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5. September 2026 · Samstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 4,6b-15Evangelium · Lk 6,1-5

Erste Lesung – 1 Kor 4,6b-15

Paulus weiß seinen Dienst in das geschichtliche Handeln Gottes hineingestellt. Er hat mit Apollos zusammen in Korinth einträchtig den apostolisch-missionarischen Dienst vollzogen, im Gegensatz zu anderen Leuten, die in der Gemeinde Spaltungen verursacht haben. Überheblichkeit und Profilierungssucht haben diese vergessen lassen, dass sie nichts sich selbst verdanken, sondern dass alles Gabe Gottes ist und dass jeder und jede in der Gemeinde von diesen Gaben lebt. Man ist sich nicht mehr bewusst, dass alles, was man hat, geschenkt ist, und glaubt sich daher schon am Ziel des Weges mit Gott, im Vollbesitz des Heils. Am eigenen Geschick zeigt Paulus, wie unangemessen das Verhalten der Korinther ist. Er als Apostel ist jedenfalls noch nicht am Ziel, sondern noch am Weg der Kreuzesnachfolge. Er sieht für sich keine privilegierte Position vor Gott, sondern den letzten, den hintersten Platz. Auch in den Augen der Welt spiegelt sich das, denn in ihren Augen sind die Apostel „… der Unrat der Welt, der Abschaum von allen bis heute“ (V.13). Der Weg der Kreuzesnachfolge ist kein einfacher, denn wer sich vom Gekreuzigten prägen lässt, steht nicht auf der Siegesseite der Macht. Dem Herrn nachzufolgen, wird heute oft nicht mehr als erstrebenswert erachtet, seine Botschaft und sogar er selbst in Frage gestellt. Doch wie wird das sein, wenn solche Menschen dereinst vor ihm selbst stehen werden?

Evangelium – Lk 6,1-5

Gott hat uns erschaffen und einen Bund mit uns geschlossen, damit wir eine Freundschaft mit ihm eingehen. Gott möchte unser Freund sein. Deshalb ist auch Jesus Christus, sein Sohn, sein Wort, Mensch geworden, um uns Gottes Freundschaft zu bringen und erfahren zu lassen. Von Jesus sind wir durch und durch angenommen und geliebt. Während wir uns selbst und auch andere schnell verurteilen, verurteilt uns Jesus nie. Lassen wir uns auf diese Freundschaft ein. Der Sonntag als der erste Tag der Woche wird, wenn wir uns an ihm in die Nähe des Herrn begeben und mit ihm Mahl feiern, zum Ausdruck unserer Freundschaft zu Gott, denn an diesem Tag wurde Jesus vor 2 000 Jahren von Gott auferweckt, für uns und unser Heil. Im Judentum ist der Samstag der Tag, der Gott vorbehalten ist. Bei uns Christen ist der Sonntag der Tag des Herrn, der Tag seiner Auferstehung, der Tag der Familie, der Tag der Gemeinschaft. Dieser Tag sollte uns als Feiertag heilig bleiben, ist doch der Sonntag seit dem Jahr 321 n. Chr. ein verpflichtender Feiertag. Wollen wir diese christliche Tradition ablegen? Ginge es nach irdisch-wirtschaftlichen Wertvorstellungen, sollte auch am Sonntag für alle die Möglichkeit bestehen, Geld zu verdienen und Geschäfte zu machen. Aber schon bei der Tempelreinigung hat Jesus gewarnt: Macht aus dem Heiligtum keine Räuberhöhle. Für uns heute: Macht aus dem Tag des Herrn keinen Tag des Mammons.