14. September 2026 · Kreuzerhöhung
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Num 21,4-9
Der Weg durch die Wüste lässt die Israeliten daran zweifeln, ob das Weggehen aus der Sklaverei, wo es zumindest Nahrung gab, die richtige Entscheidung war. Sie fragen sich, ob Gott es tatsächlich gut mit ihnen meint und beginnen zu murren. Gott reagiert darauf, doch nicht so wie es sich die Israeliten erwartet hätten. Er schickt eine lebensbedrohende Plage, giftige Schlangen. Das Volk wird sich daraufhin seiner Undankbarkeit und seinem sündigen Verhalten bewusst und erbittet über Moses abermals um Fürsprache bei Gott. Diese Fürbitte zeigt Erfolg. Moses soll eine Schlange aus Kupfer anfertigen und an einer Stange anbringen. Wer gläubig auf diese Schlange blickt, wird gerettet werden. Beseitigt wird also nicht das Übel, sondern dessen Folgen, allein durch das Vertrauen in Gott. Unser Lebensweg gleicht dem Weg der Israeliten in die Freiheit, das verheißene Land. Wie oft müssen wir selbst Wüsten durchqueren, verlieren dabei das Vertrauen in Gott und lassen uns zu einem „Murren“ gegen ihn verleiten. Mutlosigkeit kann einen überfallen, doch ohne Mut ist der Weg ins verheißene Land kaum durchzustehen. Mut und Vertrauen in Gott sind unsere Retter gegen all das Gift, das in dieser Welt verspritzt wird. Unser Schutzschild ist Jesus, der Blick auf den Gekreuzigten bringt Heilung und Heil. Die große Schlange kann besiegt werden, von jedem von uns.
Evangelium – Joh 3,13-17
Heute lädt uns die Kirche ein, das Kreuz des Herrn zu betrachten, das heilige Kreuz, welches das Zeichen der Christen ist. Das Kreuz zu betrachten, bedeutet für uns Christen, es zugleich als ein Zeichen der Niederlage und ein Zeichen des Sieges zu betrachten, denn alles was Jesus an Gutem getan hat, endete einerseits in einer Niederlage am Kreuz aber gleichzeitig damit steht es auch für den Sieg über den Bösen und den Tod. Jesus selbst sagte zum Kreuzesgeschehen: „Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen.“ Doch warum wird Jesus am Kreuz erhöht werden? Er hängt am Kreuz, damit unser Blick hinauf gleitet, nach oben, weg vom Irdischen. Denn nur dort oben finden wir, was wir zutiefst in unserer Seele suchen. Wenn wir dabei auf seine geschlossenen Augen blicken, in sein erstarrtes Antlitz, erkennen wir erst, was er für uns getan hat. Dann bekommen wir die Gnade und die Kraft, dass jeder Akt christlicher Liebe nicht zum Selbstzweck wird, sondern zu einem Samen, der dazu bestimmt ist, im Garten Gottes aufzugehen. Was empfindest du beim Anblick des Erhöhten? Trauer und Schmerz oder Hoffnung und Liebe oder alles zusammen? Das Geschehen am Kreuz hat etwas Erhabenes an sich, doch soll es uns nicht erhaben werden. Es soll uns nachdenklich darüber stimmen, dass Leid und Tod Vorstufen der Erlösung sind und notwendig, um eines Tages selbst über Irdisches erhöht zu werden.