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17. September 2026 · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 15,1-11Evangelium · Lk 7,36-50

Erste Lesung – 1 Kor 15,1-11

Es gibt Gemeindemitglieder, welche die Auferstehung der Toten leugnen. Demgegenüber will Paulus die Zuverlässigkeit der Verkündigung von Tod und Auferweckung Christi darlegen. Er erinnert an das „Kernevangelium“, das er selbst empfangen hat: Christus ist gestorben, er wurde begraben, ist auferstanden und wurde gesehen. Dieses Kernevangelium des Paulus ist das älteste Glaubensbekenntnis des Neuen Testamentes. Zur Erläuterung von diesem blickt Paulus zuerst in die Vergangenheit, und dann auf seine Verkündigung des Evangeliums vom Messias Jesus in Korinth. Darauf folgt der Blick in die Gegenwart: Die gute Botschaft ist der Grund, auf dem die Gemeindemitglieder fest stehen, so dass sie daraus Kraft für ihr Leben mit all seinen Härten und Schwierigkeiten erhalten. Am Ende steht der Blick in die Zukunft: Wer auf den Messias Jesus vertraut, geht nicht verloren, sondern wird gerettet. Paulus erläutert auch, warum das alles geschehen musste: Es geschah für uns, für unsere Sünden. Bemerkenswert ist dabei, dass die Auferweckung von Toten nicht von Anfang an zum alttestamentlichen Glauben gehört, sondern sich basierend auf früheren Hoffnungsbildern, erst seit dem dritten und zweiten Jahrhundert v.Chr. entwickelt hat. Zum Schluss seiner Darlegung bezeichnet sich Paulus selbst als Missgeburt, die erst in der Christusvision zum Leben erweckt wurde. Er stellt sich somit als Letzter und Geringster dar, der als „Gesandter“, d.h. als Apostel zur Verkündigung ausgesandt wurde. Das zeigt, wie so oft in der Heiligen Schrift, dass Gott die Kleinsten und Schwächsten erwählt, um seine Frohbotschaft zu verbreiten.

Evangelium – Lk 7,36-50

Die heutige Perikope kann man zurecht als das Evangelium der Liebe bezeichnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Salbung Jesu durch Maria (siehe auch Joh 12,1-8), eine außergewöhnliche, eigentlich skandalöse Geste in den Augen des Gastgebers, eines Pharisäers. Doch ist diese Geste nicht skandalös. Sie ist ein Ausdruck der Liebe und eine symbolhafte Vorwegnahme der Salbung Jesu nach seinem Tod. Sie ist eine Aktion gegen den Tod, denn die Liebe ist der radikale Gegensatz zum Tod. Die Liebe möchte Ewigkeit, sie ist die Ewigkeit, denn Gott ist die Liebe. Und Gottes Liebe auf Erden hat sogar einen Namen: Jesus Christus. Die Liebe Gottes offenbart sich in ihm. Liebst du, dann bist du in Jesus und er ist in dir. Daher überprüfe regelmäßig die Liebe in dir. Die Liebe ist, da sie göttlichen Ursprungs ist, die stärkste Kraft im Leben. Die Liebe kann daher alles Böse zum Guten wenden. Die Liebe ist es, die uns alle verbindet. Die Liebe ist das stärkste Fundament, die Liebe ist zeitlos, sie vergeht nicht. Wer die Liebe wählt, bekommt ein zeitloses Geschenk: das ewige Leben. Wer sich von der Liebe abwendet, handelt unmenschlich, selbstzerstörerisch und egoistisch. Isolation wird sein Schicksal sein. Sein einziger Freund wird einmal der Antichrist sein, der Böse, der alles Verschlingende, das Gegenbild zur Liebe.