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8. September 2026 · Mariä Geburt

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Mi 5,1.4aEvangelium · Mt 1,1.16.18-23

Erste Lesung – Mi 5,1.4a

Micha ist ein jüngerer Zeitgenosse von Jesaja. Damals wird Jerusalem abermals belagert und der König gedemütigt. Aber diese Notzeit wird ein Ende haben, ein neues Königtum wird erstehen, denn die Könige auf dem Thron Davids haben ihre Sendung nicht erfüllt. Gott wird einen neuen Herrscher berufen, nicht aus Jerusalem, sondern aus Betlehem, aus dem Familienverband der Efratiter. Der stattgefundene Machtmissbrauch soll unter dem neuen Königtum nicht mehr stattfinden. Aus dem Geschlecht der Efratiter, aus dem einst der König David hervorgegangen war, wird der neue David, der Retter kommen. Er wird den Frieden bringen, den die Könige von Jerusalem nicht geben konnten. Der neue „Herr“ wird der Hirt für das gesamte Gottesvolk sein. Hier schlägt das Alte Testament einen großen Bogen zum Neuen Testament, wo in Mt 2,6 die Geburt des Messias von der heutigen Schriftstelle aus dem Buch Micha gedeutet wird. Mit der Geburt von Jesus hat sich die von Micha ausgesprochene Verheißung erfüllt. Sie ist es, die uns als Christen Hoffnung schenkt, im Hinblick auf unsere Rettung und Heil.

Evangelium – Mt 1,1.16.18-23

Matthäus beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu, einer langen Aufzählung der Ahnen des Herrn. Sie zeigen alle den Weg des Geschlechtes Jesu durch die Geschichte, beginnend mit Abraham, über David bis hin zu Josef, dem Mann Mariens. Bei all diesen Namen kann man wohl nachdenklich werden: Wie doch diese Namen sprechen! Diese Menschen standen tief im irdischen Dasein und doch auch gleichzeitig vor Gott. In ihnen können wir ersehen, was tatsächlich „Menschsein“, mit all seinen Schwächen und Stärken, bedeutet. Beim Stammbaum Jesu steigt dazu noch die gesamte Geschichte des Volkes Israel auf. Das ist auch ein Grund, warum uns eigene Stammbäume so faszinieren können: Verbunden mit ihnen ist die Geschichte der Welt, die wir sonst nur aus Büchern kennen, aber auch die vielen Lebensgeschichten jedes einzelnen unserer Vorfahren, die diese tatsächlich gelebt haben und welche wir uns heute kaum noch vorstellen können. Wie viele vergessene Schicksale verbergen sich doch hinter diesen. Diese Menschen haben aber dazu beigetragen, dass wir das sind, was wir sind. Unsere Stammbäume reichen meist zwei bis drei Jahrhunderte zurück, dann enden die Aufzeichnungen. Könnten wir unsere Stammbäume bis zum Anfang zurückverfolgen, bis zum Ursprung des Lebens, würde mit Gott als unserem Vater, der Beginn des menschlichen Daseins definiert sein. Das heißt, wir alle sind Geschwister. Doch sind wir weit davon entfernt, uns wie solche zu benehmen.