jesus? Abseits, zuschauend oder als Mitläufer? Oder begleitest du ihn auf seinem Weg beim Fischfang? Stehst du abseits von ihm, so frage dich warum. Versuche dann, Jesus zu verstehen, sein Wort in dich aufzunehmen, darüber nachzusinnen und es im Leben umzusetzen. Damit kommst du ihm rasch näher, sodass er dich auch am Pilgerweg durch diese Welt und am Ziel deines Lebens erkennen kann.