25. August 2026 · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 2 Thess 2,1-3a.14-17
Der zweite Brief an die Thessalonicher, verfasst nach der Mitte des ersten Jahrhunderts, stammt wohl nicht von Paulus selbst, sondern von einem unbekannten Verfasser der zweiten christlichen Generation, der sich in die Tradition des Paulus stellt und damit Antworten auf die Fragen seiner Zeit sucht. Die Thessalonicher waren damals aufgeschreckt durch die Behauptung „der Tag des Herrn sei schon da“. Doch diese Behauptung stammt nicht von Paulus, sondern entweder von Gnostikern oder von endzeitlichen Schwärmern, die verkündeten, die Wiederkunft Christi stehe unmittelbar bevor. Der gegenständliche Abschnitt des zweiten Briefes an die Thessalonicher möchte hier Klarheit schaffen und zeigen, wie Paulus richtig zu verstehen ist: Vor dem Sieg Christi wird es noch einmal zu einem Aufbäumen der Macht des Bösen kommen – doch wann dies geschehen wird, wird nicht gesagt. Für die Christen ist es lediglich wichtig zu wissen, dass es zu einer Bewährungsprobe kommen wird, in welcher man die Festigkeit im Glauben bewahren muss, bevor Jesu Sieg über den Widersacher die Leidenszeit beenden wird. Das bedeutet für uns: nicht zur Verwirrung sind wir berufen, sondern zur Heiligkeit im Alltag, zur Nachfolge Jesu Christi. Wenn wir uns daran halten, werden wir gerettet werden – das ist unsere Hoffnung.
Evangelium – Mt 23,23-26
Jesu Polemik gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer wird mit Mahnungen und Warnungen an uns verbunden, die Verhaltensweisen so mancher aus diesem gebildeten Kreis nicht zu übernehmen oder nachzuahmen. Denn es finden sich darin – und das ist nur allzu menschlich – ein Hang zum Stolz, zur Selbstdarstellung und zu einer selbstverständlichen Inanspruchnahme von Ehrungen. Jesus mahnt, diese Haltungen abzulegen, denn wir alle sind vor Gott Geschwister und keiner ist besser als der andere. Jesus kritisiert das Verhalten derjenigen, die sich in der Öffentlichkeit als Musterschüler im Glauben zeigen, sich aber in Wahrheit Gottes Gebote nach ihren eigenen Erfordernissen zurechtlegen. Sie dürfen sich damit eigentlich keine Berechtigung zum Lehren ausstellen, da Gottes Worte nicht so tief in ihnen verwurzelt sind, um aus diesem Schatz heraus, Gottes Lehre im Leben glaubwürdig zu vertreten. Denn wie kann man anderen etwas beibringen, wenn man selbst nicht das halten und glaubwürdig vermitteln kann, was von einem als Lehrer erwartet wird? Als schwache Menschen können wir aber trotzdem etwas tun: Die Lehre Jesu in unser Herz aufnehmen und sie für uns selbst und andere leben. Aber nicht als Lehrer, sondern als Zeugen des Glaubens, denn nur einer ist unser Lehrer – Jesus Christus.