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26. August 2026 · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · 2 Thess 3,6-10.16-18Evangelium · Mt 23,27-32

Erste Lesung – 2 Thess 3,6-10.16-18

Der gegenständliche Abschnitt im zweiten Brief an die Thessalonicher spricht ein ganz konkretes Problem an. Viele Christen wollen in der vermeintlichen Endzeit nicht mehr arbeiten, führen ein unordentliches Leben und treiben „alles Mögliche“. Dazu gab es noch Amtsträger und Reiche in den Gemeinden, die auf Kosten der Armen lebten, sowie umherziehende Verkünder, die für ihre Tätigkeit Bezahlung und Unterhalt annahmen, ganz oder teilweise auf Erwerbsarbeit verzichteten und von ihrer Verkündigung lebten. Vielleicht haben sie auch andere Formen und Inhalte der Verkündigung zu den Gemeinden gebracht, die von den Lehren und dem Verfasser dieses Briefes als Gefahr betrachtet wurden. Aus diesem Grund wird gefordert, sich von diesen „Unordentlichen“ abzugrenzen und den Lebenswandel des Paulus als Vorbild zu nehmen, der durch seine eigenhändige Arbeit keinem in der Gemeinde zur Last fiel. Einer der Gründe für den Müßiggang vieler Christen dürfte die erwartete Endzeit gewesen sein. Doch diesen Endzeitglauben gibt es bis heute. Die Schrecken des 20. Jahrhunderts mit ihren beiden verheerenden Kriegen und der Atombombe würden viel eher auf eine Endzeit weisen als zur Zeit des Paulus. Doch die wahre Endzeit kennt nur der Vater. Darum sagt uns Jesus: „Fürchtet euch nicht“. D.h. lebt weiterhin ordentlich, vernachlässigt nicht euren Glauben, pflegt weiter euren Dienst am Nächsten, auch wenn die Welt um euch aus den Fugen gerät.

Evangelium – Mt 23,27-32

In Matthäus 23 lesen wir Wehe-Rufe Jesu gegen die Pharisäer. Er prangert ihre Scheinheiligkeit an, das Auseinanderklaffen bei ihnen von Wort und Tat, zwischen Schein und Realität. Interessanterweise sind jedoch die Unterschiede zwischen Jesus und dem Glauben der Pharisäer vergleichsweise gering. Die Pharisäer standen dem Christentum sehr nahe, so auch im Auferstehungsglauben. Jesus wollte jedoch, mit seiner Polemik gegen die Pharisäer, die Unterschiede zwischen seinem und ihrem Weg einprägend hervorheben. Ihr Weg führte nur in die Irre, seiner bringt tatsächlich das Heil. Er wollte den Blick der Menschen schärfen und weglenken von der Scheinheiligkeit, hin zu ihm, zum wahren Wort und wahren Leben. Jesus zeichnet in den „Wehe euch“-Rufen ein sehr dunkles und makabres Bild von dem, was sich oft unter einer scheinbaren wundervollen Oberfläche einer menschlichen Seele verbirgt. Nach außen hin können Menschen strahlende Reinheit aussenden, nach innen hingegen gleichzeitig eine Kammer des Schreckens und des Todes sein. Vielen Menschen ist ihre innere Unreinheit nicht bewusst, da sie lediglich einen Blick für ihre äußere Schönheit besitzen. Sie wagen es kaum, ihre Seele einer harten und selbstkritischen Prüfung zu unterziehen und verlieren so ihre von Gott geschenkte Reinheit.