27. August 2026 · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Kor 1,1-9
Paulus war auf seinen Reisen dreimal in Korinth und gründete dort auf seiner zweiten Missionsreise, während seines eineinhalbjährigen Aufenthaltes in dieser Großstadt, eine christliche Gemeinde bestehend aus Juden- und Heidenchristen. Nach seinem Weggang hielt er allerdings weiter brieflichen Kontakt, wobei er eine Vielzahl von gemeindlichen Fragen und Problemen behandelte, die sich nach seiner Abwesenheit ergeben hatten. In der Eröffnung seines ersten Briefes, die er als Dankgebet gestaltete, erinnert Paulus in einem Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft daran, wie sehr allen Mitgliedern der Gemeinde bereits Gottes Gnade zuteilwurde, greifbar in den konkreten Gnadengaben verschiedener Reden (Weisheitsrede, prophetische Rede und Zungenrede), wodurch die Glaubenden in ihrem Christuszeugnis gefestigt wurden und mit Hoffnung in die Zukunft blicken dürfen. Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Gemeindemitglieder aus der armen Bevölkerungsschicht stammte und somit keinen Zugang zur Bildung hatte. Ausgerechnet ihnen wird Gnade und Erkenntnis geschenkt. Doch so ist Gott. Für ihn zählen nicht Reichtum oder Ansehen auf dieser Welt, sondern die Armen, Schwachen und Unterdrückten. Gerade diese sind es, die eher einen Zugang zu Gott finden als jene, die gesättigt durchs Leben gehen.
Evangelium – Mt 24,42-51
In der heutigen Rede Jesu geht es um die Endzeit und Jesu Wiederkunft. Dies sind Themen, an welche wir im Alltag nur selten denken, denn die Routine des Alltags hat uns alle fest im Griff. Im Alltag denken wir selten daran, dass in unser Leben plötzlich Unerwartetes hereinbrechen kann, ein Unglück, Krankheit, eine Katastrophe. Aus diesem Grund warnt uns Jesus: „Darum haltet auch ihr euch bereit“, denn der Tag des Menschensohnes, seine Ankunft, kommt ganz gewiss und dann soll uns dieser Tag nicht wie die Katastrophe der Sintflut oder wie ein Dieb in der Nacht überraschen. Vielleicht beten wir im täglichen Vaterunser zu gedankenlos: „Dein Reich komme!“ Aber in unseren letzten Tagen oder Stunden der Wahrheit ins Gesicht zu blicken, dazu sind die wenigsten bereit. Darum: Bereite dich täglich auf diese Stunde mit der Begegnung des Herrn vor. Du weißt nicht, wann Jesus an deine Türe klopft. Halte deine Seele sauber, wasche sie, damit alle Flecken auf ihr verschwinden. Und: Hab keine Angst vor dieser Stunde; alle Menschen vor dir sind schon diesen Weg gegangen, und viele werden dir folgen. Es ist ein schöner Weg, an dessen Beginn sich die Vergänglichkeit des Materiellen offenbart und alles wieder zu Staub wird. Bleib daher nicht verwurzelt in diesem Materiellen, erhebe deine Seele darüber hinweg, zum ewigen Licht.