7. September 2026 · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kor 5,1-8
In der Gemeinde von Korinth werden grobe sittliche Missstände stillschweigend geduldet. Paulus sieht sich genötigt, vehement dagegen aufzutreten. Offensichtlich hat ein Gemeindemitglied die entlaufene, geschiedene oder verwitwete Frau seines Vaters – die Formulierung verweist eher auf die Stiefmutter – zur Frau genommen. Das ist nach jüdischem und römischem Recht verboten und selbst unter den Heiden verpönt. Doch die Gemeinde war dagegen nicht eingeschritten, man sah darin einen Beweis christlicher „Freiheit“. Nun: Paulus verlangt jedoch den Ausschluss des Beschuldigten aus der Gemeinde und überlässt damit den Beschuldigten dem Herrschaftsbereich Satans. Bemerkenswert ist dabei, dass die damit verbundene „Vernichtung des fleischlichen“ die Möglichkeit der Rettung „am Tag des Herrn“ nicht ausschließen soll. Paulus mahnt darüber hinaus die Gemeindemitglieder, sich von allem Bösen abzugrenzen, denn leicht kann dieses überhandnehmen. Wir sind als Christen dazu angehalten, einen Unglücklichen nicht seinem Unglück zu überlassen. Wir dürfen uns nicht der Gleichgültigkeit ausliefern und den anderen in sein Verderben laufen lassen. Denn das Gute – in diesem Fall eine Warnung – nicht auszusprechen, heißt, dem Bösen Raum zu geben, in sich selbst und in der Welt.
Evangelium – Lk 6,6-11
Jesus lehrte am Sabbat und heilte in der Synagoge die verdorrte Hand eines Mannes. Er stand dabei unter scharfer Beobachtung der Schriftgelehrten und Pharisäer, denn sie suchten einen Grund zur Anklage gegen ihn. Denn gemäß den traditionellen Vorschriften musste jede Arbeit am Sabbat ausgesetzt werden. Doch Jesus durchschaute sie und drängt sie mit einer Frage in die Enge: „Ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder zugrunde zu richten?“ (Lk 6,9). Die Anklage der Menschen gegen Jesus kam aber nicht aus ihnen selbst, sie kam vom großen Ankläger, von Satan, der Jesus um jeden Preis vernichten wollte. Suchen wir nicht auch immer Gründe zur Anklage gegen den Herrn? Oft fragen wir: „Herr, warum schaust du in dieser Situation zu? Warum tust du nichts? Warum greifst du nicht ein? Gibt es dich überhaupt?“ Solche und ähnliche Fragen werden täglich an den Herrn herangetragen, oft auch von Gläubigen. Doch auch in tiefster Not verlässt uns der Herr nicht. Unser Leben liegt in seiner Hand, so wie auch die Prüfungen, die unser Leben schwer machen, und auch die Art und Stunde unseres Todes. Für jeden von uns gibt es in diesem Leben tiefe und dunkle Täler. Manche befinden sich ein Leben lang in solchen. Doch erst durch die Dunkelheit lernen wir das Licht zu schätzen, jenes Licht, das im Gegensatz zur zeitlich beschränkten Dunkelheit auf dieser Welt, uns alle in Ewigkeit erfreuen wird.