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28. August 2026 · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 1 Kor 1,17-25Evangelium · Mt 25,1-13

Erste Lesung – 1 Kor 1,17-25

Der aktuelle Abschnitt aus dem heutigen Brief bildet das theologische Herzstück der Argumentation des Paulus gegen konkurrierende Gruppen in der korinthischen Gemeinde. Paulus beschreibt darin das Wort vom Kreuz für die Juden als Skandal, denn unter Berufung auf die Tora ist ein gekreuzigter Messias unvorstellbar. Für die Heiden wiederum ist der Kreuzestod ein schändlicher Tod, verbunden mit gesellschaftlicher Ächtung und somit ein gekreuzigter Heilsbringer Unfug. Diesen menschlichen „Torheiten“ stellt Paulus Gottes Weisheit gegenüber. Gott stellt rein menschliche Werte auf den Kopf. Wer Gottes Weisheit erkennt, macht sich den göttlichen Maßstab zu eigen. Nicht mehr Macht, Ansehen, Unrecht oder Gewalt zählen, sondern Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten: die Armen, Versklavten, Verspotteten, Geschlagenen und alle am Rande der „Gesellschaft“. Erst im Erkennen des Kreuzesgeschehen werden die Strukturen, die die Welt bestimmen, außer Kraft gesetzt und die Sündenmacht gebrochen. Wer sich auf die andere Weisheit Gottes einlässt, erfährt diese als rettende Kraft. So wird fortan nur noch zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden unterschieden. Und aus diesem Grund darf es zwischen den Glaubenden keine konkurrierenden Gruppen geben. Bei diesen Worten des Paulus können einem leicht die peinlichen Konflikte zwischen den sechs christlichen Konfessionen in der Grabeskirche in Jerusalem in den Sinn kommen.

Evangelium – Mt 25,1-13

Das Evangelium des Tages legt uns das Gleichnis von den klugen und den törichten Brautjungfrauen vor. Diese warten auf den Bräutigam und sollen ihn in der Nacht mit ihren Öllampen empfangen und in den Hochzeitssaal geleiten. Aber der Bräutigam kommt sehr spät. Die Brautjungfrauen sind eingeschlafen. Als er gegen Mitternacht endlich kommt, haben nicht mehr alle genügend Öl und um diese Zeit noch Öl zu kaufen, dauert. Bis die törichten Jungfrauen ihre Lampen wieder zum Brennen bringen, hat das Hochzeitsmahl längst begonnen und die Tür zum Saal war fest verschlossen. Nur die klugen Jungfrauen mit genügend Öl waren beim Herrn. Was ist dieses Öl, das wir immer vorrätig haben sollen? Dieses Öl, mit dem wir die Lampe unseres Lebens füllen sollen, heißt „Liebe“. Die Liebe ist die Kraft, die allein ewig Licht sein kann. Wir müssen unser Herz ausweiten, sodass die Liebe über die Eigenliebe hinaus auch anderen Menschen und Gott zugutekommen kann. Wenn wir nicht törichte, kurzlebige Menschen sein wollen, dann müssen wir Raum für Liebe in uns schaffen. Klug ist daher derjenige, der über die Zeit, über den Augenblick hinausschaut, sein Leben auf die Ewigkeit hin anlegt, sodass sein Vorrat über die Schwelle des Todes hineinreicht. Die wahre Klugheit ist daher für den Christen der Glaube, der sich Christus anvertraut und die wahre Liebe ist die Nachfolge, die sich ihm überlässt.