6. September 2026 · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – Ez 33,7-9
Ezechiels prophetischer Dienst war mit großer Verantwortung verbunden. Er wirkt im Exil in Babylon. Dem vorausgegangen ist der Untergang des Reiches Juda und die Zerstörung des Tempels in Jerusalem als Folge der Vergehen des Volkes und seiner ungerechten Führer. Ezechiel wird von Gott nun persönlich dafür verantwortlich gemacht, dass das Wort Gottes bei den Menschen ankommt. Er wird von Gott als „Wächter“ und „Späher“ eingesetzt. Er soll das Volk wieder aufrütteln und zum rechten Weg zurückführen. Ob die Menschen sich aber die Worte des Propheten zu Herzen nehmen und Konsequenzen daraus ziehen, fällt nicht mehr in seine Verantwortung. Der heutigen Schriftstelle können wir entnehmen, dass auch wir berufen sind, achtsam wie der Prophet zu sein. Wir sollen sehen, was um uns geschieht und wir sollen nicht schweigen. Wir sollen Unrecht aufzeigen und sagen, was zu sagen ist, auch wenn wir uns damit nicht beliebt machen. Wir brauchen ganz dringend Stimmen, die sich gegen Unrecht und Ausbeutung aller Art erheben, auch unsere eigene ist gefordert. Vielleicht kommen wir uns manchmal wie Rufer in der Wüste vor – aber vom Rufen sind wir nicht entbunden.
Evangelium – Mt 18,15-20
Im heutigen Evangelium hören wir über die Aufgabe der Gemeindeversammlung und worin ihre Autorität besteht: Sie kann aufnehmen und ausschließen, wann auch immer sich aufgrund des Lebenswandels einer Person sich diese Frage stellt. Wie die Gemeinschaft zu dieser Entscheidung gelangen soll, erzählt uns die Perikope des Tages. Die Grundlage für dieses Handeln liegt in der Kompetenz der Versammlung: Sie kann handeln, weil sie „in seinem Namen“ versammelt ist, weil der Herr in ihrer Mitte ist und damit selbst bestimmt, was geschehen soll. Wäre der Herr nicht in ihrer Mitte, wäre die Versammlung handlungsunfähig. Nur die Voraussetzung: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, gestattet der Versammlung zu entscheiden. Bekennt sie sich nicht zum Herrn in ihrer Mitte, ist diese Versammlung keine im Sinn der Schrift und könnte daher auch nicht im Namen des Herrn handeln. Die Versammlung bindet sich demnach an den Herrn. Woran du dich selbst im Leben bindest, an Personen oder Sachen, beeinflusst in Folge die Qualität deiner Seele. Das kann u.U. zu einer notwendigen Reinigung deiner Seele führen, denn nur für eine reine Seele öffnet sich das Tor zum ewigen Leben. Deshalb gibt uns Jesus den Rat, uns von allen weltlichen Wertvorstellungen zu lösen, unsere Seelen nicht mit nutzlosem Ballast zu schwächen und zu beschmutzen. Achte stets auf die Sauberkeit deiner Seele, lerne, dich von den Verführungen der Weltlichkeit zu lösen, denn eines Tages wirst du von dieser Welt losgelöst werden.